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Update: Gewerkschaften GDBA und BFFS kündigen NV Bühne

1. Juli 2024. Die Künstler:innen-Gewerkschaften BFFS (Bundesverband Schauspiel) und GDBA (Genossenschaft deutscher Bühnen-Angehöriger) haben in enger Abstimmung mit der VdO (Vereinigung deutscher Opern- und Tanzensembles) ihre angekündigte Kündigung des NV Bühne gegenüber dem Deutschen Bühnenverein zum Jahresende vollzogen. Das teilt der BFFS in einer Presseaussendung mit. Die Frist hierfür war der gestrige 30. Juni.

"Mit der Kündigung schaffen wir die Voraussetzung, unserer ureigensten Aufgabe gerecht zu werden, nämlich mit gewerkschaftlichen Mitteln bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten durchzusetzen. Diesen Schritt schulden wir unseren Mitgliedern seit Jahren", so die Geschäftsführende Präsidentin der GDBA Lisa Jopt in der Mitteilung.

Sollten die Tarifverhandlungen bis zum 31. Dezember ohne Erfolg bleiben, wären BFFS und GDBA ab dem neuen Jahr in der Lage, Arbeitskampfmaßnahmen zu ergreifen. Dann unterliegen sie nicht mehr der Friedenspflicht.

Zugleich forderten alle drei Gewerkschaften den Deutschen Bühnenverein auf, die Verhandlungen über einen ersten Tarifvertrag für gastierende Künstler:innen wiederaufzunehmen. Hierzu war zwischen den Tarifparteien laut Pressemitteilung bereits eine Einigung erzielt worden, der Deutsche Bühnenverein habe den Abschluss aber als Reaktion auf die Kündigung ausgesetzt. 

(Bundesverband Schauspiel e.V. / cwa)

Kommentare  
NV Bühne: Bogen überspannt
Wie soll der BV denn einen Tarifvertrag für Gäste abschließen, wenn die Gewerkschaften den zugrundeliegenden Tarifvertrag NV Bühne aufkündigen? Und ist das Ende der Friedenspflicht der eigentliche Grund der Kündigung? Wenn die GDBA unter Jopt als nächstes auf die Idee kommt, Vorstellungen zu bestreiken, befeuert das meines Erachtens nach eher den Publikumsrückgang als dass irgendjemand hinterher besser dasteht.
Ich habe den Eindruck, hier wird der Bogen ganz schön überspannt.
NV Bühne: Mitgliederbefragung
Mal ganz abgesehen von der Frage, ob es ein Kündigung des Tarifvertrags aus taktischen Gründen sinnvoll ist oder nicht... Bei einem solchen Schritt hätte ich mir persönlich im Vorfeld eine Mitgliederbefragung oder einen Mitgliederentscheid gewünscht.
NV Bühne: Irrweg
Den Ausführungen von #1 kann ich (leider) nur 100 Prozent zustimmen, es ist ein Desaster, was die GDBA da angerichtet hat - zu Lasten aller Beschäftigter im NV Bühne, übrigens auch uns technischen Beschäftigten mit der Vertragsform.

Welche Kommune ruft denn jetzt, in der angespannten Finanzlage, in der sich die meisten befinden, "Hurra, wir wollen und können mit euch verhandeln, dass es für alle Theaterbeschäftigten besser wird und die Beschäftigten mehr Geld, mehr Sicherheit bekommen!"? In welcher Welt leben die GDBA-Entscheider?

Aus der Pressemeldung kann man herauslesen, dass es vor allem um die Möglichkeit eines Streikes ab 1.1.2025 geht. Da kann ich aus jahrzehntelanger Erfahrung nur abraten, ein Streik am Theater war schon vor zehn oder zwanzig Jahren keine gute Idee. Die gesellschaftliche Relevanz von Theater steht eh zur Diskussion und leider sind die aktuellen Programme vielerorts leider nicht so attraktiv, dass wir Zuschauer nach Hause schicken müssen (um es vorsichtig auszudrücken), sondern eher selbstverliebt. Wenn Theater nicht spielt, bleiben einfach noch mehr Zuschauer zu Hause; wir sind halt keine Lockführer, unsere Klingen sind stumpf.
Und: schaut euch um, wie die politische Landschaft sich gerade sehr schnell und massiv ändert! Schaut, wie es der Kultur in Nachbarländern mit eher rechten Regierungen ergeht: sie wird massiv in Frage gestellt und eher ab- als aufgebaut!
Anstatt auf dem, was gelungen und errungen ist, aufzubauen, wird der Abbau erleichtert. In dieser Gemengelage einen solchen Schritt zu tun ist absolut kurzsichtig und verantwortungslos.

Irgendwann wird die GDBA-Spitze erkennen, dass dieser Weg nicht ein steiniger ist, sondern ein Irrweg. Aber dann hat die Abrissbirne schon begonnen...
NV Bühne: Einseitig
Liebe Alle Kritiker:innen,
hier jetzt nur David, doch bei der ersten Meldung der Kündigung seitens der Gewerkschaften, fiel es mir auch schon auf, dass die GDBA kritisiert wird und vor allem wird auf Lisa Jopt absurde Projektionen der Kritiker:innen losgelassen.
Ich empfinde sie meist als respektlos.
Die meisten Kommentare weisen für mich doch einige Wissenslücken auf. Denn nicht NUR die GBDA, sondern auch der BFFS und der VdO haben den Vertrag gekündigt. Also alle DREI Gewerkschaften...

Das seit Jahrzehnten sich beim NV-Bühne kaum etwas bewegt, sollte eigentlich jedem klar sein.. und in der gleichen Zeit haben die NV-Bühnenbeschäftigten nie gestreikt...

Der BFFS hat vor vielen Jahren die ersten "Streikmaßnahmen" durchgeführt und die Mittagspause um, wenn ich mich recht erinnere..., um 10 Minuten verlängert.. und JA.. das war ein voller Erfolg.

