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Peng!-Kampagne für Impfstoff-Gerechtigkeit
"Deine Arbeit kann Leben retten"
11. Februar 2021. Das Peng! Kolektiv hat eine Aktion gestartet, die die globale Verteilungsgerechtigkeit der neuen Corona-Impfstoffe in den Fokus rückt, wie unter anderem die ZEIT und die taz berichten. In Mainz und Marburg wurden die Mitarbeitenden der Firma BioNTech am Morgen des 10. Februar von Plakaten begrüßt, die sie dazu aufforderten, die Formel für den Impfstoff gegen das SARS-CoV-2 Virus zu leaken. "Deine Arbeit kann Leben retten – oder Profite maximieren" lautete die Überschrift – dazu wurde ein Link zu einer Website gestellt, auf der die Herstellungsanleitung veröffentlicht werden soll.
Trotz der WHO-Initiative CORVAX für eine faire globale Verteilung der zugelassenen Impfstoffe herrsche eine eklatante Ungerechtigkeit bei der Verteilung von Impfstoffen, sagt Kampagnensprecherin Robin Barnabas vom Peng! Kollektiv in der taz.
Das Wissen über den Herstellungsvorgang müsse Allgemeingut und freizugänglich sein. Das fordern neben dem Künstler:innen-Kollektiv auch Vertreter:innen der Initiative Ärzte ohne Grenzen.
Plakat der Kampagne an einer Bushaltestelle vor der BioNTech-Zentrale in Mainz © Peng! Kollektiv
Im taz-Bericht über die Peng! Kampagne argumentiert Lara Dovifat von Ärzte ohne Grenzen, die Impfstoff-Politik schütze vor allem Monopolstellungen der Industrie. Für Innovation brauche es keine Patentrechte. BioNTech habe massive finanzielle Unterstützung für die Etwicklung des mRNA-Impfstoffes von Staats- und EU-Seite erhalten, zudem stütze man sich auf staatlich finanzierte Forschung. Der internationale Pharmakonzern AstraZeneca habe sein Vakzin sogar an einer staatlichen Universität entwickelt, somit direkt von Steuergeldern finanziert.
Verband der Arzneimittelhersteller widerspricht
Dieser Sichtweise widerspricht der Präsident des Verbands forschender Arzneimittelhersteller Han Steutel in einer Stellungnahme für die ZEIT: Private Firmen hätten "nicht nur erhebliche eigene Mittel investiert", schreibt Steutel. "Sie haben auch auf eigenes Risiko an der zu Grunde liegenden Technologie gearbeitet: Zehn Jahre und länger! Deshalb ist es auch richtig, dass sie die Patente halten."
Expert:innen schätzen der taz zufolge, dass weltweit über 1.000 Unternehmen in der Lage wären, mRNA-Impfstoffe herzustellen. Dafür müsste das Patentrecht ausgesetzt werden. Initiiert von Südafrika und Indien haben mehr als 100 Länder dies im Oktober 2020 bei der WTO beantragt. Am 1. und 2. März soll es auf der Generalversammlung der WTO sowie eineinhalb Wochen später beim TRIPS Council diskutiert werden.
(www.taz.de / www.zeit.de / joma)
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