meldung
Dresden: Staatstheater annulliert Schauspieler-Ehrung
1. Juni 2023. Das Staatsschauspiel Dresden hat dem früheren Ensemblemitglied Reinhold Bauer (1871–1961) wegen seiner Nazi-Vergangenheit die Ehrenmitgliedschaft der Sächsischen Staatstheater entzogen. Nach jüngsten Recherchen war er Mitbegründer der NSDAP-Theaterfachgruppe Dresden, die 1933 unter anderem für die Entlassung von Generalmusikdirektor Fritz Busch sorgte, wie die Bühne am Dienstag mitteilte.
Die Geschäftsführung des Staatsschauspiel Dresden wurde Mitte Februar 2023 durch den Wikipedia-Autor Thomas Koschütz auf einen Artikel aus den Dresdner Nachrichten vom 2. Dezember 1934 aufmerksam gemacht. Demnach wurde Bauer für sein Tun im Sinne der NSDAP mit der Ehrenmitgliedschaft der Sächsischen Staatstheater belohnt. Prüfung und Recherchen durch das Historische Archiv der Sächsischen Staatstheater haben dies bestätigt.
Die Geschäftsführung des Staatsschauspiels Dresden habe daraufhin entschieden, Reinhold Bauer die Ehrenmitgliedschaft zu entziehen. "Das war für uns eine zwingende und selbstverständliche Konsequenz. 78 Jahre nach dem Ende der Herrschaft der Nationalsozialisten wollen wir das unrühmliche und menschenverachtende Verhalten von Reinhold Bauer hier nicht mehr länger gewürdigt sehen", sagt Joachim Klement, Intendant des Staatsschauspiels Dresden, in der Pressemitteilung.
(staatsschauspiel-dresden.de / wikipedia / sik)
mehr meldungen
meldungen >
- 17. April 2026 Kunststiftung Sachsen-Anhalt warnt vor nationalistischer Kulturpolitik
- 16. April 2026 Göttingen: Schauspielerin Thyra Uhde gestorben
- 16. April 2026 Salzburg: Ex-Festspielpräsident Heinrich Wiesmüller gestorben
- 16. April 2026 Konstanz: Intendantin Karin Becker verlängert
- 15. April 2026 Preisjurys der Mülheimer Theatertage 2026
- 13. April 2026 Chemnitz: Theater wehrt sich gegen Abschaffungspläne


neueste kommentare >