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ZpS-Bus stört Weidel-Interview

21. Juli 2025. Mehrere Demonstrant*innen und Aktivist*innen haben am gestrigen Sonntag das "Sommerinterview" der ARD mit AfD-Chefin Alice Weidel gestört. Davon berichten heute diverse Medien, darunter der Tagesspiegel

Das Interview im Berliner Regierungsviertel sei von "Trillerpfeifen, Hupen und Anti-AfD-Slogans vom anderen Spreeufer begleitet" worden. Darunter sei auch ein vom Aktivist*innen-Kollektiv Zentrum für politische Schönheit (Zps) betriebener Bus gewesen, der über "extrastarke Lautsprecher" Musik in Endlosschleife abgespielt habe. Bei dem Bus, der den Namen "Adenauer SRP+" trägt, handelt es sich um einen umgebauten ehemaligen Gefangenentransporter, mit dem das ZpS nach eigener Aussage die "Zerstörung" des Wahlkampfes der AfD verfolgen will.

Die AfD-Chefin und Moderator Markus Preiß hätten sich angesichts des Lärms "teilweise kaum verstehen" können. Die Polizei habe die "nicht angemeldete Aktion" schließlich beendet, heißt es.

Alice Weidel selbst kritisierte den Vorgang als Angriff auf die Presse- und Informationsfreiheit. Teile der AfD fordern nun eine Wiederholung des Interviews.

(Der Tagesspiegel / jeb)

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Kommentare  
Sommerinterview-Störung: Wahlwerbung
Blöde Aktion: Zentrum für politische Dummheit. Grölen und Übertönen statt Auseinandersetzung. Wahlwerbung für die AfD.
Sommerinterview-Störung: Reflexkunst
Eine unintelligente wie wohlfeile Aktion, populistisch und ärgerlich. Pawlowsche Reflexkunst.
Sommerinterview-Störung: Danke ZpS!
Super Aktion! Ich werde jetzt an das ZpS spenden. Warum gibt ein Sender, den ich über Gebühren mitfinanzieren muss, einer gesichert rechtsextremen Partei ein solch prominentes Forum, um Lügen und Hetze zu verbreiten? Danke ZpS!
Sommerinterview-Störung: Zumindest etwas
Ich kann mich meiner Vorredner:in nur anschließen. Die vielgelobte Alternative "Auseinandersetzung", wo ist sie denn? "Inhaltlich stellen" das Unwort des Jahrzehnts, das sie noch predigen werden, wenn wir unter den Trümmern der Demokratie begraben liegen und es freie Theaterkunst schon lange nicht mehr gibt. Siehe Senftenberg (Fall Ris), siehe Osnabrück (Fall Nolting). Es wird schnell gehen. Das ZpS unternimmt zumindest etwas, dass sich nicht in die stillschweigende Normalisierung unter dem Deckmantel der angeblichen inhaltlichen Auseinandersetzung einreiht. Dafür empfinde ich seit Jahren große Dankbarkeit.
Sommerinterview-Störung: Faschisten küssen?
@ #1 #2
Ich höre immer "inhaltliche Auseinandersetzung". Auf dem hohen Niveau des ARD-Sommerplauschs? Ein Bestverdienenender entschuldigt sich bei einer noch mehr besser Verdienenden für den unseriösen Krach? Oder weil AfD-Leute so gern auf Augenhöhe und im Zweifel bereit zu Einsichten sich unterhalten?? - Ich zitiere (ich weiß, Vergleiche hinken) aus dem Brief einer kommunistsichen Jugendgruppe aus dem Berliner Norden, geschrieben Ende 1931 ans ZK, nachdem Ernst Thälmann die Losung "Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft!" als "individuellen Terror" und somit Kommunisten-unwürdig bezeichnet und quasi verboten hatte. Sie schrieben: »Wir pfeifen was darauf, wenn wir von SA-Leuten ermordet werden und am Tage unserer Beisetzung ein kleiner Teil der Proleten einen halbstündigen Proteststreik durchführt, worüber sich die SA amüsiert, dass sie so billig dabei wegkommt.« - Tucholsky machte sein Lied "Küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft". - Spätestens ab 30. Januar 1933 wurde dann zurückgeküsst. -
Aber legt euch gern ins Bett mit ihnen!
Sommerinterview-Störung: Ausreden
Wenn ich mich richtig erinnere, hat Alice Weidel doch schon bevor der Chor startete so getan als würde sie wegen der Demo die Fragen nicht korrekt verstehen. Ziemlich zu Beginn. Und direkt verbunden mit dem Vorwurf, die Demonstrierenden seien von "irgendwelchen NGOs engagiert" worden. Den hat sie dann nochmal wiederholt.

