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Schauspieler Martin Seifert verstorben

Martin Seifert (links) verbeugt sich 2013 mit Klaus Maria Brandauer nach einer Vorstellung des "Zerbrochnen Krugs" im Berliner Ensemble © privat

24. Juli 2025. Der Berliner Schauspieler Martin Seifert ist tot. Das teilt seine Nichte Nele Seifert mit. Seifert sei am 15. Juli gestorben.

1951 in Jena geboren, studierte Seifert an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin und gehörte von 1978 bis 2017 dem Berliner Ensemble an. Dort arbeitete er eng mit dem ebenfalls jüngst verstorbenen Claus Peymann zusammen. Eine seiner prominentesten Rollen war der Gerichtsrat in Peter Steins "Der zerbrochne Krug", Premiere 2008 am Berliner Ensemble (hier die Nachtkritik von Esther Slevogt).

Als freier Schauspieler wirkte Martin Seifert nach 2017 in mehreren Produktionen des Schlossparktheaters Berlin mit. Außerdem hat er neben seiner Theaterarbeit seit den 1980-er Jahren auch als Filmschauspieler an Kino- und Fernsehfilmen und -serien mitgewirkt und u.a. mit Herrmann Zschoche, Andreas Dresen, Leander Haußmann, Christian Schwochow und Detlev Buck zusammengearbeitet.

(sd)

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Kommentare  
Martin Seifert: Ein großes Glück
Auf der Bühne sah ich Martin Seifert zum 1. Mal im Staatstheater Schwerin in den 70 -ger Jahren (1976?) in Titus Feuerfuchs oder Die Schicksalsperücke " von Johann Nestroy.... bestimmt nicht einfach zu spielen, ein 1-Personen-Stück.
Privat kannten wir uns, weil wir uns eine Wohnung teilten; Steinstraße 34 in Schwerin. Ich arbeitete u.a. an der "Drushba-Trasse" in der Ukraine als Dispatcher. Es gab kaum jemanden, der sich derart intensiv und tiefgründig dafür interessierte. Er spielte damals Tschechow am Staatstheater Schwerin und trug mir Szenen vor, bei denen er sich fragte, sind die Russen wirklich so....und warum sind sie so... wie sind sie heute....und so kamen wir auf die russische Seele... Erdgas ...Trasse nächtelang. Er war nicht nur wissensdurstig, sondern versuchte, allen Dingen auf den Grund zu gehen....
Martin war sensibel und verletzbar wenn Leute seine Kunst nicht ernst nahmen, wenn sie hochnäsig von oben herab Künstler verspotteten. Auch das hat ihn mitgenommen. Ich denke, es hat ihn wenig getröstet, wenn ich ihm sagte, er dürfe das nicht ernst nehmen, denn oft waren die "Kritiker" alkoholisiert... Andere wußten es besser und konnten seine Begabung, seinen Fleiß und die Leidenschaft einschätzen: Nach " Don Carlos" in Schwerin wurde man in Berlin aufmerksam. ...
Geblieben sind die unzähligen Erinnerungen an einen wunderbaren Menschen . Ich empfinde es als ganz großes Glück, ihm begegnet zu sein .
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