Ich vermute, der BV glaubt nicht an Streik... in einer Stadt.. an einem Tag alle Vorstellungen bestreiken und es werden Dinge möglich werden, die jetzt als unmöglich gelten..
NV Bühne: Lesen
Lies einfach die Pressemiteilung. Der Bühnenverein wollte von vornherein einen das ein Tarifvertrag für Gäste abgeschlossen wird der NICHT auf dem NV Bühne fußt. Einen vom NV Bühne unabhängigen Tarifvertrag hätte man also dennoch abschließen können.
NV Bühne: Auch nicht
VdO allerdings hat den NV nicht gekündigt. Die Aussage stimmt also auch nicht
NV Bühne: PM
Die VdO hat nicht gekündigt.
Warum eigentlich nicht?
NV Bühne: Bitte genau lesen
@4: Bitte genau lesen, die VdO hat den NV Bühne nicht gekündigt.
NV Bühne: In enger Abstimmung
@4
Die Pressemitteilung sagt eindeutig, dass nur GDBA und BFFS den NV-Bühne gekündigt haben. Das tun sie aber „in enger Abstimmung“ mit der VdO — was immer das genau bedeutet.
NV Bühne: Vermutung
Die Taktik der GDBA ist offensichtlich. Zum einen hoffen Sie auf viele Neumitglieder, die nur deshalb eintreten, damit für sie übergangsweise der NV-Bühne (mit all seinen jüngsten Errungenschaften) weitergilt. Zum anderen wollen sie mit den dann gestiegenen Mitglieder*innenzahlen in den Streik ziehen, um Bedingungen zu erpressen, die weit über die ansich schon großen Zugeständnisse des Bühnenvereins hinausgehen. Dass sie dadurch das Repertoire- und Ensemble-Theater grundsätzlich in Frage stellen sehen sie dagegen nicht, bzw. wollen es nicht sehen. Wer sich die inszenierten Bilder von Frau Jopt und ihren Kolleg*innen ansieht kann sich den Eindruck nicht erwehren, dass hier weniger um Gewerkschaftsarbeit als vielmehr um einen Egotrip. An einer Einigung und ruhigeren Zeit ist wenig interessiert, wer offensichtlich so viel Energie aus der Selbstinszenierung als Kämpfer*innen für Gerechtigkeit zieht. Das die dt. Theaterlandschaft dabei grundsätzlich bedroht wird interessiert nicht, wenn man selber schon lange auf keiner anderen Bühne als derjenigen der Gewerkschaft steht.
NV Bühne: Bärendienst
Die Gewerkschaften überschätzen kolossal die Bedeutung der vom NV-Bühne profitierenden (nicht betroffenen!) Angestellten. Wir haben während Corona gesehen, dass die Theater signifikant mehr Einnahmen gemacht haben, als sie aufgrund des Lockdowns geschlossen waren. Als Druckmittel gegenüber den Geldgebern wirkt das mit Sicherheit nicht - im Gegenteil, man erweist der immer noch sehr besonderen und schützenswerten Förderungsstruktur von Theatern einen Bärendienst. Ein Großteil der Bevölkerung geht nicht ins Theater und interessiert sich nicht für das, was dort passiert (ist auch vollkommen in Ordnung), der politische Wind dreht, es wird von rechter Seite gegen Inszenierungen und Personen im Theaterbetrieb gehetzt, früher oder später wird der Kostenpunkt der Kunst im Haushalt eine Rolle spielen - und die beiden Gewerkschaften, allen voran die GDBA, ignorieren diese gesellschaftliche und politische Stimmung und gefährden damit die Existenz von tausenden Künstler*innen, statt sie zu schützen oder zu stärken. Mit Streiks werden wir im Theater nicht viel bewirken. Diese werden lediglich die Theaterbudgets voll- und die Streikkassen leerspülen und dann wird (wie schon während Corona) erneut klar: Theater wirtschaften am Besten, wenn sie geschlossen sind. Aber wir sind eben kein einfaches Wirtschaftsunternehmen, wir sind keine "kritische Infrastruktur", keine Krankenschwestern, Hebammen, Ärzt*innen, Zugführer*innen, Pilot*innen. Wir sind wichtig für die Kultur eines Landes, aber eben nicht "kritisch". Man sehe sich nur um in der Welt um uns herum.... Und auch bei uns wird die Luft dünner. Und den Gewerkschaften fällt nichts besseres ein, als diesen letzten Schutz auch noch zu gefährden. Ich bin so unglaublich verärgert ob der Blindheit und Selbstüberschätzung. Ich bin nicht gegen Reform. Nicht gegen Verbesserung. Aber die GDBA-Gefolg*innen, die meinen, es gebe keinen anderen Weg, haben die aktuelle gesellschaftliche Lage anscheinend nicht im Ansatz begriffen.
NV Bühne: Entlastung der Kommunen
Da für neue Verträge ab 1.1.25 der NV-Tarifvertrag nun nicht mehr gilt, entfallen sowohl die Mindestgage, als auch Tarifsteigerungen. Für die finanzierenden Kommunen ist das durchaus positiv, da sie ihre Zuwendungen (die häufig a den Tarifvertrag gekoppelt sind) reduzieren können und flexibler einsetzten können.
NV Bühne: Fake news?
Weder auf der Webseite der GdBA noch auf Facebook finde ich Informationen zu der angeblichen Kündigung durch die GdBA. Das kann ja eigentlich nicht sein. Stimmt es also überhaupt?

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Liebe Anne, hier ist die entsprechende Pressemitteilung der GbDA: https://www.gdba.de/wp-content/uploads/2024/07/20240701_PMKuendigungNVAussetzungGaeste.pdf
Herzliche Grüsse aus der Redaktion
NV Bühne: Streng genommen
Streng genommen profitieren nur Gewerkschaftsmitglieder vom Tarifvertrag. Nun weiß jeder, dass auch Nicht-Mitglieder das tarifliche Entgelt erhalten und die tariflichen Arbeitsbedingungen. Das hat nur einen Grund: Würden Arbeitgeber sie schlechter stellen, trieben sie die Nicht-Mitglieder in die Arme der Gewerkschaft. Und das wollen sie natürlich nicht. Außerdem weiß der Arbeitgeber in der Regel nicht wer in welcher Gewerkschaft ist oder nicht und darf das auch nicht erfragen. Theoretisch hätte jemand der kein Mitglied der Gewerkschaft ist, aber keinen Rechtsanspruch auf Leistungen aus dem Tarifvertrag...
NV Bühne: Komisch
Hm, eine Gewerkschaft möchte vlt. mehr Mitglieder um den Druck in Verhandlungen mit der Gegenseiten zu erhöhen. Komisch oder, daran hätte ich ja nie gedacht...
Am Schluss könnte das ja was für die Spielenden bringen. Oder hat schon?
Come on.
NV Bühne: Respektlos
Nachtkritik ist offensichtlich ein Forum der Intendantinnen & Intendanten geworden... so Arbeitgeberfreundlich sind viele Kommentare...

Ich wiederhole! Die ständige und übertrieben Kritik an der GBDA und Lisa Jopt empfinde ich als respektlos.
Allen Kritiker:innen sage ich, dass was ihr in Frau Jopt rein projiziert, das gehört zu 93 % zu euch selber.
93 - 7 Regel.. kann man (oder Frau) recherchieren, was das ist....