Und zur Auseinandersetzung - wie immer verbleibt, dass AW so gut wie keine Frage wirklich beantwortet hat. Die Auseinandersetzung konnte man sich in den anschließenden Beiträgen der ARD und beim Fakten-Check geben.

Wie soll den ziviler Widerstand gegen diese Partei aussehen, wenn etwas in dieser Art nicht mehr geschehen kann, während - mal wieder - die öffentlich rechtlichen eine Plattform für diese Aussagen bieten. Und Alice Weidel sich eine Einordnung des Journalisten verbittet?!

Ich bin wahrlich nicht immer ZPS Fan, aber in diesem Fall Chapeau!
Sommerinterview-Störung: Heruntergekommener Diskurs
Eine peinliche Aktion, die für den ganzen heruntergekommenen Gesamtdiskurs steht: Man glaubt, ohne Argumente auszukommen, weil man vermeintlich auf der richtigen Seite steht. Am Ende reden jetzt alle von Weidel und der AfD und das ist echt schlimm.
Sommerinterview-Störung: Werde spenden
Ich schließe mich#3 Rosa L. voll an, die Normalisierung der Nazis schreitet voran,so wird es damals auch gewesen sein,dieses elitäre Naserümpfen auch von „seriösen“ Medien in Form von besserwisserischen Kommentaren,von wegen kindisch und unintelligent sind unangebracht, man sieht ja, wie weit es schon gekommen ist mit der „Auseinandersetzung“ mit diesen Rechtsextremen.
Auch ich werde dem ZpS spenden.
Sommerinterview-Störung: Kindergarten
#7 Lari. Nicht peinlich, eher kindlich. "Infantilisierung" nannte man das in den 1990er Jahren. Durch Poltern und Pöbeln versuchen wir, die Komplexität zu reduzieren. Dieses Verhalten ist ein Widerwillen gegen alles Komplizierte, Widersprüchliche und Relativierende.
Sommerinterview-Störung: Im Halteverbot
Eine ganz blöde Aktion, so sieht Meinungsfreiheit und Auseinandersetzung mit einem politischen Gegner heute in Deutschland aus: Niederbrüllen, Anfeinden, Diffamierungen, massive Störungen, unterstützt durch einen mit Lautsprechern bestückten Bus, der im Halteverbot stand und vielleicht noch den Strom aus einem der Bundestagsgebäude bezogen hat.
Sommerinterview-Störung: Würdige Fragen
Es gibt kein abschließendes Urteil zu diesem Vorgang. Er ist in vollem Gange. Ob solche Aktionen schaden oder nützen, kann man jetzt noch nicht ermessen. Wird das Interview wiederholt, hat die Aktion in jedem Fall geschadet, denn so erhält Weidel eine weitere Chance zu einem hervorgehobenen Auftritt und kann zusätzlich an diesem Beispiel die öffentliche Meinungsfreiheit debattieren. Wahrscheinlich sehr zu ihren Gunsten. So befördert man eine rechte Frau, die auf dem Niveau einer Pennälerin rum motzt und sich lediglich auf Themen drauf setzt , ohne eigene Konzepte und Lösungen. Was hat sie denn in dem schon bestehenden Interview gesagt: Den deutschen Bürgern würden die eigenen Steuern entzogen und den UkrainerInnen geschenkt. Warum hakt da niemand nach? Wie will sie konkret den Krieg beenden? Das wäre eine würdige Frage. Stattdessen wird sie von Lautsprechern und Technik nieder gesungen und kann die Debatte abermals auf einen Nebenschauplatz verlagern. Aber im Nebenschauplätze produzieren, waren diese Künstler schon immer gut. Es sind Methoden aus den zwanziger Jahren, in denen man auch mit Lautstärke argumentierte. Ganz schlechter Weg.
Sommerinterview-Störung: Alternativlos
Alice Weidel ist Vorsitzende der größten Oppositionsfraktion im Bundestag. Die ARD hat keine Wahl, sie muss dieses Interview durchführen, die AfD könnte es sonst einklagen. Das hat mit Normalisierung nichts zu tun, das sind die Spielregeln der Demokratie. Wer diese Regeln begräbt, begräbt die Demokratie selbst. Selbstverständlich kann man widersprechen, demonstrieren etc., passiert ja auch. Aber wer soll bei dieser Brüllshow gewinnen, außer der AfD?
Sommerinterview-Störung: Machen statt meckern
Macht doch selber was,statt immer nur rumzumeckern,und abzuurteilen,wenn andere gegen Nazis aktiv werden !
Sommerinterview-Störung: Selbstreflexion
ZPS ist leider zum Zentrum für pubertär-peinlichen Schwachsinn geworden.

