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Steiermark: Proteste gegen Kulturkürzungen

15. März 2025. In der Steiermark wehren sich Künstler:innen und Institutionen gegen angekündigte Förderkürzungen. Darüber berichten diverse Medien, darunter der Standard.

Zuletzt erklärte am Donnerstag das Rektorat der Kunstuniversität Graz in einem Offenen Brief an den Landesrat für Kultur, Karlheinz Kornhäusl, und den Grazer Stadtrat für Kultur, Günter Riegler (beide ÖVP), man sehe die geplanten Kürzungen der Stadt und des Landes "mit großer Sorge". "Das Ausmaß der Subventionskürzungen wird dazu führen, dass es diese inspirierende Kulturlandschaft bald nicht mehr geben wird, für welche Graz und die Steiermark österreichweit Vorbilder sind. Viele Vereine, Gruppen oder Einzelkämpferinnen und Einzelkämpfer werden diesen radikalen Einschnitt nicht überstehen und sich aus der Kulturszene zurückziehen", so das Rektorat.

Betroffen ist auch Retzhofer Dramapreis und das renommierte DramaterikerInnenfestival, dem ein Förderrückgang um 57 Prozent droht.

Die Kulturpolitik der von FPÖ und ÖVP im Dezember neu gebildete Landesregierung unter Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) zieht über das Bundesland hinaus Kritik auf sich. So erklärten sich die IG Kultur Österreich und die IG Autorinnen und Autoren in einer Erklärung mit der steirischen Kunst- und Kulturszene solidarisch. In dem Schreiben heißt es, man sehe in den jüngsten Kürzungen "den Versuch der neuen steirischen Landesregierung, die vielfältige Kunst- und Kulturlandschaft der Steiermark auszuhungern und zu zerstören".

Weiteres Misstrauen weckt, dass die neue Regierung das Kulturkuratorium personell neu aufgestellt hat. Das Gremium, das die Landesregierung in Förderfragen und kulturpolitischen Schwerpunktsetzungen berät, wäre in der bestehenden Besetzung eigentlich noch bis 2026 bestellt gewesen. Nun sind bis auf zwei Personen alle Mitglieder ausgetauscht worden. Eine solche personelle Neuaufstellung ist gesetzlich zulässig, aber ungewöhnlich. Bislang hielt man sich auch bei Regierungswechseln an die üblichen Laufzeiten. Kritiker:innen befürchten eine Politisierung und Instrumentalisierung des Gremiums zugunsten kulturpolitischer Ziele der FPÖ-geführten Regierung.

(Standard / Kunstuniversität Graz / IG Kultur / miwo)

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