Und die Kritiker*innen sind offensichtlich unwissend, denn der BFFS wird konsequent nicht genannt. Er
ist ebenso mit im Spiel und vertritt über 4000 Schauspielende! Und bevor Lisa Jopt die GDBA übernommen hat, war er der einzige Verein und später dann erst eine Gewerkschaft, die Veränderung geschaffen hat! Und nicht nur das, die Namhaften Schauspielenden haben dankenswerterweise enormen Einfluss auf die Reformen genommen.

Hier einen Bühnenverein direkt oder indirekt zu verteidigen, der mit der Pseudo-Angstkeule-Geld um sich haut, zu verteidigen, erscheint mit schlicht deplatziert und ist für mich nicht nachvollziebar...
Er wird behauptet es geht nicht, bis zu dem Zeitpunkt an dem es doch geht!

Im übrigen ist der NV-Bühne nur für die Schauspielende gekündigt, denn die Gewerkrschaften vertreten nur die Schauspielenden - alle anderen Gewerke, die einen NV-Bühne haben, dürfen weitere unter den bestehenden Bedingungen arbeiten.

(VdO hat nicht gekündigt . das habe ich mich verlesen)
NV Bühne: Gilt für alle
#14. Pardon, aber das ist Unfug. Der Tarifvertrag gilt für alle der abgegrenzten Berufsgruppen, unabhängig davon, ob man in der Gewerkschaft ist, oder nicht.
NV Bühne: Frieden
Ich hoffe, der Bühnenverein und viel mehr noch die Intendant*innen sind so besonnen, ab Januar mit den Neubeschäftigten keine Verträge zu schließen, die sie schlechter (oder besser) stellen in Bezug auf Arbeitsbedingungen und Gehalt.
Ich fürchte, dass das den betrieblichen Frieden erheblich belasten könnte.
NV Bühne: Bezugnahmeklausel
@17: #14 hat total recht. Das ist allgemeines Tarifrecht. Der Tarifvertrag gilt direkt und unmittelbar nur für Gewerkschaftsmitglieder. Nichtmitglieder haben den Tarifvertrag nur, weil er über die Bezugnahmeklausel im individuellen Arbeitsvertrag in Wirkung gesetzt wird - u.a. aus den Gründen die #14 nennt.
NV Bühne: Unverständlich
#16 das verstehe ich nicht. Die GdBA hat doch den Tarifvertrag gekündigt, nicht der Bühnenverein. Damit hat sie sich die Möglichkeit genommen, an Veränderungen des NV mit dem Bühnenverein weiterzuarbeiten und ich weiß auch nicht wo der Bühnenverein mit der „Pseudo-Angst-Keule-Geld um sich haut“. Der Bühnenverein hat in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften im Gegenteil Veränderungen des NV (den die GdBA jetzt allerdings leider verlassen hat) beschlossen, die die Beschäftigten erheblich besser stellen.
Und auch das vom Bühnenverein vorgelegte Modell zur Arbeitszeiterfassung kann sich mE wirklich sehen lassen. Hätte mir nur gewünscht, das hätte die Gewerkschaft vorgelegt.
NV Bühne: Frech!
#16: Ich finde es frech, Intendant*innen-Nähe zu unterstellen, nur weil man eine andere Sicht auf die Lage hat. Könnte es vielleicht umgekehrt einfach sein, dass die Gewerkschaften hier kein gutes Bild abgeben? Und wiederum die Gewerkschaften sowie die Gewerkschaftsnahen (zu denen ich mich in der Vergangenheit auch zählte) die Fähigkeit des Kritisiertwerdens im aktionistischen Tunnelblick verloren haben? So scheint es, denn Verhältnismäßigkeit in Aktion und Argumentation sieht anders aus. Es tut mir fast weh, das zu sagen, aber da steht der Bühnenverein leider sehr sehr viel besser da.
NV Bühne: Nicht klug
Es ist über unfassbar viele Jahre extrem wenig beim NV Bühne passiert. Währenddessen haben andere Gewerkschaften wie Verdi oder die DOV kontinuierlich Verbesserungen erreicht. Manches dabei waren auch Übertreibungen, die jetzt Kunst verhindern. Für den Stillstand können aber die jetzt Verantwortlichen auf beiden Seiten nichts. Warum jetzt die Gewerkschaften den jetzt Verantwortlichen in Bühnenverein und in den Theaterleitungen dieses konfrontative Signal geben, obwohl sich - so nehme ich es wahr - alle Mühe für viele Veränderungen in kurzer Zeit geben, verstehe ich nicht. Es hat sich so lange angestaut, dass es jetzt emotional verständlich ist, aber in der Sache nicht klug.
NV Bühne: Blöde Front
"Intendant*innen-Nähe" ist auch deswegen eine blöde Front, weil es jetzt eine Menge Intendant*innen gibt, die hart und kontinuierlich daran mitarbeiten, Künstler*innen besser zu bezahlen und die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Für die Arbeitsbedingungen und die Bezahlungen der Zukunft werden die Feindbilder der Vergangenheit nicht helfen.
NV Bühne: Danke GDBA
Schon mal darüber nachgedacht warum Theaterschauspieler für ein mickriges Gehalt nur Jahresverträge bekommen und Intendanten für ein gutes Gehalt Fünfjahresverträge ?
Ich glaube sie haben besser verhandelt :-)...und damit fangen die Gewerkschaften nach Jahrelangem Stillstand jetzt endlich auch an.
Danke GDBA !!!!
NV Bühne: Googelt "Gewerkschaft Aufgaben"
Die GDBA verhält sich erstmals seit Jahrzehnten so, wie man es von einer Gewerkschaft erwarten darf. Leider haben in der Zwischenzeit überraschend viele das neoliberale und ausbeuterische Narrativ der Arbeitgeberseite übernommen, dass man als Theaterschaffender dankbar sein muss, überhaupt arbeiten zu dürfen. Wie gut es gelungen ist, die Frage nach dem "wie" dieser Arbeit als unmoralisch und/oder gefährlich zu framen, kann man hier in den Kommentaren lesen. Jopt macht einen ausgezeichneten Job. Bloß haben viele offenbar wenig Ahnung, was das bedeutet.
NV Bühne: Gegenteil
#24. eben nicht!!!! Gekündigt statt verhandelt. Das ist das Gegenteil
NV Bühne: Geändert hat sich wenig
Ich bin nur Orchestermusiker, muss hier doch mal einiges loswerden;
1. Danke an Lisa Jopt - sie macht den Job den gewisse alte weisse Männer schon vor 20 Jahren hätten machen sollen(ich kann das beurteilen, ich bin selber einer!)
2. Es hat in den letzten 20 Jahren (seit Ende des alten Bundesangestelltenvertrages) keinen wirklich
fundamentalen Fortschritt bei den Künstlerverträgen gegeben(auch im Bereich Orchester!).
Auch für den Bereich TV-öD und noch schlechter TV-L gibt es viel Kritik.
3. Basics des modernen Arbeitslebenslebens wie Vereinbarung von Familie und Beruf/flache Hierarchien/Mitsprache/Recht auf individuelle Freizeitwünsche/gelebter Gesundheitsschutz sind immer gern genommene Themen für Sonntagsreden der Entscheider,wirlich geändert hat sich leider wenig.
4. Die hier geäußerte Furcht vor Sparmassnahmen aufgrund der schlechten Wirtschaftslage ist für mich
nicht nachvollziebar -da hätte es dann in den wirtschaftlich guten Jahren 2010-2020 vom Bühnenverein
richtig tolle Angebote an dieKünstler geben müssen,
5.Über allem steht das Damoklesschwert des neuen Arbeitszeitgesetzes.Falls dieses im Herbst kommt,
müssen die Arbeitszeiten elektronisch dokumeniert werden.
Die spannende Frage wird dann die Definition von Arbeit und Zusammenhangstätigkeiten (häusliche Vorbereitung/ Gastspiele/Erreichbarkeit) sein- die Frage der elektronischen Dokumentation der häuslichen Vorbereitung wird dann ein echtes Highlight für die Tarifverhandlungen
NV Bühne: Selbst betroffen?
Mich würde mal interessieren ob die, die hier die GDBA massiv kritisieren auch betroffen sind vom NV Bühne… oder wieder nur von außen alles besser wissen.. oder wahrscheinlich von der „Ich habe Jahrzehnte unter dem NV Bühne gelebt und es hat doch funktioniert“ Rentner Fraktion.. bloß nix verändern..
NV Bühne: Selbst betroffen!
#28: ich bin von der "Kurz vor der Rente-Fraktion" und sicher keiner, der Veränderungen scheut, mein ganzes Berufsleben bestand und besteht aus Herausforderungen und Veränderungen.
Es hat sich ja auch schon viel bewegt durch die GDBA, aber was hier gerade geschehen ist, entzieht allen, die NV-Bühne haben, die Basis. Es ist nicht eine "Veränderung", ein ganz normaler Vorgang, nein, wenn man alle Aspekte beleuchtet, dann erkennt man, dass es ein Erdrutsch ist, den man nicht einfach stoppen kann. Vielleicht nicht jetzt, nicht heute, aber nach dem Erwachen aus der vermeintlichen "Aufbrucheuphorie".