Die Aktion ist einerseits so bescheuert, andererseits infantil-dumm durchschaubar gewesen.

Noch peinlicher und unintelligenter ist nur noch das Podcast-Interview mit Herrn Ronzheimer inkl. Stauffenberg-Vergleich, Geschichtsverzerrungen und unehrliche Verschleierung der Vorgehensweise über ARD und Polizei. Letzteres macht das Ganze auch noch zum Teil unauthentisch.

Der Vergleich zu Stauffenberg und das stolze Sinnieren über die Ausstattung von diesem Bus: Man fragt sich wirklich, ob Herr Ruch etwas den Bezug zur Realität und Geschichte verloren hat.
Herr Ruch hat auch gerne moralisch hochgejazzt, emotional tragend darüber gesprochen, wie das Wählerpotenzial in Zahlen von der AFD war, als er zur Schule ging und wie es danach stieg: Tja, finde den Denkfehler in der eigenen Ineffizienz und Selbstgerechtigkeit?! Manche lernen das in der Schule. Und ehrliche Selbstreflexion.

Früher waren wir und Linke und Grüne cool und sehr smart mit Aktionen und Demos. Und auch wortstark. Nicht nur lautstark. Und man hatte es nicht nötig, was als Erfolg zu "vermarkten", was keiner war. Schreihals-Auftreten á la Goebbels-Beschallungstaktik ist sicherlich nicht die einzig gute und vor allem nicht die einzig richtige Option als Aktion. Auch wenn das ZPS es so darstellen möchte.
Gar kein Problem, darin zu sehen, dass es auch ARD und Polizei wie inkompetente Idioten dastehen lässt, spricht auch für sich. Sowie, dass das alles auch eine nicht ganz ungefährliche Präzedenz schaffen kann, wo wie Fahrzeuge einfach so (durch)fahren oder stehen/blockieren können ohne Genehmigung, ohne dass mal wer wieder Sicherheit schafft.

Das ist Ignoranz, Egozentrik und Egoismus in ihrer Reinform: In der Logik "machen, leben auf Kosten anderer immer und überall". Es ist nicht eine "Verschönerung", wie Herr Ruch behauptet. Eher eine Imagekampagne, eine PR-Aktion um wieder von sich reden zu hören und Spenden anzukurbeln.

