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Trier will Drei-Sparten-Theater erhalten
Doch kein Kulturinfarkt
13. November 2013. Die Stadt Trier will ihr Theater in der bisherigen Form, also mit Ensembles in drei Sparten, erhalten. Das berichtet der Trierische Volksfreund in seiner Ausgabe vom 12. November 2013. Die Fraktionen im Stadtrat hätten sich auf ein Elf-Punkte-Papier zur Erhaltung des Theaters geeinigt.
Darin steht laut Trierischem Volksfreund unter anderem folgendes: "Bis Ende November soll die Verwaltung eine Ausschreibung für die Nachfolge von Gerhard Weber vorlegen." Gesucht werde ein "Intendant mit Management-Schwerpunkt".
Parallel solle eine Stelle für umfassendes Kosten-Controlling eingeführt werden. Auf der künstlerischen Seite wolle man den Spartenchefs von Tanz, Musiktheater und Schauspiel mehr Eigenverantwortung übertragen. "Aber die Eckpunkte zur inhaltlich-konzeptionellen Ausrichtung des Theaters möchte der Rat künftig selbst erarbeiten."
Der neue Chef solle die "internen Abläufe optimieren", ein eigens eingestellter Marketing-Profi das Sponsoren-Aufkommen vergrößern, die Mitwirkungs-Möglichkeiten für Spender und Mäzene wolle der Ausschuss ebenfalls ausweiten. "Unausgesprochene Hoffnung: Mehr Einnahmen und weniger Kosten", heißt es im Trierischen Volksfreund. "Denn auf den Rat kommt unweigerlich die Frage zu, wie die Stadt das - schon durch Lohnerhöhungen automatisch steigende - Budget für das Haus weiter aufbringen will."
Über dieses Thema solle die Verwaltung mit dem Land und den umliegenden Landkreisen "inhaltlich-strategische Sondierungsgespräche führen", so die Zeitung weiter. Auch "potentielle finanzielle Ersparnisse" durch Kooperationen mit den Theatern in Koblenz, Kaiserslautern, Saarbrücken und Luxemburg sollten geprüft werden.
Angesichts der mehr als 20 Millionen teuren Bausanierung, die immer dringlicher werde, setze der Antrag ("in diesem Punkt ohne die Grünen") ein wichtiges Signal: "Geprüft werden soll jetzt auch ein Neubau am bisherigen Standort."
Das Elf-Punkte-Papier stellt eine Reaktion auf die Empfehlungen der Unternehmensberatung ICG von "Kulturinfarkt"-Coautor Dieter Haselbach dar, die die Stadt zu kulturpolitischem Rat gezogen hatte. "Die Fraktionen haben sich seine Vorschläge angehört und entschieden, dass das nicht der Weg ist, den sie gehen wollen", schreibt der "Trierische Volksfreund".
Im Juli unterzeichneten über 40.000 Trierer eine Petition zum Erhalt des Theaters.
(Trierischer Volksfreund / sd)
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Das finde ich eine kuriose Idee.
Heißt das, dass Spender und Mäzene jetzt die Stücke, Regisseure, Schauspielerinnen benennen dürfen, die sie gerne auf der Trierer Bühne sehen wollen?
Oder dürfen die einheimischen Sektkellereien jetzt ihre Großkunden zum Mitspielen im Ballakt von Verdis "Macbeth" einladen?