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Venedig: Löwen für Elizabeth LeCompte und Ursina Lardi
Elizabeth LeCompte / Ursina Lardi © Yudam Hyung Seok Jeon / Debora Mittelstaedt, Schaubühne
28. Januar 2025. Elizabeth LeCompte, Gründerin und Direktorin der Wooster Group, erhält für ihr Lebenswerk den Goldenen Löwen beim diesjährigen 53. Festival Internazionale del Teatro der Venedig-Biennale. Der Silberne Löwe geht an die Schweizer Schauspielerin Ursina Lardi. Das hat das Festival heute bekannt gegeben. Die Entscheidung wurde vom Verwaltungsrat der Biennale di Venezia auf Vorschlag von Willem Dafoe, Direktor der Theaterabteilung, getroffen.
Elizabeth LeCompte, 1944 in New Jersey geboren, ist Mitbegründerin der Wooster Group, die sie seit der Entstehung Mitte der Siebzigerjahre auch leitet. "Unter Einbeziehung der Codes aus Musik, Malerei, Tanz und Medien komponierte Elizabeth LeCompte Werke, die von Publikum und Kritikern weltweit bejubelt und oft heftig diskutiert wurden, die aber im Laufe der Jahrzehnte immer mehr zu einem Bezugspunkt für das Avantgarde-Theater werden sollten. Seit den 70er und 80er Jahren hat Elizabeth LeCompte das Theaterschaffen beeinflusst und es für die politische und kulturelle Debatte geöffnet (....) Dies ist eine persönliche, individuelle und zugleich kollektive Geschichte“, so Dafoe unter anderem in seiner Begründung (er gehörte lange zur Wooster Group und war mit LeCompte auch privat liiert). In den vergangenen Jahren ging der Goldene Löwe für das Lebenswerk unter anderem an Christiane Jatahy (2022), Armando Punzo (2023), Back to Back Theatre (2024).
Radikalität und ihr Einfühlungsvermögen
Die Schauspielerin Ursina Lardi, Jahrgang 1970, erhalte den Silbernen Löwen für ihre Radikalität und ihr Einfühlungsvermögen. "Sie ist eine Schauspielerin von gleichbleibend intensiver Tiefe, die bereit ist, Risiken einzugehen und sich auf Regieansätze einzulassen, die auf unterschiedlichen Perspektiven beruhen", so die Begründung, "und die ihr eigenes schauspielerisches Schaffen zunehmend als Autorin definiert. In allen Figuren, die sie gespielt hat – von der Lulu von Wedekind bis zur Salomé von Einar Schleef, von der Maria Braun von Fassbinder bis zur Ljuba in Tschechows Kirschgarten und vielen anderen – hat Ursina Lardi die unendliche Anmut und die schmerzliche Einsicht gehabt, jeder Zeile, jeder Nuance der klassischen und zeitgenössischen Texte große Menschlichkeit zu verleihen." Im vergangenen Jahr ging der Preis an Gob Squad.
Die Preise werden am 1. Juni bzw. 14. Juni bei der Theater Biennale Venedig verliehen. Lardi spielt beim Festival in Milo Raus "Die Seherin".
(La Biennale di Venezia / sik)
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