(@ Redaktion: Vielleicht bin ich hier und da überspitzt in den Formulierungen. Aber vielleicht auch nachvollziehbarer Weise bei dem Thema. Es wurde auch einiges rausgehauen, sowohl als Aktion, als auch in Worten. Und gerade die Künstlerbranche könnte sich auch mal deutlicher und noch offener positionieren, welche Form von Diskurs, Aktionskunst intelligent, effizient, konstruktiv und gut gemacht ist. Und welche nicht. BG.)
Sommerinterview-Störung: Inner-bubbeleske Beschimpfungen
Danke an alle, die versuchen, jenseits von inner-bubbelesken Beschimpfungen - darüber freuen sich Rechtsextreme ja kaum - ins Handeln zu kommen.
Sommerinterview-Störung: Theaterseite
Jedenfalls ist nachtkritik de. eine Theaterseite. Die Premieren des ZpS werden naturgemäß aber nicht zuallererst im Kulturteil besprochen, und doch mag es immerhin sein, daß eine Erhellung der theatralen Setzung der Unternehmung die Kernaufgabe einer Theaterseite wäre, oder ?
Es heißt in der Berliner Morgenpost heute (Daniel Weidmann) „Trotz der Distanz dröhnt ein vulgär umgetextetes Chorlied eines Augsburger Chors durch das Regierungsviertel“.
Für mich ist das ein spannendes Detail: Um welches Lied handelt es sich ursprünglich ? Wurde es eigens für diese Aktion umgeschrieben ? Von wem ? Erhalten wir hier das Libretto ? Welcher Augsburger Chor ist hier gemeint ? Wie verträgt sich das mit der Aussage, man habe nur das Autoradio zu laut auch aufgedreht ? Lief das über einen „Piratensender“ ?? Ich glaube, als „Fachjournalist“ wäre ich zunächst neugierig bis stur bei „meinen hauseigenen Fragen“, mag ja auch sein, daß diese Aktion das sein wird, was wir daraus machen, reifen oder nachreifen kann.
Sommerinterview-Störung: Politisch schön
Ich finds gut, stark, intelligent, nötig, cool, beispielhaft, emanzipiert, demokratisch - politisch schön, was das ZpS da wieder gezaubert hat.
Danke.
Handelt bitte weiter, während wir klug diskutieren und letztlich meistens doch nur die Daumen in den Hosentaschen drücken.
Sommerinterview-Störung: Grenzen des Aktivismus
Machen und Aktivismus kommen innerhalb der repräsentativen parlamentarischen Demokratie nun an ihre Grenzen, denn Weidel repräsentiert eben über zwanzig Prozent der WählerInnen. Die darf das, weil sie gewählt wurde. Wer sie daran hindern will, durch unterkomplexen Protest, hilft ihr und wird zu ihrer Unterstützerin. Es ist ein Dilemma, die Wahl zwischen zwei schlechten Optionen. Und in der Tat sind den Bürgern die Hände gebunden. Die Mittel Protest und Demonstration sind längst erschöpft und historisch überholt. Die anderen Repräsentanten und Innen sind gefragt. Sie müssen viel kompetenter, komplexer und weniger empört agieren. Die Rechten können nur die anderen Parteien weg argumentieren, durch Intelligenz, Geschichtskenntnis, hervorragende Strategien und brillante Reden. Und natürlich auf dem juristischen Weg. Aber wir haben es mit einer instabilen Regierung und Koalition zu tun, die nicht einmal Verfassungsrichter Wahlen anständig durchzuführen können. Denen traue ich ein Parteiverbot nicht zu. Noch weniger darf man von KünstlerInnen erwarten, denn sie erreichen diese Wählerschaft gar nicht. Fatal. Das Auftreten der Rechten in der massiven Form ist eindeutig ein Versagen der demokratischen Mittel, so, wie wir sie kennen. Und es gibt auch keine einzige Gesetzesvorlage, die nur annähernd an diesen Konflikt heranreicht. Wer sollte die auch formulieren? Die politische Mitte etwa? Die sind doch gerade damit beschäftigt, die Problematik abzuarbeiten, welche die Rechte aufwirft und unterscheiden sich ja kaum noch von ihnen. Der Rechtsruck in der Mitte ist der erste richtige Erfolg der Rechten . Weitere werden folgen. Letztendlich geht es nur darum, wie viele Stimmen die Rechten weiter dazu gewinnen können und wie viele Stimmen in der Mitte bleiben. Ich denke bei der Marke von 30 Prozent ist für die Rechten erstmal eine Grenze erreicht. Mehr Rückdeckung dürfte in der Bevölkerung nicht vorhanden sein. Damit können sie maximal eine Minderheitsregierung bilden und sind dann stets auf Stimmen anderer Parteien angewiesen. Das ist die Situation.
Sommerinterview-Störung: Widerstand ist vielfältig
Man muss die Aktion des ZPS ja nicht gleich als das allein erfolgversprechende Heilmittel gehen die AFD verstehen, aber als "einen" Beitrag zur Auseinandersetzung schon. Und ganz ehrlich: Mit hat das unglaublich Spass gemacht, diesem rhetorischen Spechblasen- und Leerformel Gelaber von Weidel ganz direkt und unverblümt den akustischen Mittelfinger zu zeigen. Wer daraus jetzt möglicherweise irgendein politisches Kapital schlagen mag, ist mir da gerade mal schnuppe. Widerstand darf auch mal künstlerisch aus dem Bauch kommen.
Störaktion Sommerinterview: AfD-Verbot ist Demokratie
Dass die ARD die demokratiefeindliche AfD einlädt, ist an sich schon eine Schandtat - dass die AfD bei demokratischen Wahlen teilnimmt, macht sie noch lange nicht zu einer demokratischen Partei. Dass diese Partei sich nicht für Inhalte, noch weniger für inhaltliche Auseinandersetzungen (warum auch? Nur sie hat recht, alle andere sind bloss feinde des Volks) interessiert, wird schon durch die miserable Selbstinszenierung ihrer Abgeordneten im Bundestag bewiesen. Wieso sollte man Frau Weidel reden lassen? Sehr gut, was da geschehen ist.
Claus Peymann: In der Zeit
Aus dem legendären Interview mit Claus Peymann in der „Zeit“ 1988:

