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Gericht bestätigt unwirksame Nichtverlängerung gegen Antonio Gerolamo Fancellu
30. Juni 2025. Das Bühnenschiedsgericht Chemnitz hat in seiner Sitzung vergangene Woche entschieden, dass die Nichtverlängerungsmitteilung des Theaters Naumburg an den Schauspieler Antonio Gerolamo Fancellu unwirksam ist. Außerdem muss die Stadt Schadensersatz in Höhe von 5.000 Euro zahlen, teilt die GDBA mit. Grund sei eine diskriminierende Begründung im Rahmen einer Nichtverlängerungsmitteilung, in der der Intendant des Theater Naumburg, Stefan Neugebauer, die Nichtverlängerung unter anderem mit der "südländischen Herkunft" des Schauspielers Fancellu zu begründen versuchte.
Als die Arbeitgeberseite in der Verhandlung gefragt wurde, was mit "südländisch" gemeint sei, war die Antwort: "Alles südlich von Naumburg", heißt es weiter in der GDBA-Pressemitteilung (hier der komplette Wortlaut).
Dem Urteil gingen arbeitsrechtliche Auseinandersetzungen voraus. So wurde Antonio Gerolamo Fancellu schon im Herbst 2022 vom Theater Naumburg fristlos gekündigt, nachdem er sich intern und öffentlich für bessere Arbeitsbedingungen eingesetzt habe. Auch diese Kündigung ist Gegenstand eines gerichtlichen Verfahrens. In zwei Instanzen hat das Theater bereits Niederlagen erlitten, die nächste Verhandlung stehe voraussichtlich im Herbst 2025 an, so die GDBA.
Nachdem das Theater in zwei Instanzen verloren hatte, wurde Fancellu mit der diskriminierenden Begründung vorsorglich ein weiteres Mal nichtverlängert. Das ist der Fall, zu dem das Bühnenschiedsgericht jetzt sein Urteil gesprochen hat.
Antonio Gerolamo Fancellu wird in der Pressemitteilung wie folgt zitiert: "Wenn ich das andere Verfahren auch noch gewinne, wonach es stark aussieht, kommen Kosten von über 100.000 Euro auf die Stadt Naumburg zu. Und das nur wegen eines verletzten Weiße-Männer-Stolzes."
Laut GDBA zeige der Fall, "dass bei Nichtverlängerungen immer wieder die Frage im Raum steht, ob es sich hier nicht um missbräuchliches Verhalten handelt. Aus diesem Grund fordert die Bühnengewerkschaft GDBA als Künstler:innengewerkschaft eine grundlegende Reform der Nichtverlängerungsparagrafen im Tarifvertrag NV Bühne."
(gdba.de / sik)
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