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Regisseurin Konstanze Lauterbach verstorben
Regisseurin Konstanze Lauterbach (1954–2025) © Renate007 / Wiki Commons CC BY-SA 4.0
26. Mai 2025. Die Regisseurin Konstanze Lauterbach ist am 24. Mai 2025 verstorben, wie aus dem Umfeld der Künstlerin bekannt wurde.
Konstanze Lauterbach wurde 1954 im thüringischen Ronneburg geboren. Nach dem Abitur machte sie zunächst eine Berufsausbildung als Textilfacharbeiterin in Gera. Zwischen 1974 und 1976 arbeitete sie dann als Requisiteurin am Theater Gera. 1976 begann Lauterbach ein Studium der Germanistik und Literaturwissenschaft.
In ihre Studienzeit fallen auch ihre ersten Regiearbeiten am Poetischen Theater der Leipziger Karl-Marx-Universität. 1982 bis 1984 leitete sie das Theater im Foyer des Theaters in Karl-Marx-Stadt (dem heutigen Chemnitz). 1987 bis 1990 war Lauterbach Regisseurin am Thüringer Landestheater Rudolstadt.
Nach der Wende gehörte sie unter der Intendanz von Wolfgang Engel zum festen Regiestamm am Schauspiel Leipzig, inszenierte aber auch in Bremen, München und Wien. Die Kritiker der Zeitschrift "Theater heute" wählten sie 1993 zur Nachwuchsregisseurin des Jahres. 1996 erhielt sie den Deutschen Kritikerpreis. 2001 wechselte Konstanze Lauterbach als Regisseurin ans Berliner Deutsche Theater, während der Intendanz von Bernd Wilms.
Lauterbach war für formstrenge, vom Tanztheater Pina Bauschs inspirierte Theaterarbeiten bekannt. Mit ihrem bildmächtigen, choreographischen Stil schuf sie auch Musiktheater, unter anderem an der Dresdner Semperoper. In den letzten Jahren inszenierte sie regelmäßig in Essen und am Volkstheater Rostock. In Rostock sah nachtkritik.de zuletzt im Oktober 2021 eine Arbeit von Konstanze Lauterbach: das große Ensemblestück mit Tanzkompagnie "Das Wunder von Mailand", ein "Feuerwerk aus poesievollen Theaterideen", wie Nachtkritiker Frank Schlößer schrieb.
Die letzten Lebensjahre verbrachte sie fern vom deutschen Theaterbetrieb auf Sizilien, schreibt die Berliner Zeitung. Im Alter von 71 Jahren starb Konstanze Lauterbach nach kurzer schwerer Krankheit in Berlin.
(Berliner Zeitung / chr)
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Ruhe sanft, Konstanze, Du bleibst in meinem Herzen…
Der Anlaß, sich jetzt ein wenig an meine Lütten-Kleiner Gästehauszeit, an die HMT, Latchinian und nicht zuletzt "Gundermann" in Toitenwinkel zu erinnern, ist denkbar traurig, aber "Schiff der Träume" ist für mich mit dieser Zeit untrennbar verbunden; dafür gilt Konstanze Lauterbach mein Dank !!
Die Spätabende und Nächte danach, in der einzigen Rauchergaststätte weit und breit, ihre legendären, scharfsinnigen Repliken – all das bleibt unvergessen. Konstanze Lauterbach suchte nicht nach Bühneneffekten, sondern nach theateraler Wahrheit. Diese Suche war ihr innerer Antrieb, ihr Feuer.
Liebe Frau Lauterbach, Ihre Kunst, Ihr Anspruch, Ihre Menschlichkeit haben mich geprägt. Ich habe Ihnen viel zu verdanken. Ruhen Sie in Frieden.
Dorian Dreher