Übrigens auch eine drohende Folge: wir suchen händeringend qualifizierte Fachkräfte, aber ich kann nun technisch-künstlerische Mitarbeiter nicht einmal mit den Vorteilen des NV (und die hat diese Vertragsform gegenüber TVÖD!) locken.

#16: in welcher Welt / Zeit lebst Du? Hier die bösen Intendanten = Arbeitgeber, da die guten, aber armen und ausgebeuteten Künstler? Ich habe Geschäftsführer und Intendanten erleben dürfen (und erlebe sie noch immer), die sich erfolgreich bemühen, mehr zu geben als das, was der Tarifvertrag hergibt, sowohl finanziell als auch im Hinblick auf Arbeitsorganisation.

Auch darf man nicht übersehen, dass hinter den Intendantinnen und Intendanten immer auch Kulturdezernenten und Kämmerer stehen, die diesen Vorgang genau beobachten und hier die Gelegenheit wahrnehmen könnten, die ohnehin schon leeren Kassen zu schonen.
Aber vielleicht ist der "böse" Bühnenverein ja gar nicht so böse und lässt mit sich reden. Aus meiner Erfahrung wäre das durchaus ein - dann positives - Szenarium, denn auch der Bühnenverein ist an gesunden Arbeitsverhältnissen in den Kulturbetrieben interessiert.
NV Bühne: @Bühnenmensch
Sind Sie am Ende gar selbst einer der netten, freundlichen und selbstlosen Intendanten/innen. (Ironie aus)
NV Bühne: Kurz gedacht
Ich bin kein Intendant, ein junger Schauspieler und vom NV Bühne seit ein paar Jahren "betroffen". Wobei ich nicht weiß, was dieses Verb soll - schützt er doch unseren Berufsstand und die Kunst, die wir machen, ungemein. Diese ständigen Vorwürfe, auf der "falschen" Seite zu stehen, wenn man eine andere Sicht auf diesen Vertrag hat als die Gewerkschaft, halte ich für extrem debattenschädigend. Aber das ist auch nur ein Symptom dessen, wie flach und kurz gedacht die Kritik am NV Bühne und den bösen Intendant*innen und diesem Unrechtskonglomerat Bühnenverein geäußert wird. Dieses Jammern auf hohem Niveau über die weltweit fast einzigartige Absicherung von Künstler*innen (woanders werden wir drum beneidet) - es ödet mich. Klar kann immer etwas besser gemacht werden. Aber die Mittel, mit denen das versucht wird und die Art, wie die Debatte geführt wird - es ist für mich nicht wirklich nachvollziehbar. Die GDBA hat viel erreicht - aber auch weniger, als sie immer behauptet (viele ihrer "Erfolge" wie zum Beispiel die Mindestgage waren lediglich Anpassungen an geltendes Recht. Rechtsdurchsetzung, ja, aber kein großer Verhandlungserfolg). Aber dieser Schritt ist so folgenreich, so risikobehaftet - da verspielen diese Gewerkschaften mein Vertrauen und offensichtlich auch das vieler anderer. Die Debatte lenken zu wollen, indem man uns vorwirft, Intendant*innen oder deren Jünger zu sein - das ist genauso billig wie der Rest dieser sinnbefreiten Kampagne und deren Rhetorik. Überrascht es? Nein.
NV Bühne: Unsolidarisch & unkünstlerisch
Die Forderungen der GDBA sind im Kern extrem unsolidarisch und unkünstlerisch, vor allem wenn es um das Ende der Befristung von Verträgen geht. Denn der NV-Bühne gilt ja nicht nur für Schauspieler*innen, sondern auch für die Dramaturgie, die Spartenleitungen etc.

Sollte die Forderung eines Verbots von Nichtverlängerungen bei Intendantenwechsel durchkommen, wäre das das Ende jedes Neustarts und eine Zementierung der Verhältnisse an den Häusern, quasi auf ewig. Neuen Intendant*innen wäre es verwehrt, die Dinge einmal anders zu probieren, sich auch nur mit einem eigenen Team zu bewerben. Generalintendat*innen müssten die Spartenleiter*innen und die Dramaturg*innen der Vorgänger*innen nebst aller Schauspieler*innen übernehmen. Wegweisende Intendanzen wie an der Volksbühne oder am Centraltheater Leipzig wären nicht mehr denkbar.

Gleichzeitig gäbe es auch sehr viel weniger Chancen für neue Kräfte, in die bestehenden Tanker hineinzukommen. Die bräsige Besitzstandswahrung wäre ein Selbstzweck der Gewerkschaftsmitglieder geworden.

