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ZpS-Bus stört Weidel-Interview
21. Juli 2025. Mehrere Demonstrant*innen und Aktivist*innen haben am gestrigen Sonntag das "Sommerinterview" der ARD mit AfD-Chefin Alice Weidel gestört. Davon berichten heute diverse Medien, darunter der Tagesspiegel.
Das Interview im Berliner Regierungsviertel sei von "Trillerpfeifen, Hupen und Anti-AfD-Slogans vom anderen Spreeufer begleitet" worden. Darunter sei auch ein vom Aktivist*innen-Kollektiv Zentrum für politische Schönheit (Zps) betriebener Bus gewesen, der über "extrastarke Lautsprecher" Musik in Endlosschleife abgespielt habe. Bei dem Bus, der den Namen "Adenauer SRP+" trägt, handelt es sich um einen umgebauten ehemaligen Gefangenentransporter, mit dem das ZpS nach eigener Aussage die "Zerstörung" des Wahlkampfes der AfD verfolgen will.
Die AfD-Chefin und Moderator Markus Preiß hätten sich angesichts des Lärms "teilweise kaum verstehen" können. Die Polizei habe die "nicht angemeldete Aktion" schließlich beendet, heißt es.
Alice Weidel selbst kritisierte den Vorgang als Angriff auf die Presse- und Informationsfreiheit. Teile der AfD fordern nun eine Wiederholung des Interviews.
(Der Tagesspiegel / jeb)
- Über die Arbeiten des Zentrums für politische Schönheiten finden Sie mehr in unserem Lexikonartikel.
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Ich höre immer "inhaltliche Auseinandersetzung". Auf dem hohen Niveau des ARD-Sommerplauschs? Ein Bestverdienenender entschuldigt sich bei einer noch mehr besser Verdienenden für den unseriösen Krach? Oder weil AfD-Leute so gern auf Augenhöhe und im Zweifel bereit zu Einsichten sich unterhalten?? - Ich zitiere (ich weiß, Vergleiche hinken) aus dem Brief einer kommunistsichen Jugendgruppe aus dem Berliner Norden, geschrieben Ende 1931 ans ZK, nachdem Ernst Thälmann die Losung "Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft!" als "individuellen Terror" und somit Kommunisten-unwürdig bezeichnet und quasi verboten hatte. Sie schrieben: »Wir pfeifen was darauf, wenn wir von SA-Leuten ermordet werden und am Tage unserer Beisetzung ein kleiner Teil der Proleten einen halbstündigen Proteststreik durchführt, worüber sich die SA amüsiert, dass sie so billig dabei wegkommt.« - Tucholsky machte sein Lied "Küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft". - Spätestens ab 30. Januar 1933 wurde dann zurückgeküsst. -
Aber legt euch gern ins Bett mit ihnen!
Und zur Auseinandersetzung - wie immer verbleibt, dass AW so gut wie keine Frage wirklich beantwortet hat. Die Auseinandersetzung konnte man sich in den anschließenden Beiträgen der ARD und beim Fakten-Check geben.
Wie soll den ziviler Widerstand gegen diese Partei aussehen, wenn etwas in dieser Art nicht mehr geschehen kann, während - mal wieder - die öffentlich rechtlichen eine Plattform für diese Aussagen bieten. Und Alice Weidel sich eine Einordnung des Journalisten verbittet?!
Ich bin wahrlich nicht immer ZPS Fan, aber in diesem Fall Chapeau!
Auch ich werde dem ZpS spenden.
Die Aktion ist einerseits so bescheuert, andererseits infantil-dumm durchschaubar gewesen.
Noch peinlicher und unintelligenter ist nur noch das Podcast-Interview mit Herrn Ronzheimer inkl. Stauffenberg-Vergleich, Geschichtsverzerrungen und unehrliche Verschleierung der Vorgehensweise über ARD und Polizei. Letzteres macht das Ganze auch noch zum Teil unauthentisch.
Der Vergleich zu Stauffenberg und das stolze Sinnieren über die Ausstattung von diesem Bus: Man fragt sich wirklich, ob Herr Ruch etwas den Bezug zur Realität und Geschichte verloren hat.
Herr Ruch hat auch gerne moralisch hochgejazzt, emotional tragend darüber gesprochen, wie das Wählerpotenzial in Zahlen von der AFD war, als er zur Schule ging und wie es danach stieg: Tja, finde den Denkfehler in der eigenen Ineffizienz und Selbstgerechtigkeit?! Manche lernen das in der Schule. Und ehrliche Selbstreflexion.
