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Mainz: Carl-Zuckmayer-Stipendium vergeben

30. Mai 2025. Charlotte Zorell erhält das Carl-Zuckmayer-Arbeitsstipendium des Ministeriums für Familie, Frauen, Kultur und Integration des Landes Rheinland-Pfalz. Das teilt das Staatstheater Mainz mit, wo das Stipendium im Rahmen des Plug & Play-Festivals für Junge Regie am 29. Mai 2025 zum zweiten Mal vergeben wurde.

Die Auszeichnung wurde der Mitteilung zufolge 2023 vom Kulturministerium des Landes Rheinland-Pfalz zur Förderung der europäischen Gegenwartsdramatik und der Erinnerung an den politischen Dramatiker Carl Zuckmayer ins Leben gerufen. Es soll in Europa lebenden Dramatiker*innen ermöglichen, "finanziell abgesichert ein Theaterstück zu einem gesellschaftlich relevanten, europäischen Thema zu schreiben. Die entstehenden Werke sollen in der Tradition des kosmopolitischen Geistes Zuckmayers stehen und dessen Themenfelder wie Heimat, Exil und Widerstand ins Heute führen."

Unter 90 Bewerbungen aus 16 europäischen Ländern wählte die fünfköpfige Jury einstimmig die Wiener Dramatikerin Charlotte Zorell als Preisträgerin aus. Der Jury gehörten Michael Au (MFFKI), Hannah Frauenrath (Regisseurin und Autorin), Boris C. Motzki (Schauspieldramaturg Staatstheater Mainz), Kathrin Mädler (Intendantin Theater Oberhausen) und Shirin Sojitrawalla (Kulturjournalistin, Moderatorin und Nachtkritikerin) an.

Charlotte Zorell wurde 1996 in Wien geboren. 2022 schloss sie eine Performanceausbildung im diverCITYLAB in Wien mit Diplom ab. Parallel zu ihrem Schreiben arbeitete sie als Schauspielerin, Performerin und Produktionsassistentin in der Freien Szene. 2024 wurde sie als Autorin/Dramatikerin mit dem Drama Lab-Stipendium der Wiener Wortstätten prämiert, 2025 hat sie das Arbeitsstipendium der Stadt Wien für Darstellende Kunst inne.

Charlotte Zorell konnte die Jury mit ihrem Entwurf eines neuen Theaterstücks überzeugen: "Dancing Stars – geheimes Theatertreffen". In dem Stück würden "virulente Themen" mit den "Mitteln der parodistischen Show in eine stark aufgeladene Theatralität überführt und dabei mit der sprachlichen Eigenheit der Autorin – auch geschult an Thomas Bernhard, Ernst Jandl und Elfriede Jelinek – zu einem höchst heutigen, gesellschaftspolitischen Kommentar“, zitiert die Mitteilung aus der Jurybegründung. 

(Staatstheater Mainz / sle)

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