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Kathrin Röggla erhält ersten Franz-Hessel-Preis
Flaneurin der Jetztzeit
29. November 2010. Die Dramatikerin Kathrin Röggla ist, gemeinsam mit der Romanautorin Maylis de Kerangal, erste Trägerin des "Franz Hessel"-Preises.
Der von der Stiftung Genshagen und der Villa Gillet in Lyon neu eingerichtete deutsch-französische Literaturpreis wird alljährlich an jeweils eine deutsch- und eine französischsprachige Autorin oder einen Autoren verliehen und ist mit je 10.000 Euro dotiert. Ziel des Preises, der den Namen des kosmopolitischen Schriftstellers, Übersetzers und Literaturvermittlers Franz Hessel (1880-1941) trägt, ist die Vertiefung des literarischen Dialogs zwischen Deutschland und Frankreich und die Förderung zeitgenössischer Autorinnen und Autoren.
Die Theater-, Hörspiel und Prosaautorin Kathrin Röggla werde als eine "Flaneurin der Jetztzeit", die zugleich eine "raffinierte Humoristin unseres Alltags ist", ausgezeichnet, heißt es in der Jurybegründung. Ihr an die österreichische Avantgarde-Tradition anknüpfendes Schreiben reflektiere die "Vielstimmigkeit pluraler postmoderner Lebensformen".
Mit Maylis de Kerangal soll dem deutschen Publikum eine Autorin vorgestellt werden, die insbesondere mit ihrem Roman "Naissance d'un pont" eine "Sprache von seltener Kraft" in einer "vielschichtigen dramatischen Erzählweise" zu Gehör bringe, so die Jury weiter.
(Stiftung Genshagen/chr)
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