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Ibsen-Übersetzer Heiner Gimmler gestorben
Profunde Philologie, theaterpraktische Kenntnis
Berlin, 5. Januar 2021. Wie der Verlag der Autoren heute mitteilt, ist der Skandinavist, Übersetzer und Dramaturg Heiner Gimmler am 1. Januar in Berlin verstorben. Er wurde 80 Jahre alt. Vor allem Gimmlers Übersetzungen der skandinavischen Dramatik – von Henrik Ibsen oder August Strindberg – gelten als Referenzen und waren Grundlage zahlreicher Inszenierungen im gesamten deutschsprachigen Raum. Der Verlag der Autoren würdigte in seiner Pressemitteilung Heiner Gimmlers "profunde Philologie und theaterpraktische Kenntnis".
Gimmler wurde am 4. Februar 1940 im damals schlesischen Hoyerswerda geboren und wuchs in Neukirchen-Vluyn auf. Er studierte in Marburg, Berlin, Stockholm, Oslo und Kopenhagen Germanistik und Skandinavistik. Während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Skandinavistik an der Goethe-Universität Frankfurt entstand 1974 seine erste Strindberg- Übersetzung "Mit dem Feuer spielen", die Peter Löscher am Schauspiel Frankfurt inszenierte.
Lebenslange Auseinandersetzung
Als Dramaturg am Burgtheater in Wien zwischen 1976 und 1980 setzte er seine Beschäftigung mit Strindberg fort und übersetzte für Inszenierungen von Achim Benning "Der Totentanz" und "Der Pelikan" sowie die ersten zwei Stücke von Henrik Ibsen: "Hedda Gabler" für Peter Palitzsch und "Ein Puppenheim (Nora)" für Adolf Dresen. Seit dieser Zeit hat er, von Mitte der 80ger Jahre an als freier Übersetzer in Berlin lebend, alle großen Dramen der beiden nordischen Klassiker, die bis dahin nur in veralteten Übersetzungen vorgelegen hatten, neu erschlossen, fortwährend durchgesehen und an die neuesten Erkenntnisse der Forschung und Textkritik angepasst. Auch heute zählen Gimmlers Übersetzungen zu den meistgespielten.
Ein Sammelband mit Gimmlers Übersetzung der Ibsen-Dramen erschien 2006 im Verlag der Autoren. Zu einem entsprechenden Strindberg-Band kam es nicht mehr.
(Verlag der Autoren / jeb)
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