Nein, liebe GDBA, Ihr habt einfach nicht verstanden, dass künstlerische Berufe mit gutem Grund nicht den gleichen Regeln folgen können wie ein Nine-to-Five Job. Dass nicht jeder bis zum Lebensende als Ballerina oder Schauspieler*in arbeiten kann habt Ihr dagegen selbst begriffen: Von den GDBA-Funktionären haben ja die meisten aus verschiedenen Gründen dem Beruf den Rücken gekehrt, auch mangels künstlerischem Erfolg, um eine andere Bühne zu betreten.
NV Bühne: Wie ein Kaugummi
@Junger Schauspieler

Vor was schützt Sie denn der NV-Bühne ?
Vor Planbarkeit ?
Vor freien Tagen ?
Vor Familie ?
Vor subjektiver Kündigung ?
Vor guter Bezahlung ?
Vor ständiger Erreichbarkeit ?
Vor zu hoher Belastung ?

Wirklich, keine Ahnung was Sie an diesem Vertrag toll finden.
Er ist dehnbar wie ein Kaugummi.
Mit einer guten Leitung kein Problem, aber wehe wenn...
NV Bühne: Abfindungen
Wo man dringend mal ran müsste: An die Abfindungen. Die sollte es erstens nicht nur dann geben wenn man 3 Monate arbeitslos ist und vor allem nicht nur bei Nichtverlängerung auf Grund von Intendantenwechsel. Ich glaub niemand will Nichtverlängerungen grundsätzlich abschaffen - so habe ich das auf jeden Fall nie verstanden. Ich glaub da geht es eher um das drum herum... einen Tarifvertrag zu kündigen ist jedenfalls nicht das Ende der Welt. Beide Seiten werden weiterhin Interesse haben einen neuen Vertrag zu erarbeiten
NV Bühne: Ensembles
@33. er schütz davor nicht immer wieder jedem Gastengagement hinterherzurennen, denn er ist die Grundlage für das Ensembletheater und das wiederum ist die Grundlage für das Repertoiretheater.
Ohne NV keine Ensembles, denn
kein verantwortlicher Theatergesellschafter wird zulassen, dass Künstler auf Lebenszeit engagiert werden.
Was soll zB das Ballett noch machen, wenn alle über 50 sind?
NV Bühne: Ensembles auch ohne NV
Die Behauptung, dass es ohne NV Bühne keine Ensembles geben könnte ist doch arg konstruiert. Die Ensemblestruktur ist viel älter als der NV Bühne. Zudem gibt es in Deutschland so unterschiedliche Tarifverträge für soviele verschiedenartige Arbeitsstrukturen, aber all diese Verträge beinhalten nicht eine so vollständige Rechtlosigkeit, ein so totales Ausgeliefertsein der Arbeitnehmer an die willkürlichen Anweisungen der Arbeitgeber. Das ist absolut einmalig. Und wenn man wie ich 20 Jahre in dieser Struktur versucht hat zu arbeiten, kennt man mittlerweile Dutzende Kollegen die dafür mit Burnout und Depression bezahlen. Die zum großen Teil daraufhin dem Theater den Rücken kehren. Die das tun weil sie diese Struktur anders buchstäblich nicht überleben würden. Ich kenne auch mehrere Kollegen die sich umgebracht haben, nicht nur wegen der Struktur, aber auch wegen ihr.
Das sollte, das muss endlich geändert werden. Jetzt!
NV Bühne: Tanzen
Wenn das der einzige Grund ist warum Sie ihn gut finden, dann kann er wirklich weg.

"Was soll zB das Ballett noch machen, wenn alle über 50 sind?"
Antwort : Tanzen
NV Bühne: Voll knorke
#37: Ihr Ernst? Ich würde Ihnen empfehlen, sich mal mit ein paar professionellen BallettänzerInnen zu unterhalten. Die finden die Vorstellung, dass sämtliche Ensemblejobs auf Lebenszeit bei den jetzigen Ensemblemitgliedern bleiben, bestimmt voll knorke. Und auch als KünstlerInnen, die ihre Kunst lieben und ihr Handwerk extrem ernst nehmen, werden sie sich über diese Regelung sicher extrem freuen. Weil professionelles Ballett natürlich auch problemlos von Ü50-Menschen getanzt werden kann. Klar. Wir müssen einfach nur unsere spiessigen Sehgewohnheiten ändern. Und dafür spiessiges Kunstbeamtentum ertragen.
NV Bühne: Gewaltige Macht
Die Macht zu haben, alle (!) NV Bühne Verträge ohne Grund (!) nicht zu verlängern, ist gewaltig.
Diese übergeben wir der designierten Intendanz.
Das darf man überdenken.
NV Bühne: Falschbehauptungen
Ich bin froh, dass auch an den Theatern endlich professionelle Tarifarbeit gemacht wird und erschrocken darüber, wie viele Falschbehauptungen hier teils unwidersprochen verbreitet werden.

#1 @David. Der NV Bühne, in dem fast keine Regelung für Gäste gilt, ist nicht notwendigerweise die Grundlage für einen Tarivertrag für Gäste. Ganz im Gegenteil: wenn man der PM der Gewerkschaften glaubt, war von beiden Seiten eine neuer eigenständiger Tarifvertrag geplant.

#3 @Bühnenmensch Aus der PM und den internen Infos der Gewerkschaften an uns Mitglieder kann man herauslesen, dass die Gewerkschaften noch vor dem Ende der Friedenspflicht den NV Bühne mit den dann verhandelten Verbesserungen wieder abschließen wollen. Dass das Ende der Friedenspflicht den Druck erhöht, ist in allen Branchen so und wird tut auch unserer guttun.

#12 @Gregor Der NV Bühne gilt weiterhin - mindestens für VdO-Mitglieder. Der Bühnenverien empfiehlt aber wie bisher die Anwendung für ALLE, auch für für Nicht-VdO-Mitglieder.
Wenn für die Theater Verträge ohne NV-Bühne attraktiv wären, hätten sie schon längst aus dem Bühnenverein austreten oder zumindest Nicht-Gewerkschaftsmitgliedern andere Veträge geben können. Haben sie aber nicht - aus gutem Grund: z.B. wäre die Kettenbefristung gefährdet.

#20 @ Daggi Nein, mit der Kündigung haben sich die Gewerkschaften nicht die Möglichkeit genommen, an Veränderungen des den NV Bühne mit dem Bühnenverein weiterzuarbeiten. Haben Sie Informationen, dass irgendwer von den Beteiligten nicht weiter verhandeln will?