André Müller:
In der Öffentlichkeit haben Sie sich zum Thema Waldheim bisher zurückgehalten.

Peymann: Ja, weil es ihm doch nur nützen würde, von einem, der politisch links steht, beschimpft zu werden. Aber in der Arbeit bin ich auf das Thema schon eingegangen.
Sommerinterview-Störug: Fein dosierte Intelligenz
@DA

So ungefähr, wie sie es vorschlagen, springt die AFD mit der Linken um, die sie ebenfalls, weil sie einen Systemwechsel anstreben, für verfassungsfeindlich halten. Patt. Natürlich kann man das alles so machen. Bringt nur nichts. Im Gegenteil. - Solange, wie die AFD offiziell nur als Verdachtsfall eingestuft wird, muss man sie wie eine demokratische Partei behandeln. Das sind die Spielregeln. Hier stehen sich Gruppen gegenüber, die eines gemeinsam haben: Sie pfeifen auf Regeln. Auch das kann man so machen. Man darf dann nur nicht erwarten ernst genommen zu werden. Und noch weniger darf man auf Erfolg hoffen, denn das Parlament ist kein Theater, sondern ein Ort mit Vorschriften und Regeln. Nur wer die einhält, wird erfolgreich gegen die AFD kandidieren können. Das wird ein schwieriger Weg. Lautstärke hilft da gar nicht. Eher sehr stark verfeinerte Mittel. Ein vorsätzlich leiser Ton, der absolut auf Sieg setzt und sich durch Argumente und Fakten durchsetzen kann. Gegen Dummheit hilft nur eine raffinierte und fein dosierte Intelligenz.
Sommerinterview-Störung: Öffentlicher Raum ist kein Zirkus
Das Parlament is kein Theater und der Bundestag kein Zirkuszelt. Danke. Das hab ich jetzt verstanden. Schon gut, wenn einem die Welt erklärt wird. Gerne auch von Männern. Halte das ganze Protestgemache im öffentlichen Raum auch wirklich für übertrieben. Der ist bestimmt auch keine Theater und auch kein Zirkus. Hoffentlich hab ich das jetzt richtig zusammengefasst. Fühl mich sonst wieder so dumm und schlecht dosiert in Sachen Intelligenz.
Sommerinterview-Störung: Gelungene Aufwertung
@olympe

Auch Sarkasmus hilft da nicht weiter. Zu dem kann Weidel das besser. Das Ding wird nicht auf der Straße ausgefochten, sondern im Parlament und vor Gericht. Wollen Sie zum Verfassungsgericht dann auch so einen Bus schicken? Davon lassen sich die Richterinnen und Richter bestimmt nicht beeindrucken. Dort zählen Fakten und Argumente. Wer die Opposition in einem Land verbieten will, muss starke Nerven haben. Ich sehe da übrigens kaum Chancen, sonst wäre die Partei längst verboten. Was geschieht, ist, der Kessel wird am Kochen gehalten und die Temperatur bestimmen die Rechten und nicht die Linke.