Früher waren wir und Linke und Grüne cool und sehr smart mit Aktionen und Demos. Und auch wortstark. Nicht nur lautstark. Und man hatte es nicht nötig, was als Erfolg zu "vermarkten", was keiner war. Schreihals-Auftreten á la Goebbels-Beschallungstaktik ist sicherlich nicht die einzig gute und vor allem nicht die einzig richtige Option als Aktion. Auch wenn das ZPS es so darstellen möchte.
Gar kein Problem, darin zu sehen, dass es auch ARD und Polizei wie inkompetente Idioten dastehen lässt, spricht auch für sich. Sowie, dass das alles auch eine nicht ganz ungefährliche Präzedenz schaffen kann, wo wie Fahrzeuge einfach so (durch)fahren oder stehen/blockieren können ohne Genehmigung, ohne dass mal wer wieder Sicherheit schafft.
Das ist Ignoranz, Egozentrik und Egoismus in ihrer Reinform: In der Logik "machen, leben auf Kosten anderer immer und überall". Es ist nicht eine "Verschönerung", wie Herr Ruch behauptet. Eher eine Imagekampagne, eine PR-Aktion um wieder von sich reden zu hören und Spenden anzukurbeln.
(@ Redaktion: Vielleicht bin ich hier und da überspitzt in den Formulierungen. Aber vielleicht auch nachvollziehbarer Weise bei dem Thema. Es wurde auch einiges rausgehauen, sowohl als Aktion, als auch in Worten. Und gerade die Künstlerbranche könnte sich auch mal deutlicher und noch offener positionieren, welche Form von Diskurs, Aktionskunst intelligent, effizient, konstruktiv und gut gemacht ist. Und welche nicht. BG.)
Es heißt in der Berliner Morgenpost heute (Daniel Weidmann) „Trotz der Distanz dröhnt ein vulgär umgetextetes Chorlied eines Augsburger Chors durch das Regierungsviertel“.
Für mich ist das ein spannendes Detail: Um welches Lied handelt es sich ursprünglich ? Wurde es eigens für diese Aktion umgeschrieben ? Von wem ? Erhalten wir hier das Libretto ? Welcher Augsburger Chor ist hier gemeint ? Wie verträgt sich das mit der Aussage, man habe nur das Autoradio zu laut auch aufgedreht ? Lief das über einen „Piratensender“ ?? Ich glaube, als „Fachjournalist“ wäre ich zunächst neugierig bis stur bei „meinen hauseigenen Fragen“, mag ja auch sein, daß diese Aktion das sein wird, was wir daraus machen, reifen oder nachreifen kann.
Danke.
Handelt bitte weiter, während wir klug diskutieren und letztlich meistens doch nur die Daumen in den Hosentaschen drücken.
André Müller:
In der Öffentlichkeit haben Sie sich zum Thema Waldheim bisher zurückgehalten.
Peymann: Ja, weil es ihm doch nur nützen würde, von einem, der politisch links steht, beschimpft zu werden. Aber in der Arbeit bin ich auf das Thema schon eingegangen.
So ungefähr, wie sie es vorschlagen, springt die AFD mit der Linken um, die sie ebenfalls, weil sie einen Systemwechsel anstreben, für verfassungsfeindlich halten. Patt. Natürlich kann man das alles so machen. Bringt nur nichts. Im Gegenteil. - Solange, wie die AFD offiziell nur als Verdachtsfall eingestuft wird, muss man sie wie eine demokratische Partei behandeln. Das sind die Spielregeln. Hier stehen sich Gruppen gegenüber, die eines gemeinsam haben: Sie pfeifen auf Regeln. Auch das kann man so machen. Man darf dann nur nicht erwarten ernst genommen zu werden. Und noch weniger darf man auf Erfolg hoffen, denn das Parlament ist kein Theater, sondern ein Ort mit Vorschriften und Regeln. Nur wer die einhält, wird erfolgreich gegen die AFD kandidieren können. Das wird ein schwieriger Weg. Lautstärke hilft da gar nicht. Eher sehr stark verfeinerte Mittel. Ein vorsätzlich leiser Ton, der absolut auf Sieg setzt und sich durch Argumente und Fakten durchsetzen kann. Gegen Dummheit hilft nur eine raffinierte und fein dosierte Intelligenz.
Auch Sarkasmus hilft da nicht weiter. Zu dem kann Weidel das besser. Das Ding wird nicht auf der Straße ausgefochten, sondern im Parlament und vor Gericht. Wollen Sie zum Verfassungsgericht dann auch so einen Bus schicken? Davon lassen sich die Richterinnen und Richter bestimmt nicht beeindrucken. Dort zählen Fakten und Argumente. Wer die Opposition in einem Land verbieten will, muss starke Nerven haben. Ich sehe da übrigens kaum Chancen, sonst wäre die Partei längst verboten. Was geschieht, ist, der Kessel wird am Kochen gehalten und die Temperatur bestimmen die Rechten und nicht die Linke.
