meldung
Georg-Büchner-Preis 2025 für Ursula Krechel
Dichterin Ursula Krechel © Heike Steinweg
15. Juli 2025. Ursula Krechel erhält den Georg-Büchner-Preis 2025, teilt die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung mit. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und gilt als wichtigster Literaturpreis im deutschsprachigen Raum.
Mit Ursula Krechel "zeichnet die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung eine Autorin aus, die in ihren Gedichten, Theaterstücken, Hörspielen, Romanen und Essays den Verheerungen der deutschen Geschichte und Verhärtungen der Gegenwart die Kraft ihrer Literatur entgegensetzt", heißt es in der Jury-Begründung.
Ursula Krechel, geboren am 4. Dezember 1947 in Trier, studierte Germanistik, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität zu Köln und wurde 1971 mit einer Arbeit über den Theaterkritiker Herbert Ihering promoviert. Nach dem Studium arbeitete sie als Dramaturgin an den Städtischen Bühnen Dortmund und engagierte sich ehrenamtlich in der Theaterarbeit mit jugendlichen Untersuchungshäftlingen.
Ihr Debüt als Schriftstellerin gab sie 1974 mit dem Theaterstück "Erika", 1977 folgte mit "Nach Mainz!" der erste Gedichtband und 1981 ihr erster Roman "Zweite Natur". Ab 1985 trat sie als Regisseurin eigener Hörspiele hervor. Bis heute arbeitet sie in den literarischen Gattungen Lyrik, Epik und Essayistik. Die Themen Flucht, Exil, Gewalt, Feminismus sind von Anfang an in ihrem Werk präsent.
Zu Krechels letzten Veröffentlichungen zählen "Beileibe und zumute. Gedichte" (2021) und der Essayband "Gehen, Träumen, Sehen. Unter Bäumen" (2022). In diesem Jahr erschien der Roman "Sehr geehrte Frau Ministerin" (2025) – in seinem Mittelpunkt stehen vier Frauen in Antike und Gegenwart, deren Leben von erlittener und ausgeübter Gewalt geprägt ist – sowie der Band "Vom Herzasthma des Exils" (2025).
Krechels Werk wurde vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Elisabeth-Langgässer-Literaturpreis (1997), dem Joseph-Breitbach-Preis, dem Kunstpreis Rheinland-Pfalz, dem Jeanette Schocken Preis, Düsseldorfer Literaturpreis (alle 2009) sowie dem Deutschen Buchpreis (2012, für "Landgericht"); dem Lyrikpreis Orphil (2012); dem Gerty-Spies-Literaturpreis (2015); dem Jean-Paul-Preis (2019) und dem Bundesverdienstkreuz am Bande (2020).
Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit lehrte sie als Gastprofessorin unter anderem am Deutschen Literaturinstitut Leipzig, an der Universität der Künste in Berlin und war mehrfach Writer-in-Residence im In- und Ausland. Sie ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin, der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, deren Vizepräsidentin sie von 2015 bis 2021 war.
Der Büchner-Preis wird am 1. November 2025 in Darmstadt an Ursula Krechel überreicht. Der Preisjury gehörten an: Ingo Schulze, Rita Franceschini, Olga Martynova, Lothar Müller, Lukas Bärfuss, Daniel Göske, Felicitas Hoppe, Joachim Kalka, Daniela Strigl, Michael Walter sowie je ein Vertreter/eine Vertreterin des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, des Landes Hessen und der Stadt Darmstadt.
(deutscheakademie.de / chr)
mehr meldungen
meldungen >
- 17. April 2026 Kunststiftung Sachsen-Anhalt warnt vor nationalistischer Kulturpolitik
- 16. April 2026 Göttingen: Schauspielerin Thyra Uhde gestorben
- 16. April 2026 Salzburg: Ex-Festspielpräsident Heinrich Wiesmüller gestorben
- 16. April 2026 Konstanz: Intendantin Karin Becker verlängert
- 15. April 2026 Preisjurys der Mülheimer Theatertage 2026
- 13. April 2026 Chemnitz: Theater wehrt sich gegen Abschaffungspläne


neueste kommentare >