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Popliterat Sascha Ehlert wird Pressechef in Zürich
23. August 2025. Der Schriftsteller und Gründer des Popkulturmagazins "Das Wetter" Sascha Ehlert wird neuer Leiter der Medien- & Öffentlichkeitsarbeit am Schauspielhaus Zürich.
Ehlert, geboren 1987 in Berlin-Spandau, gründete 2013 in Berlin die Vierteljahresschrift "Das Wetter – Magazin für Text und Musik" und ist seither ihr Herausgeber und Chefredakteur. Von 2013 bis 2015 war Ehlert zudem Redaktionsleiter des Hip Hop-Magazins "Juice". 2015 gründete er gemeinsam mit Katharina Holzmann und David Rabolt den Korbinian Verlag für Belletristik, in dem unter anderem die Theatermacher*innen Nele Stuhler und Jan Koslowski sowie der Dramatiker Juri Sternburg veröffentlichen.
2025 erschien im Ullstein Verlag Ehlerts vielbeachtetes Romandebüt "Palo Santo". Mit Beginn dieser Spielzeit wird Ehlert Leiter der Medien- & Öffentlichkeitsarbeit am Schauspielhaus Zürich bei der neuen Co-Intendanz von Pınar Karabulut und Rafael Sanchez.
Von 2016 bis 2017 war Sascha Ehlert Redakteur und Autor von nachtkritik.de.
(chr)
- Hier sprechen Pınar Karabulut und Rafael Sanchez über ihre Pläne fürs Schauspielhaus Zürich im Interview mit Leonard Haverkamp.
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Hanna Schümann – eben noch Redakteurin bei Theater der Zeit – jetzt Chefdramaturgin am Schauspielhaus Zürich. Und ein Ex-Redakteur des Magazins Das Wetter? Heute plötzlich Marketingchef im selben Haus. Vom Beobachten zum Mitinszenieren, vom Analysieren zum Verkaufen. Ein Karrieresprung? Nein! Ein Dankeschön. Ein Gefälligkeitsdeal.
Man muss doch nur eins und eins zusammenzählen: Wer jahrelang bestimmte Intendant:innen und ihre Programme mit Artikeln, Porträts und feinen Worten gepusht hat, wird am Ende belohnt. Mit einem festen Gehalt, einem Titel und einem Platz an genau jenem Tisch, den man angeblich diverser und offener machen wollte.
Und was heißt das für die Kunst? Für das Theater? Ganz einfach: Presseberichte werden zur Währung. Kritiken zur Bewerbung. Magazine zum Vorspielraum für Karrieren. Und Theater? Die kaufen nicht nur Personal ein, die kaufen gleich die Presse mit. Die kaufen das Narrativ, die Meinung, die Deutungshoheit.
Und dann sitzen sie alle beisammen, die ehemaligen Kritiker:innen, die sich jetzt Intendant:innen-Diener:innen nennen dürfen. Sie haben das System kritisiert, nur um am Ende exakt darin aufzugehen. Und das ist der eigentliche Skandal: Dass diese Laufbahnen sichtbar machen, wie eng verflochten Theater und Presse schon immer waren – und wie wenig es dabei um Kunst geht.
Willkommen im Theater der Selbstvermarktung. Diversität und Vielfalt? Schlagworte im Bewerbungsgespräch. Kritik? Nur noch ein Karrieresprungbrett. Und die Kunst? Die bleibt draußen, kratzt an der Scheibe, während drinnen die ehemaligen Redakteur:innen jetzt die neuen Hüter:innen des Status quo spielen.
Hier auf Nachtkritik gibt es die Kolumne von Wolfgang Behrens mit dem Titel "als ich noch ein Kritiker war". Ich kenne auch Menschen, die diesen Weg in die Gegenrichtung beschritten haben: Vom Theater-Insider an den Redaktions-Tisch und zur Kritik.
Wo ist das Problem?
Hat das jemals irgendjemandem geschadet? Irgendwas verwässert? Ich glaube kaum.
Eher im Gegenteil.
In Zeiten des Bedeutungsverlustes der Theaterkritik, vielerorts auch der Theater ist doch alles gut, was sich gegenseitig hilft.