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Hannover: Staatstheater schließt Theatermuseum

7. Juli 2025. In Hannover hat das Staatstheater das am eigenen Haus angesiedelte Theatermuseum Hannover geschlossen. Das berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung. Als Grund werden von der Verwaltung des Theaters die geringen Besuchszahlen genannt.

Eine Evaluierung der Besuchernachfrage für Ausstellungen im Theatermuseum habe ergeben, dass sich ein weiterer Betrieb der Einrichtung nicht lohnen würde. "Seit der Pandemie hat das Theatermuseum nicht mehr zu früheren Besucherfrequenzen zurückgefunden", zitiert die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) Doris Beckmann, die Verwaltungsdirektorin des Staatstheaters.

Angekündigt wurde die Schließung nicht. Seit 13. April dieses Jahres hat das Museum im Schauspielhaus, das 1928 gegründet wurde und neben der lokalen Theatergeschichte zuletzt auch Ausstellungen zu Michael Jackson, Romy Schneider oder Heinz Erhardt zeigte, mit dem Auslaufen zweier Sonderausstellungen nicht mehr geöffnet. "Erstaunlich still endet so die Geschichte eines Museums, das 97 Jahre lang in Hannover Theatergeschichte(n) präsentiert hat", schreibt Roland Meyer-Arlt in der HAZ. Auch Museumsdirektor Carsten Niemann äußert sich trotz HAZ-Anfrage nicht zur Schließung und Abwicklung der von ihm geleiteten Institution.

Die Bestände des Museums, vor allem Zeugnisse der hannoverschen Theatergeschichte wie Fotos, Programmhefte und Theaterkritiken, sollen in den kommenden Jahren wissenschaftlich erschlossen und ab 2026 schrittweise in das Sammlungszentrum der Landeshauptstadt Hannover überführt werden, so die HAZ. Dieses Sammlungszentrum vereint künftig das Stadtarchiv und das zentrale Magazin für die Kunst- und Kultureinrichtungen der Stadt und soll das größte Museumsarchiv Niedersachsens werden. Verbindliche Absprachen zwischen dem vom Land Niedersachsen finanzierten Staatstheater und der Stadt Hannover gebe es jedoch noch nicht. "Für das Stadtarchiv wären die Archivalien eine wertvolle Ergänzung zu bereits vorhanden Theaterdokumenten", heißt es allerdings in einer Stellungnahme der Stadt, die die HAZ zitiert.

(Hannoversche Allgemeine Zeitung / eph)

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Kommentare  
Theatermuseum Hannover: Unverzeihbarer Verlust
Was für eine fatale Entscheidung. Das Theatermuseum Hannover ist und war nicht nur eine Einrichtung für Austellungen und sozusagen Archiv der hannoverschen Theatergeschichte, sondern gleichermaßen ein Veranstaltungsort für Lesungen, musikalische Darbietungen etc. In meiner neunjährigen Tätigkeit am schauspielhannover habe ich dort vielerlei interessante Ausstellungen unter der Leitung von Herrn Niemann erlebt und bin dort auch , wie viele meiner Kollegen, vor einem interessierten Publikum aufgetreten. Es geht eine Bildungseinrichtung verloren, was unverzeihbar ist.
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