Die Kündigung eines Tarifvertrags ist nicht das Ende sondern in den aller meisten Fällen erst der Anfang von Verhandlungen. Z.B. auf Wikipedia kann man dazu lesen: "Verhandlungen können jedoch erst beginnen, wenn der alte Tarifvertrag abgelaufen ist oder fristgerecht gekündigt wurde." (https://de.wikipedia.org/wiki/Tarifverhandlung). Ist also das Normalste von der Welt und nicht der Anfang vom Ende des NV Bühne.
Und wann hat der Bühnenverein Sein Arbeitszeitmodell noch gleich entwickelt und veröffentlicht? - Ach ja richtg, nachdem die Gewerkschaften ihm mitgeteilt haben, dass sie Kündigen :-D

#26 @Daggi Eben nicht: Kündigen UND verhandeln - und zwar endlich auf Augenhöhe. Woher nehmen Sie die Info, dass nicht verhandelt wird? Aus der PM der Gewerkschaften sicher nicht, vom Bühnenverein sicher auch nicht. I.d.R. fangen wie gesagt Verhandlungen erst nach der Kündigung überhaupt an.

#29 @Bühnenmensch Schon mal drüber nachgedacht, dass der Fachkräftemangel auch was damit zu tun haben könnte, dass die Arbeitsbedingungen im NV Bühne bisher zu unatraktiv und unsicher sind? Ich kenne Kollegen, die deswegen dem Theater den Rücken gekehrt haben. Wird Zeit, was gegen den Fachkräftemangel zu tun.

#32 @J.A. Können Sie mal die Quelle nennen, wonach die GDBA das Ende der Befristung von Verträgen fordert? Ich als Mitglied habe immer nur gehört und gelesen, dass man eine Reform des Nichtverlängerungsrechts will, die besseren Schutz vor Missbrauch bietet.
Auch die Forderung, Arbeitszeit auch nur annähernd wie einen Nine-to-Five-Job zu reglen, gibt es von den Gewerkschaften nicht.

#35 @Gregor Was ist denn das für ne Scheindebatte? Wer sagt, dass es keinen NV Bühne mehr geben soll und wer fordert Verträge auf Lebenszeit? Zumindest die Gewerkschaften nicht.

Ganz abgesehen davon führt es zu künstlerisch sehr spannenden und hochwertigen Ergebnissen, wenn man mal Tänzer nicht aussortiert, bevor ihre künstlerische Persönlichkeit reifen konnte. Schon mal Tanztheater Pina Bausch gesehen oder das Nederlands Dans Theater III, ein Ensemble, das ausschließlich aus älteren Tänzern bestand (gibt es leider nicht mehr). Aber wie gesagt: unbefristete Verträge werden ja gar nicht gefordert.

Wäre cool, wenn es möglich wär, das Thema kontrovers zu diskutieren, ohne mit Falschbehauptungen Stimmung zu machen? Kein Wunder, dass so viele Fake News derart polarisieren - schade!
NV Bühne: 9 to 5
Hallo Faktenfreund und viele andere,