Liebe Grüße
von
Madame Baucks
Außerdem möchte ich noch hinzufügen: Wenn es diese Aktion nicht gegeben hätte, würden wir im Sommerloch nicht über die AFD debattieren. Dann wäre es nur ein weiteres dämliches Interview gewesen und sonst nichts. Jetzt ist es das große Ding. Was für eine gelungene Aufwertung von Nichts.
Wir diskutieren über den Protest gegen rechts, nicht über rechts - leider.
Weidel und Sarkasmus? Aha.
Die mit ihren Reden über "Remigration" usw. über Leichen gehende AfD-Politikerin erscheint so plötzlich als seriöses Opfer von 'Cancel Culture', was ihr Sympathien beim Stahlhelm-Flügel der CDU eintragen dürfte.
Und spannend wäre es auch, nicht nur die (social) mediale Oberflächen von Empörung zu echoen, sondern die Wirkung der Interventionen offen und jenseits des eigenen Geschmacks zu befragen. In kleinstädtischen Provinzen - z.B. da wo CSDs schwer bedroht werden und sich Stadträte dem Gespräch mit den CSD-Organisator:innen verweigern, lässt man sich von solchen Ideen inspirieren, and der Trinity University in Dublin wird das ZpS als Theatre of Resisdance analysiert (sobald was veröffentlicht wird, kann ich gerne verlinken) und meine durch und durch ländliche Verwandtschaft streitet darüber, ist aber durchaus nicht nur dagegen und vorbei geht die Debatte schon gar nicht. Die sind ja per social Media, TV, Zeitung etc. auch informiert. Es geht auch hier um Debattenkultur, jenseits von Geschmacksfragen und Belehrungen. Mehr Fragen wagen, quasi. Und sonst natürlich immer um politische Position und Haltung - gern auch im eigenen Tun.
(von woher wohl ...?). Bitte, werte # 26, nehmen Sie doch einmal für einen kurzen Moment die Mitkommentierenden und sich selbst hier ernst: Rezipieren wir das hier nur als Lärm ??
Mitnichten, es gibt Stimmen in Richtung „politischer Fehler“ bishin zu solchen des Beifalls. Sehen wir das einmal als Pole eines Spektrums, so gilt selbst für diese Pole der Bubblevorwurf wohl kaum: Also, wieso sollten wir uns hier insgesamt runtermachen und marginalisieren ?
Da liegt kein Segen drauf ! Geht die pragmatische Diskussion nicht in the long run ungefähr so, daß wir hier weitestgehend erkennen, daß wir ein Ungenügen an Aktionen wie der des ZpS
empfinden, auch aus schon genannten Gründen heraus sogar für problematisch erachten, allerdings nicht minder, daß hier „schlecht beginnen“ vielleicht allemal besser ist als garnicht zu beginnen ? Werden wir bei der Aufarbeitung der gesellschaftspolitischen Umstände einer solchen Aktion zu sonderlich anderen Ergebnissen kommen als kürzlich die ZEIT, welche konstatierte, daß die interessanteren politiktaktischen Debatten mittlerweile auf der Rechten geführt werden (wohlgemerkt::die ZEIT !!!) und somit, ich stimme Herrn Baucks hier durchaus zu (schrieb desletzt ähnlich), auch die Aussichten auf beispielsweise das Gelingen etwaiger Verbotsverfahren berührt ? Aber, warum im „Sommerloch“ nicht proben für kommende Spielzeiten ? Wenn die Aktion tatsächlich die AFD thematisiert, statt uns allgemein in die Ferien zu entlassen, muß das kein Schaden sein, oder ? Es ist bis tief in die Gazetten recht große Verwirrung; ich denke, die Aufklärung noch der kleinsten Stilblüte hilft, hilft beim Trainieren.
Ich las zum Beispiel im Zusammenhang mit der Aktion, sie sei eine Gegendemonstration gewesen. Ulkig oder ?, das Sommerinterview als Demonstration zu verstehen, so grundfalsch es auch ist, öffnet das nicht auch die Augen ?? Als die AFD noch keinen Sommerinterviewstatus hatte, wäre sie kaum auf die Idee gekommen, es als Musterveranstaltung der Demokratie zu sehen; plötzlich ist sie empört im besten Roland Koch-Gedächtnisstil ! Die AFD lebt von unseren schlechten und beharrlichen Gewohnheiten; das Sommerinterview mag zu diesen zu rechnen sein (warum nicht)..