Liebe Grüße
von

Madame Baucks

Außerdem möchte ich noch hinzufügen: Wenn es diese Aktion nicht gegeben hätte, würden wir im Sommerloch nicht über die AFD debattieren. Dann wäre es nur ein weiteres dämliches Interview gewesen und sonst nichts. Jetzt ist es das große Ding. Was für eine gelungene Aufwertung von Nichts.
Sommerinterview-Störung: Gegen, nicht über
@Monsieur B:
Wir diskutieren über den Protest gegen rechts, nicht über rechts - leider.
Weidel und Sarkasmus? Aha.
Sommerinterview-Störung: Schlingensief ist leider tot
Das Problem dieser Art von Aktionen ist, dass sie zugleich schlechte Politik und schlechtes Theater sind: Schlechte Politik, weil sie ja nur die Gleichgesinnten - die Blase der großstädtischen, kultur-affinen Klientel - erreicht und in dem bestätigt, was sie ohnehin meint. Dagegen wird kein AfD-Wähler wegen dieses Auftritts nicht länger die Rechtsextremisten wählen. Schlechtes Theater, weil unter dem Kunstvorbehalt eine Störaktion organisiert wird, die letztlich nur als Krawall rezipiert wird. Es fehlt, was in Aktionen des großen Vorbilds Schlingensief immer da war: Der Witz, die Schlauheit, die List, zugleich die Ausstellung der eigenen Marginalität als Akt der Redlichkeit. Hier sieht man doch im Grunde nur die pathetische Ausstellung einer geltungssüchtigen Antifa-gruppe und ihres Chefs, der berühmt werden will.
Die mit ihren Reden über "Remigration" usw. über Leichen gehende AfD-Politikerin erscheint so plötzlich als seriöses Opfer von 'Cancel Culture', was ihr Sympathien beim Stahlhelm-Flügel der CDU eintragen dürfte.
Sommerinterview-Störung: Anderes Umfeld heute
Interessant wäre, was Schlingensief heute machen würde. Werden wir nie erfahren. Klar. Festzuhalten bleibt, dass die Zeiten sich massiv verändert haben. Das gesellschaftspolitische Umfeld, genauso wie das regierungspolitische, sind auch bei Schlingensief Parameter aktionistischer Kunst gewesen und sind es heute bei Guppen, die sich per Aktionskunst einmischen. Die Parameter beleuchten wäre, bei aller Kritik, wirklich spannend. Da bin ich sehr bei #16.
Und spannend wäre es auch, nicht nur die (social) mediale Oberflächen von Empörung zu echoen, sondern die Wirkung der Interventionen offen und jenseits des eigenen Geschmacks zu befragen. In kleinstädtischen Provinzen - z.B. da wo CSDs schwer bedroht werden und sich Stadträte dem Gespräch mit den CSD-Organisator:innen verweigern, lässt man sich von solchen Ideen inspirieren, and der Trinity University in Dublin wird das ZpS als Theatre of Resisdance analysiert (sobald was veröffentlicht wird, kann ich gerne verlinken) und meine durch und durch ländliche Verwandtschaft streitet darüber, ist aber durchaus nicht nur dagegen und vorbei geht die Debatte schon gar nicht. Die sind ja per social Media, TV, Zeitung etc. auch informiert. Es geht auch hier um Debattenkultur, jenseits von Geschmacksfragen und Belehrungen. Mehr Fragen wagen, quasi. Und sonst natürlich immer um politische Position und Haltung - gern auch im eigenen Tun.
Sommerinterview-Störung: Roland Koch-Gedächtnisstil
Ja, # 27, das sind spannende Fragen aus dem offenen und internationalen, forscherlichen Raum, und es ist eine grobe Fahrlässigkeit, das wieder und wieder als Bubble abgetan zu finden
(von woher wohl ...?). Bitte, werte # 26, nehmen Sie doch einmal für einen kurzen Moment die Mitkommentierenden und sich selbst hier ernst: Rezipieren wir das hier nur als Lärm ??
Mitnichten, es gibt Stimmen in Richtung „politischer Fehler“ bishin zu solchen des Beifalls. Sehen wir das einmal als Pole eines Spektrums, so gilt selbst für diese Pole der Bubblevorwurf wohl kaum: Also, wieso sollten wir uns hier insgesamt runtermachen und marginalisieren ?
