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"Empört euch!"-Autor Stéphane Hessel verstorben

Ideengeber fürs Gegenwartstheater

27. Februar 2013. Der Résistance-Kämpfer, KZ-Überlebende und UNO-Diplomat Stéphane Hessel ist vergangene Nacht im Alter von 95 Jahren gestorben. Das meldet Spiegel Online (27.2.2013). Mit seiner Streitschrift "Empört euch!" aus dem Jahr 2010, in der er die jüngeren Generationen zum Protest gegen die heutige kapitalistische Wirtschaftsordnung aufruft, hat Hessel das Gegenwartstheater stark beeinflusst. In zahlreiche neuere Inszenierungen (hier eine Liste mit Nachtkritiken) wurde sein Text eingearbeitet.

(Spiegel Online / chr)

 

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Stéphane Hessel ist tot: die Frechen
die Frechen treten so langsam alle ab! Man sieht sich.
Stéphane Hessel ist tot: Dialektik
„Man kann dialektisch überwinden, was einem nicht passt, das ist mir heute noch wichtig. Und ich glaube daran, dass man dialogisch vorwärts kommen kann.“ Stéphane Hessel

Wer noch lebt, sage nicht: niemals!
Das Sichere ist nicht sicher.
So, wie es ist, bleibt es nicht.
Wenn die Herrschenden gesprochen haben,
Werden die Beherrschten sprechen.
Wer wagt zu sagen niemals?
An wem liegt es, wenn die Unterdrückung bleibt? An uns.
An wem liegt es, wenn sie zerbrochen wird? Ebenfalls an uns.
Wer niedergeschlagen wird, der erhebe sich!
Wer verloren ist, kämpfe!
Wer seine Lage erkannt hat, wie sollte der aufzuhalten sein?
Denn die Besiegten von heute sind die Sieger von morgen.
Und aus niemals wird: heute noch!

Bertolt Brecht
Stéphane Hessel tot: Davoneilend
ja - ja, man kann vorwärts kommen - aber nicht so rasend schnell, wie uns die zeit verfliegt. davoneilt, vorauseilt
Stéphane Hessel tot: Sage nicht niemals
Wer noch lebt, sage nicht: niemals! - Aber viele sagen es.
Das Sichere ist nicht sicher. - Das Unsichere noch viel weniger.
So wie es ist, bleibt es nicht.
So wie es ist im tieferen menschlichen Grund, bleibt es.
Stéphane Hessel: "... zugleich erlöst."
So wie es ist im tieferen menschlichen Grund . . .
Wie es ist, von Samuel Beckett und die Philosophie Arthur Schopenhauers.
Der Wille zum Leben als metaphysischer Urgrund des Daseins, im Menschen,
als ihrem höchsten Ziel vervollkommnet sich Natur von ihren blinden Trieben
zur Erkenntnis ihrer selbst: Indem der Wille sich aufhebt, wird er zugleich erlöst.
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