komisch, dass Schauspieler*innen einen 9 to 5 Job wollen. Es gibt berufsbedingte Realitäten,die sind lange bekannt und haben auch schöne Seiten, aber die GDBA möchte alles in beamtenähnliche Zustände zwingen. Das macht keinen Spaß mehr. Wer Pina Bausch nennt, vergißt dabei sicher, daß dort mit Leidenschaft gearbeitet wurde. Ganz ehrlich: ich kenne einige Schauspieler*innen, eher freischaffende, die nur noch den Kopf schütteln. Die Theaterensemble sind dicht. Da kommt niemand mehr rein. Ein exklusiver Zirkel. Vor allem Schauspieler*innen Ü35. Die können jetzt die Branche wechseln, weil ein paar zufällig Auserwählte auf den Stellen hocken. Das alles findet statt. Und das hat sehr viel mit ensemble- netzwerk und gdba zu tun, weil jedes Mal so lange geschrien wird, bis die neuen Leitungen sich gar nichts mehr trauen und verlängern. So geht die Kunst kaputt. Sie geht auch kaputt, weil dieses Gebahren dermassen egozentrisch ist, dass scheinbar nicht mehr wahrgenommen wird, unter welchem Druck die Kultur, vor allem die Theater stehen. Merkt ihr eigentlich, dass das Publikum ausbleibt? Interessieren Euch noch künstlerische Auseinandersetzungen? Die Frage, wie werden die Häuser wieder voll und was trage ich als Künstler*in dazu bei? Aber wahrscheinlich sind das die falschen Fragen für Euch: Ihr nehmt Euch zunehmend als Beamte wahr. Traurig. Die Anfänge waren richtig. Inzwischen graust einem nur noch, bei all den Kämpfen, auch in der Öffentlichkeit ausgetragen- das alles schreckt die Menschen und ein potenzielles Publikum nur weiter ab, sich überhaupt noch für das Theater zu interessieren und hinzugehen. Ein einziges Umsichselbst- Gekreise. Und hier den Begriff "Fake News" ins Spiel zu bringen ist echt erbärmlich.
NV Bühne: Erfrischend
Liebe „katharina“,
wie wunderbar und erfrischend anders Ihr Kommentar! Trotz aller „Traurigkeit“. Herzlichen Dank dafür. Sie schreiben von „beamtenähnlichen Zuständen“. In der Tat, es wird immer mehr reguliert. Was wiederum mehr Verwaltung und weniger Kunst bedeutet. Nun werden auch noch verbindliche Wochenplanungen gewünscht. Das wird die Disposition, insbesondere in Mehr-Sparten-Häusern, in die Knie zwingen. Auch hier müsste dann personell aufgestockt werden. Kurzum: wir sind wahrscheinlich tatsächlich dabei, vieles verspielen.
NV Bühne: Übertreibung bringt Übertreibung
Meine Erfahrung ist: es gibt viele Regieteams und Choreograf*innen, die gut organisiert sind UND die gute Kunst machen, die es schaffen, eine Wochenvorschau für ihre Proben machen. Das ist für alle, auch das KBB weniger Arbeit, nicht mehr. Wenn dann jemand krank ist, muss umgeplant werden. Das verstehen dann auch die Meisten, wie in anderen Branchen. Aber es gibt auch noch viele Teams, die von Probe zu Probe mal schauen und am liebsten "Probe nach Ansage" auf den Plan schreiben lassen. Dabei nimmt sich jemand alle Freiheit auf Kosten aller anderen Mitwirkenden. Das geht 2024 einfach besser. Und es ist meistens nicht kreativ, sondern faul und chaotisch, weil jemand sich nicht die Mühe machen will, zu planen. Und genau wegen solcher Übertreibungen fordern dann die, die darunter leiden, verbindliche Wochenpläne. Die eine Übertreibung bringt die gegenteilige Übertreibung hervor.
Mir scheint, so geht hier ein Teil der Diskussion. Gemeinsam gute Kompromisse zu finden, ist auch eine zentrale Fähigkeit in einer freien Gesellschaft, in der Interessen ausgehandelt werden. Da hilft es meistens nicht, Fake-News zu schreien oder das Gegenüber persönlich anzugehen.
NV Bühne: Proben 2026
Wochenplan gibt es. Bekanntzugeben vier Wochen im Voraus. Da steht nur nicht drin: 4. Akt, 3. Szene, Monolog für Meier nächsten Freitag 1315 Uhr. Gibt's das noch irgendwo? Aber ich denke, dass nahezu jedes Theater einen Probenrhythmus hat, meist geteilte Proben, manchmal auch bevorzugt lange... Also ich kann zB jetzt sagen, dass es an "meinem" Theater am 3. Februar 2026 eine Bühnenprobe auf der zweiten Spielstätte geben wird 10 bis 14 Uhr, Arbeitslicht. (Zweitausendsechsundzwanzig, kein Schreibfehler). Es geht also bei der ganzen Diskussion der Vorplanung um den Wunsch der Ensembles, von ihrer Institution (Theater) geschützt zu werden vor planerischer Willkür der Regieteams, oder? Ja Leute, dann sprecht es auf der ersten Probe an! Wenn gewünscht wird, dass auf Augenhöhe kommuniziert werden möge muss man den Kopf heben! Und nicht das Gewerkschaftsbuch!
NV Bühne: Beamte
#41...dann sind Orchestermusiker, Opernchor für Sie Beamte und keine Künstler, weil sie geregelte Arbeitszeiten haben ?
Und diese Verträge sollten dann auch aufgelöst werden, damit endlich alle jungen Musiker in den Genuss kommen bei den Philharmonikern zu spielen ?
NV Bühne: Keine Ausreden mehr
Wenn neue Intendanten glauben, sie müssten aus Gründen der Kunstfreiheit immer ein neues Team mit-
bringen hätte ich folgenden Vorschlag:
Alle Künstler bekommen einen identisch langen Vertrag wie der Indendant der sie mitbringt;
wird der Vertrag des Intendanten von der Politik verlängert, verlängern sich der Verträge der NV-Bühne-
Beschäftigten automatisch. Dann gäbe es keine Ausreden mehr für irgendwelche Nichtverlängerungen.
NV Bühne: Randnotiz
Egal auf welche Seite man sich hier schlagen möchte, ich muss mal eines festhalten: Lisa Jopt ist eine total gute Schauspielerin, die ohne Probleme ein Engagement haben könnte. Es ist ihr Job als GDBA Vorsitzende, der das Festengagement nicht mehr zulässt. Ich selbst finde die Drastik, mit der die Gewerkschaft vorgeht teilweise auch krass. Aber jemandem der sich in den Dienst seiner Mitmenschen stellt, zu unterstellen, er täte das, weil er im Erstjob nicht performt hat - das ist einfach total unfair und geschmacklos. Und einfach nicht wahr, ich hab sie oft genug gesehen. Das wollte ich als Randnotiz mal loswerden.
NV Bühne: Arbeitgebermarkt
Mal eine andere Frage: Es wird von manchen Seiten ja immer wieder behauptet, das System Stadttheater sei mittlerweile komplett einer neoliberalen Marktlogik unterworfen. Wenn dem so wäre, würde das den Gewerkschaften nicht die Verhandlungsgrundlage entziehen? Denn im Gegensatz zu den technischen Gewerken oder den KBBs, wo händeringend Personal gesucht wird, herrscht im Schauspiel ja nicht gerade ein Arbeitnehmermarkt. Im Gegenteil: Jahr für Jahr spülen staatliche und private Schulen zigfach mehr Spielende in den Arbeitsmarkt, als neue Stellen an den Bühnen frei werden. Was wäre also das Interesse das angeblichen Turbokapitalisten namens Bühnenverein, überhaupt noch mit einem festen Ensemble zu arbeiten? Warum nicht für jede Produktion einen neuen Cast aus Gästen zusammenstellen, die willens sind, viel und schlecht bezahlt zu arbeiten? Wenn schon befristete Verträge, dann doch gleich richtig, oder nicht?
NV Bühne: Problematische Befristung
Thema Arbeitszeit wird lösbar sein, indem man eine maximale Wochenarbeitszeit inkl. Vertrauensarbeit vereinbart (wie ja schon vorgeschlagen) und dann einfach jede:r Darsteller:in davon ausgeht, immer bestellt zu werden. Die Tagesplanung wird in diesem Fall immer zu einer Reduzierung der Wochenarbeitszeit führen, niemals zu einer Überschreitung.
Problematischer ist die mindestens 15 Jahre andauernde Befristung. Wurde die eigentlich jemals juristisch genau geprüft? Sie bringt unbestreitbar extreme Nachteile mit sich z. B. wenn man einen Bankkredit aufnehmen möchte. Ein Eigenheim zu erwerben ist für viele NV-Bühne-Angestellte schlicht unmöglich. (Und ich warte schon auf die Kommentare, dass wer im Theaterbetrieb arbeitet doch von vornherein damit rechnen sollte alle 5 Jahre umziehen zu müssen und am besten sein Mindset auf "Nomade" einstellt.) Ich glaube nicht, dass eine Entfristung nach 1-2 Jahren zu "Kulturbeamtentum" führt. Viele Menschen, besonders junge, wollen sich von Zeit zu Zeit neu aufstellen und Lebensläufe verlaufen nicht mehr so geradlinig wie früher. Und viele Menschen möchten Wurzeln schlagen, ein soziales Netzwerk neben dem Job aufbauen und ein Zuhause für die Familie haben. Steile These: Wenn ein:e neue:r Intendant:in wirklich darauf angewiesen ist, das Ensemble auszutauschen, um gute Arbeit zu leisten, ist er/sie vielleicht einfach nicht so gut.
NV Bühne: Probe nach Ansage
"Meine Erfahrung ist: es gibt viele Regieteams und Choreograf*innen, die gut organisiert sind UND die gute Kunst machen, die es schaffen, eine Wochenvorschau für ihre Proben machen. Das ist für alle, auch das KBB weniger Arbeit, nicht mehr. Wenn dann jemand krank ist, muss umgeplant werden. Das verstehen dann auch die Meisten, wie in anderen Branchen. Aber es gibt auch noch viele Teams, die von Probe zu Probe mal schauen und am liebsten "Probe nach Ansage" auf den Plan schreiben lassen. Dabei nimmt sich jemand alle Freiheit auf Kosten aller anderen Mitwirkenden. Das geht 2024 einfach besser. Und es ist meistens nicht kreativ, sondern faul und chaotisch, weil jemand sich nicht die Mühe machen will, zu planen. Und genau wegen solcher Übertreibungen fordern dann die, die darunter leiden, verbindliche Wochenpläne. Die eine Übertreibung bringt die gegenteilige Übertreibung hervor."

