meldung

Schauspieler Jürgen Stössinger gestorben

Jürgen Stössinger © privat

14. Oktober 2025. Der Schauspieler Jürgen Stössinger ist am 8.10.25 in seinem Wohnort bei Basel gestorben. Das wird aus seinem Umfeld bekannt. Geboren 1934 in Braunsberg (heute Braniewo), wurde er an der Max-Reinhardt-Schule in Berlin zum Schauspieler ausgebildet.

Nach ersten Engagements an der Landesbühne Saarbrücken, der Landesbühne Wilhelmshaven und dem Stadttheater Augsburg kam er 1977 ans Theater Basel, wo er bis 1993 im Ensemble blieb. In den Jahren unter der Direktion von Horst Statkus wurden Regisseure wie Herbert König und David Mouchtar-Samorai für ihn wichtig, in Frank Baumbauers Intendanz arbeitete er unter anderem mit Niels-Peter Rudolph und Werner Düggelin und wirkte in Christoph Marthalers frühen Liederabenden sowie bei Johann Kresnik mit.

Ab 1994 arbeitete Jürgen Stössinger freiberuflich, zunächst vor allem bei Baumbauer am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. 1998 holte Kresnik ihn für "Wiener Blut" ans Burgtheater Wien. Am Thalia-Theater Hamburg begann die Zusammenarbeit mit Martin Kušej. Als der Intendant im Residenztheater München wurde, ging Stössinger dort ab 2011 ins Ensemble und spielte (unter anderem) in allen Castorf-Inszenierungen mit – etwa in "Reise ans Ende der Nacht" (2013), "Baal" (2015) und "Don Juan" (2018).

(sd)

mehr meldungen

Kommentare  
Jürgen Stössinger: Kluger Anarchist
Es ist über ein Viertel Jahrhundert her, dass ich Jürgen kennen lernen durfte. Er war ein Verrückter des Theaters, auf elegante Weise unberechenbar berechenbar als Spieler, ein kluger Anarchist im Spiel. Und er war etwas schief ins Leben gebaut. Die Augen feurig für die nächsten Vorhaben. Wir wollten immer einen Soloabend über die Einsamkeit und das Sterben machen, doch es kam nie dazu. Wie so oft im Theater. Die Zeit rast und macht die Vorhaben der Zukunft zu den Pläne der Vergangenheit. Und dann kommt eines Tages die Meldung, dass er nicht mehr da ist. Und es trifft einen ins Herz. Adieu, Jürgen!
Kommentar schreiben