Da liegt kein Segen drauf ! Geht die pragmatische Diskussion nicht in the long run ungefähr so, daß wir hier weitestgehend erkennen, daß wir ein Ungenügen an Aktionen wie der des ZpS
empfinden, auch aus schon genannten Gründen heraus sogar für problematisch erachten, allerdings nicht minder, daß hier „schlecht beginnen“ vielleicht allemal besser ist als garnicht zu beginnen ? Werden wir bei der Aufarbeitung der gesellschaftspolitischen Umstände einer solchen Aktion zu sonderlich anderen Ergebnissen kommen als kürzlich die ZEIT, welche konstatierte, daß die interessanteren politiktaktischen Debatten mittlerweile auf der Rechten geführt werden (wohlgemerkt::die ZEIT !!!) und somit, ich stimme Herrn Baucks hier durchaus zu (schrieb desletzt ähnlich), auch die Aussichten auf beispielsweise das Gelingen etwaiger Verbotsverfahren berührt ? Aber, warum im „Sommerloch“ nicht proben für kommende Spielzeiten ? Wenn die Aktion tatsächlich die AFD thematisiert, statt uns allgemein in die Ferien zu entlassen, muß das kein Schaden sein, oder ? Es ist bis tief in die Gazetten recht große Verwirrung; ich denke, die Aufklärung noch der kleinsten Stilblüte hilft, hilft beim Trainieren.
Ich las zum Beispiel im Zusammenhang mit der Aktion, sie sei eine Gegendemonstration gewesen. Ulkig oder ?, das Sommerinterview als Demonstration zu verstehen, so grundfalsch es auch ist, öffnet das nicht auch die Augen ?? Als die AFD noch keinen Sommerinterviewstatus hatte, wäre sie kaum auf die Idee gekommen, es als Musterveranstaltung der Demokratie zu sehen; plötzlich ist sie empört im besten Roland Koch-Gedächtnisstil ! Die AFD lebt von unseren schlechten und beharrlichen Gewohnheiten; das Sommerinterview mag zu diesen zu rechnen sein (warum nicht)..
Sommerinterview-Störung: Schlingensiefs Hitze
Schlingensief ist seit fünfzehn Jahren tot und etwas mehr als zwei Jahre später, nach seinem Tod, wurde die AFD gegründet. Mittlerweile ist auch Hegemann tot. Diese Menschen leben nicht mehr. Das muss man sich völlig klar machen. Weidel lebt. Und wie. Sie ist dabei mit ihrer Partei die CDU zu überholen. Sich jetzt auf die Vergangenheit zu berufen, zeigt die ganze Krise des Widerstands gegen rechts. Der Aktivismus verfängt nicht mehr. Es reicht eben nicht einen Bus mit einem Loop im Halteverbot am Bundestag abzustellen und dann einfach zu gehen. Widerstand muss versinnlicht werden. Den muss man leben, sinnlich leben. Auch Alice Weidel lebt im Widerstand. Das muss man sich stets vor Augen führen. Und sie versinnlicht diesen Widerstand momentan wesentlich besser und erfolgreicher als die Linke. Alte Gewissheiten greifen da nicht mehr und Tote sind nicht mehr sinnlich. Schlingensief wäre in den Dialog eingetreten. Aber Ruch lässt einfach den Bus abschließen und verschwindet. Da liegen zwischen ihm und Schlingensief Welten. Kein Vergleich. Aber niemand kann mehr auf eine solche Person zurückgreifen. Er wird nicht wieder auferstehen. Er ist nicht Jesus. Und es gibt Gründe dafür, warum heute solche Menschen nicht mehr möglich sind. Er war nicht cool. Er war hitzig. Und diese Hitze, diese Temperatur war historisch bedingt. Heute läuft die Geschichte wieder anders und auch Schlingensief hätte seine Probleme damit, denke ich. Mit ihm ist auch diese Form des Widerstands gestorben. Man kann sie nicht wieder beleben. Ich wende mich gegen eine solche Nostalgie. Heute müssen neue Mittel erfunden werden, den Weidel bedient sich mittlerweile in ihren Reden ähnlich aktivistischen Mitteln. Es ist geradezu so, als ob sie sich etwas abgeschaut hätte. Für die Rechten ist sie ebenso eine Lichtgestalt. Und ihre Anhänger funktionieren ähnlich wie die von