(Kommentar #43)

Ich habe ehrlich gesagt die Problematik mit der "Probe nach Ansage" nie recht verstanden. Wenn ich Teil einer Produktion bin, gehe ich immer davon aus, dass ich jeden Tag Probe habe - außer eben, die nächste Probe wird mir kurzfristig abgesagt und ich habe spontan frei (bzw. lernfrei)? Wenn man es so herum betrachtet, ist das doch okay?
UNTER FOLGENDER BEDINGUNG:
1) Produktionen versuchen, z.B. Bitten von Eltern nach lange Proben (statt Morgens- und Abendprobe) möglich zu machen.
2) Es gibt einen halben Tag z.B. pro Woche, an dem man* auf jeden Fall frei hat (z.B. planbare Arzttermine zu vereinbaren). Bei einigen Häusern ist das bereits so, z.B. der Montag Vormittag. Wenn das geregelt ist, kann man die Probezeiten dementsprechend nach hinten verlängern von Anfang an.

P.S:
Generell: Unterstellungen, dass Lisa Jopt (oder andere Gewerkschaftsvertreter*innen) deswegen diese Gewerkschafts-Posten suchen und halten, weil ihre Fähigkeiten für eine Beschäftigung im ursprünglichen Beruf gar nicht ausreichen, sind einfach nur ärgerlich und ermüdend - und ein ziemlich typischer Versuch, Menschen zu verunsichern / gegeneinander aufzuhetzen. Das passiert(e) in vielen Branchen, seit vielen Jahrhunderten (siehe z.B. "Öl!" von Upton Sinclair).
NV Bühne: Problem
Ein Problem halt wenn man nie vorher erfährt, wann denn der freie Tage sein wird (das ist leider vielerorts so) und wenn man eben nicht, u.U. auf Grund befristeter Verträge, nicht mit seiner/m Partner/in oder Familie gemeinsam in einer Stadt lebt.
NV Bühne: Schwierige Problematik
an #51

Ich glaube total an einen festgelegten freien zB. Vormittag für alle - für Arzttermine usw. - der einfach in die gesamte Probezeit schon eingepreist wird. Wenn das z.B. vier freie Montagvormittage im Monate wären, ist die Premiere eben 4 Proben = ca 2 Tage später - von Anfang an so geplant.

Jenseits davon finde ich in einer laufenden Probezeit es für mich persönlich völlig okay, davon auszugehen, dass ich jeden Tag arbeiten muss. Ich plane also in dieser Zeit keine Abwesenheiten ein (außer via Urlaubscheine.) Und wenn dann kurzfristig die Ansage kommt, dass ich morgen nicht dabei sein muss, freue ich mich.

Ich verstehe Ihren Hinweis auf Problematik eines Theaterlebens in einer anderen Stadt, als es die Familie tut. Ich bin mir aber nicht sicher, ob der Arbeitgeber in der (moralischen oder rechtlichen) Verantwortung stehen sollte, diese Problematik zu lösen? Auch wenn das natürlich sehr hilfreich wäre...
NV Bühne: 9 to 5 – Quelle?
#41 @katharina
Sie halten die Verwendung des Begriffs "Fake News" für erbärmlich. Ok, ich verwende gerne einen angemesseneren. Wie würden Sie es denn nennen, wenn hier mit falschen Tatsachenbehauptungen (nicht Meinungen!) Stimmung gemacht wird?

A propos: Aus welcher Quelle nehmen Sie die Behauptung, dass die GDBA für Schauspieler*innen eine 9 to 5 Job will?
Mir als Mitglied ist eine solche Forderung nicht bekannt. Es wurden mehrfach in Mitgliedermeetings Arbeitszeitmodelle vorgestellt Von "beamtenähnlichen Zuständen" war da nie die Rede, vielmehr von sehr Flexibilität, die aber nicht so weit gehen sollte, dass Spieler*innen dauerhaft überlastet sind und kein Privat- und Familienleben mehr möglich ist. Über das richtige Maß kann man streiten, ist aber anstrengender als gegen Forderungen zu polemisieren, die niemand aufgestellt hat.

By the way: Ich würde nie die schöne Seiten des Berufs infrage stellt. Dafür liebe ich die Arbeit am Theater zu sehr.
NV Bühne: Nicht aus den Wolken fallen
@#52 Ein halber Vormittag als geregelte freie Zeit in der Woche ?
In anderen Branchen versucht man gerade die 4 Tagewoche aufgrund ihrer Produktivität vielversprechend zu testen und Sie propagieren einen halben freien Tag pro Woche ?
Sie lieben ihren Beruf sehr und möchten am liebsten gar nichts anderes machen ? Am liebsten sich noch am Nachmittag treffen und ein freiwilliges Liederprogramm einstudieren, weil es so viel Spaß macht ?
Bitte, gerne, aber es gibt auch Menschen die möchten 2 Tage in der Woche planbar !!!! frei haben (weil auch die Wochenenden meistens mit Vorstellungen belegt sind) und nicht nur einen halben Tag. Und bitte fallen sie jetzt nicht aus den Wolken, das ist kein Wunsch eines Beamten, sondern der eines Künstlers.
NV Bühne: Theaterfolklore
Der NV Bühne Vertrag ist 100 Jahre alt und sollte doch in einigen Punkten reformiert werden, da er nicht mehr zeitgemäß ist. Es geht darum, Bedingungen zu schaffen, unter denen seriös Kunst gemacht werden kann. Theater wird nicht besser, wenn die Künstler sich nicht regenerieren können oder die Exsistens der Gäste am Theater bedroht ist, da sie bei Vorstellungsausfall nicht entlohnt werden usw.
Die GDBA will die Arbeitsbedingungen verbessern, wo ist das Problem? Der Bühnenverein war überhaupt nicht im Zugzwang und hat die Verhandlungen hinausgezögert. Die Kündigung des Vertrags war nötig, damit der Bühnenverein endlich ernsthaft in die Verhandlung tritt.
Wir stehen auf der Bühne und prangern in unseren Stücken Missstände in der Gesellschaft an und lassen danach mit uns teilweise unmöglich umgehen… Theaterfolklore,dass Theater nicht funktioniert, wenn es einen freien Tag und Ruhezeiten gibt…Ganz im Gegenteil. Ausgeruhte, gut vorbereitete Spieler*innen, die auch noch die reale Welt wahrnehmen,sind wesentlich kreativer.
NV Bühne: Info
@ 55 Das verstehe ich nicht. Es gibt doch bereits 1 1/2 freie Tage die Woche und Ruhezeiten sowieso.
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