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Tabori Preis 2024 vergeben
10. September 2024. Wie der Fonds Darstellende Künste (Fonds DaKü) mitteilt, geht der Tabori Preis 2024 an die Choreografin und Regisseurin Joana Tischkau.
Wurden zuvor mehrere Personen oder Gruppen bedacht, erhält in diesem Jahr ausschließlich Tischkau die Auszeichnung. Diese ist mit 100.000 Euro dotiert. Das ist eine erhebliche Steigerung. Im letzten Jahr wurden Preisgelder in Höhe von insgesamt nur 55.000 Euro vergeben.
In der Pressemitteilung des Fonds Dakü heißt es: "Erstmalig wird der Tabori Preis in diesem Jahr als Teil der Verleihung des Theaterpreises des Bundes am 02. Oktober 2024 im Haus der Berliner Festspiele vergeben. Der Fonds Darstellende Künste ehrt damit nicht nur eine künstlerische Position, sondern die Freien Darstellende Künste als weitere wichtige Säule neben den vielfältigen Theatereinrichtungen und ihren ästhetischen Handschriften und Profilen im bundesdeutschen Raum. Mit dieser ideellen Aufwertung der Auszeichnung verbindet sich eine Erhöhung des Preisgeldes auf insgesamt 100.000 Euro."
Joana Tischkau, geboren 1983 in Göttingen, ist Choreografin, Künstlerin und Performerin. Sie studierte Tanz und Schauspiel an der School for Performing Arts an der Coventry University in England sowie Choreografie und Performance am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften in Gießen.
Die Vergabe des Preises an sie begründet die Jury wie folgt: "Joana Tischkaus künstlerische Praxis zeichnet sich durch das so exzessive wie pointierte Spiel mit zeitgenössischen Phänomenen der Populärkultur aus. Sie eignet sich die Logiken und Formsprachen von Talentshows, Sitcoms, Hip-Hop Lifestyle, Selbstoptimierungsformaten oder dem deutschen Karneval an und treibt sie auf jene Spitzen, die deren Abgründe offenbaren. […] Jenseits didaktischer Setzungen ist es ihr gelungen, eine so mitreißende wie widerständige Ästhetik der Verfremdung zu entwickeln, die Repräsentationsverfahren und Identitätskategorien aus aktuellen Erstarrungen löst und mit den Ambivalenzen der Aneignung spielt."
Mit dem Tabori Preis zeichnet der Fonds Darstellende Künste seit 2010 auf Empfehlung einer Jury künstlerische Positionen der Freien Darstellenden Künste mit hoher bundesweiter und internationaler Ausstrahlung aus, die inhaltlich relevant ist und eine ästhetisch innovative Handschrift aufweisen.
Die Jury besteht in diesem Jahr aus Amelie Deuflhard (Intendantin Kampnagel, Vorstandsmitglied des Fonds DaKü); Joy Kristin Kalu (Theaterwissenschaftlerin, Dramaturgin und Kuratorin); Anne-Cathrin Lessel (Künstlerische Leiterin LOFFT – DAS THEATER, Vorstandsmitglied des Fonds DaKü); Dan Thy Nguyen (Theaterschaffender, Leitung fluctoplasma Festival, Studio Marshmallow); Wolfgang Schneider
(Vorstandsvorsitzender Fonds DaKü); Anna Wagner (Intendantin und Geschäftsführerin Künstler*innenhaus Mousonturm).
(Fonds DaKü / miwo)
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wundert sich noch jemand - so wie ich - über die Höhe des Preisgelds für eine Einzelperson? Unabhängig von der Preiswürdigkeit der Ausgezeichneten bzw. der Qualität ihrer künstlerischen Arbeit und jenseits irgendwelcher Neiddebatten, bin ich etwas irritiert ob dieser Summe. Im letzten Jahr gingen die 55.000,00 EUR an drei Künstler*innen bzw. Künstler*innen-Gruppen - 25.00,00 EUR an Hofmann&Lindholm, je 15.000,00 EUR an Heinrich Horwitz und Eisa Jocson.
Ehrlich gemeinte Frage: Wie empfindet ihr das?
Glückwunsch aber an Joana Tischkau!
zur Beruhigung und Aufklärung:
Der Fonds Darstellende Künste ermöglicht mit den Preisgeldern zum Tabori Preis nicht etwa Eigentumswohnungen oder Sportwagen - sondern die Mittel stehen für kommende künstlerische Projekte, in der Regel eine neue Produktion in den Freien Darstellenden Künsten zur Verfügung.
Steffen Klewar, Programmleitung Fonds Darstellende Künste