meldung
Protest gegen Kulturkürzungen in Klagenfurt
8. Februar 2025. Die Intendant:innengruppe des österreichischen Bühnenvereins verschickt einen Protestbrief gegen Kulturkürzungen in Klagenfurt, in dem es heißt: “Wir fordern alle verantwortlichen Politiker:innen auf, Kulturkürzungen im Bereich der Freien Szene in Klagenfurt zurückzunehmen und für eine lebendige und vielseitige Kulturszene einzustehen."
Hintergrund ist die Verschleppung eines Haushaltsbeschlusses in der Kärntner Landeshauptstadt, gegen die die Freie Szene der Stadt schon im Dezember protestierte. Sie führt zu einer derzeitigen De Facto-Kürzung des gesamten Kulturbudgets von 800.000 Euro und macht somit jegliche Planungssicherheit für die Künstler*innen und Institutionen zunichte. Mit den 800.000 Euro, die in den vergangenen Jahren im Haushalt der Stadt für die Freie Szene budgetiert wurden, finanziert Klagenfurt ohnehin neben zeitgenössischen Kunst- und Kulturvereinen auch alle Stipendien und Preise (etwa den Bachmannpreis), ebenso wie alle Brauchtumsgruppen, Chöre und Faschingsfeiern.
"Mit dem Einsparen dieser 800.000 € versucht die Stadtpolitik nun, ihr Budget zu sanieren – es fehlen jedoch über 50 Millionen! Einsparungen bei der Kultur sind merkbar klein, führen jedoch zum Ausradieren der gesamten Klagenfurter Kunst- und Kulturszene, da diese bereits seit Jahren chronisch unterfinanziert ist. Werden die letzten Mittel gestrichen, stehen Künstler:innen und Kulturarbeiter:innen vor dem Aus. Übrig bleiben nur die wenigen öffentlichen oder kommerziellen Einrichtungen. Ein Wiederaufbau würde ein Vielfaches benötigen. Der verursachte Schaden ist damit weitaus größer, als der Nutzen kurzfristiger Einsparungen", heißt es in einer Petition der IG KiKK – Interessensgemeinschaft für Kulturinitiativen in Kärnten | Koroška.
Im Solidaritäts-Schreiben der Intendant*innengruppe heißt es außerdem: “Die kulturelle Diversität und Vielfalt Klagenfurts darf nicht vernichtet werden! An Kultur zu sparen, bedeutet gerade in Krisenzeiten, auch Bildung abzubauen, Demokratie zu untergraben, den Rechtsstaat zu schwächen und die Reflexion über das Verständnis dessen, was wir sind, zu unterbinden. Kulturabbau bedeutet Einschränkung des selbstständigen Denkens. (...) Ohne Kunst und Kultur wäre unser Leben um viele Facetten ärmer, unser Alltag eindimensionaler, unsere Städte wie auch Klagenfurt eine tote und leere Stadt und als Wirtschafts- und Tourismusstandort wenig attraktiv."
(IG KiKK / Österreichischer Bühnenverein / sd)
mehr meldungen
meldungen >
- 17. April 2026 Kunststiftung Sachsen-Anhalt warnt vor nationalistischer Kulturpolitik
- 16. April 2026 Göttingen: Schauspielerin Thyra Uhde gestorben
- 16. April 2026 Salzburg: Ex-Festspielpräsident Heinrich Wiesmüller gestorben
- 16. April 2026 Konstanz: Intendantin Karin Becker verlängert
- 15. April 2026 Preisjurys der Mülheimer Theatertage 2026
- 13. April 2026 Chemnitz: Theater wehrt sich gegen Abschaffungspläne


neueste kommentare >