Ich glaube, dass ein Anfang wäre, dass man mal wirklich öffentlich die eigene Ratlosigkeit demonstrierte: Warum nur glauben Leute wieder, dass man möglichst viele Menschen ins Elend stoßen, vertreiben oder gleich umbringen muss, damit wir gut leben können? Warum also ist der Faschismus plötzlich wieder da? (Stimmt das überhaupt? War er je weg? Müssen wir mit Heiner Müller über den eigenen Wunsch nach faschistischen Lösungen nachdenken?)
Und dann müsste man vielleicht mit so einer Aktion auch umsetzbare Maßnahmen propagieren, im Teach in, in Pressekonferenzen, auf der Straße, wo auch immer: Warum muss öffentlich-rechtliches Fernsehen dem Rechtsextremismus überhaupt ein Forum geben? Warum wird die Partei aus Staatsgeldern für ihren Kampf gegen diesen Staat bezahlt? Warum lässt man ihre Anhänger bei Polizei, Bundeswehr und in Schulen und öffentlichen Verwaltungen? Sie hat unserer Gesellschaft einen Kampf um kulturelle Hegemonie erklärt. Warum wehrt sich diese Gesellschaft nicht überall und täglich?
Dass kein falscher Optimismus aufkommt: Ich stelle mir solche Fragen schon lang, nicht erst wegen der Aktion.
Benjamin Walther - das war doch keine Aktion gegen die AFD sondern gegen die Kumpanei der ÖRR mit den Faschisten. Ruch hat es ja auch so eingeordnet: als paradoxes Bild, indem der Interviewer die Interviewte nicht versteht und beide dennoch weiter reden.
Wir müssen die Bilder der Welt verändern, um die Welt zu verändern. Sagte? Christoph Schlingensief. Wenn der jetzt von „Hitze“ liest, springt er glatt in Dantes 9. Höllenkreis, wo es friert.
Martin Baucks, sie hatten sicherlich zu Schlingensiefs Lebzeiten, auch keinen Humor.
Kommt doch selber mal ins Machen statt ins Ewige-Lamentieren. Dekadent, satt, humorbefreit.
Hört auf damit und zeigt Euch solidarisch sobald jemand - vor allem zur besten Sendezeit - etwas unternimmt. Das ZpS ist auf Eurer Seite! Es ist auf der Seite der Kulturschaffenden und kämpft für sie und die Freiheit unserer aller kreativen Köpfe!
PS. Und freut Euch bitte einfach als Theater- und Fernsehpublikum, denn es war doch höchst unterhaltsam. Nachmachen!
„Auch wenn die AfD Kampagnen nach US-Vorbild macht, sollten die anderen Parteien nicht in ihre Falle tappen. Ob eine Kampagne am Ende Erfolg hat, hängt nicht nur von ihren Machern ab, sondern von denjenigen, die sich beeinflussen lassen.“ (Zitat aus dem Freitag)
Genau das geschieht hier. Sie lassen sich von der Strategie des Kulturkampfes der AFD gegen einander aufhetzen. In dem entsprechenden Strategie Papier der AFD geht es darum die Linke gegen die AFD aufzuhetzen, auf die Solidarität der SPD und der Grünen mit der Linken zu setzen, um die Mitte zu zermürben und zu zersetzen, damit ein Machtverlust und ein Machtvakuum entsteht, in das die AFD dann vordringen möchte. Diese Strategie ging bei der Wahl der RichterInnen zum Verfassungsgericht auf und sie funktioniert ebenso hier. Es ist mir eigentlich ziemlich egal, was Schlingensief in seinem Grab macht. Ich möchte mich einfach nicht von dem Strategiespiel der Rechten lenken und leiten lassen. Dies geschieht hier, sehr zur Freude von Weidel, die sich geradezu amüsiert hat während des Interviews. Ihre Strategie ging auf und sie hat sich zur Protagonistin des ZPS gemacht. Das muss man erkennen. Ich möchte nicht zur Spielfigur der Rechten werden, in dem ich ihre Rollenzuweisung annehme und zu einem Krawall Troll verkomme. Das ZPF macht sich hier zum Mitspieler einer perfiden Strategie, die tatsächlich aufgeht.
Mittel dagegen gibt es. Eine eigene Strategie. Die kann nur inhaltlich sein und muss aufzeigen, wie man diese Inhalte an der Strategie der Rechten vorbeiführen und zum Erfolg führen kann. Bisher gestaltet die Rechte diesen Kulturkampf. Das muss beendet werden.