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Regisseur Lutz Graf verstorben
Regisseur Lutz Graf Anfang der 2000er © privat
20. März 2025. Der Schauspiel- und Musiktheaterregisseur Lutz Graf ist am 1. Februar 2025 in Rostock verstorben, wie erst jetzt aus dem Umfeld des Verstorbenen bekannt wurde.
Lutz Graf, geboren am 23. August 1953 in Magdeburg, studierte Germanistik an der Universität Leipzig und Theaterwissenschaften an derTheaterhochschule "Hans Otto". Er begann seine Karriere 1981 am Theater der Jungen Generation in Dresden. Später ging er für eine Spielzeit an das Theater der Stadt Plauen und übernahm 1987 die Schauspieldirektion am Theater Nordhausen. Er spielte dort – für die damaligen politischen Verhältnisse mit großem Risiko verbunden – DDR-Dramatiker wie Volker Braun oder Christoph Hein und realisierte die DDR-Erstaufführung von Heiner Müllers Text "Bildbeschreibung".
Während Grafs Leitung debütierten in Nordhausen spätere Regiegrößen wie Armin Petras und Konstanze Lauterbach. Nach Auseinandersetzungen mit der Bezirksleitung der SED in Erfurt legte Graf sein Nordhausener Amt im Sommer 1989 nieder und arbeitete fortan freischaffend unter anderem am Schauspiel Leipzig. Während der Wendezeit war Graf in der Bürgerrechtsbewegung aktiv.
Nachdem Graf gemeinsam mit Konstanze Lauterbach und Dietrich Kunze das Leipziger Schauspiel in den Jahren nach der Wende geprägt hatte, wurde er 1995 fester Regisseur am Schauspielhaus Graz unter der Direktion von Marc Günther und gastierte parallel auch an der Oper Graz. Anfang 2000 kehrte Graf nach Deutschland zurück und arbeitete fortan als freier Regisseur, Dramaturg und Autor.
Graf inszenierte bei den Wiener Festwochen die Uraufführung von Christian Ofenbauers "SzenePenthesileaEinTraum", arbeitete am Theater an der Wien, an der Staatsoperette Dresden, am neuen theater Halle und am Volkstheater Rostock. Seine chorische Umsetzung des "Kohlhaas" nach der Novelle von Heinrich von Kleist Anfang des Jahrtausends war eine der herausragenden Arbeiten des Volkstheaters in diesen Jahren.
Seine letzte große Inszenierung realisierte Lutz Graf mit Richard Wagners "Der fliegende Holländer" 2008 am Staatstheater Braunschweig; kleinere Arbeiten konnte man noch am Dresdner Societaetstheater sehen. 2012 hat zog sich Graf endgültig ins Privatleben zurückgezogen.
(chr)
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