Schlingensief, nur mit einem rechten Vorzeichen. Die Pole sind ausgetauscht worden. Die Batterie verkehrt herum angeschlossen. Deshalb stimmt der Antrieb nicht mehr. Dieser verlassene Bus im Halteverbot, mit seinen Lautsprechern in einem Loop ist ein Sinnbild für das Versagen solcher Widerstandsformen. Er ist nur noch eine Hülle, die sich an ein prominentes Ereignis klammert, um Aufmerksamkeit zu generieren. Natürlich redet man/alle darüber und produziert damit einen weiteren Loop. Die kann man dann übereinander legen. Am Ende bleibt nur Lärmbelästigung, weil man sich nicht mehr inhaltlich mit dem Programm der Rechten auseinandersetzen möchte. Das ist der Fehler.
Sommerinterview-Störung: Teach in
Danke #27-29! Ich finde Ihre Überlegungen bedenkenswert. Und zwar deshalb, weil wir offensichtlich eine gewisse Ratlosigkeit teilen. Dass die Aktionen ein Echo hatten, räume ich ein. Nur, sie sollten doch wohl als Aktion etwas politisch bewirken. Und was bitte sollte das, positiv formuliert, sein? Wenn ich 27 richtig verstehe, geht es um so etwas wie: Agency gewinnen, Empowerment... 28 scheint zu glauben, dass etwas allemal besser als nichts ist. 29, dass inhaltliche Auseinandersetzung besser als irgendetwas wäre. Wir sind uns also alle uneins darüber, ob das überhaupt etwas getaugt hat und was man besser gemacht hätte. Keiner von uns hat ein ästhetisches Argument dafür gefunden, warum so etwas stattfinden sollte.
Ich glaube, dass ein Anfang wäre, dass man mal wirklich öffentlich die eigene Ratlosigkeit demonstrierte: Warum nur glauben Leute wieder, dass man möglichst viele Menschen ins Elend stoßen, vertreiben oder gleich umbringen muss, damit wir gut leben können? Warum also ist der Faschismus plötzlich wieder da? (Stimmt das überhaupt? War er je weg? Müssen wir mit Heiner Müller über den eigenen Wunsch nach faschistischen Lösungen nachdenken?)
Und dann müsste man vielleicht mit so einer Aktion auch umsetzbare Maßnahmen propagieren, im Teach in, in Pressekonferenzen, auf der Straße, wo auch immer: Warum muss öffentlich-rechtliches Fernsehen dem Rechtsextremismus überhaupt ein Forum geben? Warum wird die Partei aus Staatsgeldern für ihren Kampf gegen diesen Staat bezahlt? Warum lässt man ihre Anhänger bei Polizei, Bundeswehr und in Schulen und öffentlichen Verwaltungen? Sie hat unserer Gesellschaft einen Kampf um kulturelle Hegemonie erklärt. Warum wehrt sich diese Gesellschaft nicht überall und täglich?
Dass kein falscher Optimismus aufkommt: Ich stelle mir solche Fragen schon lang, nicht erst wegen der Aktion.
Sommerinterview-Störung: Nachhaken
Danke (zurück) # 30 ! Nicht etwa, weil es schick ist, nicht sonderlich optimistisch zu sein, bin ich nicht sonderlich optimistisch, sondern weil ich, denke ich, sowohl Ihre „Ratlosigkeit“ teile als auch ähnliche Fragen stelle wie jene in # 30 gestellten, und das geht bei mir ziemlich genau zurück auf das Jahr 1989, meinen 12. Schuljahrgang und auf Namen von Akteuren wie Schönhuber, Frey, Neubauer und Handlos, auf Parteien wie REP (Einzug ins Europaparlament 1989 mit 6 Sitzen), DVU, NPD und nicht zuletzt FVP. Bezüglich des von uns nicht gefundenen ästhetischen Argumentes stellte ich in # 16 diverse Fragen, die teilweise für mich zum situativen Grundverständnis dieser Sache als Kunstaktion gehören; deren bisherige „Beantwortung“ stimmt mich nicht optimistischer, und dennoch ist dieser Thread für meine Begriffe schon ein kleiner Fortschritt, und er könnte möglicherweise ja auch einmal dazu führen, daß seitens der Kritik (auch der Nachtkritik) ggfls. qua Fühlungnahme mit dem ZpS im Sinne des Thread-Fragenverlaufes professionell (!) nachgehakt wird. Ich persönlich halte die Sommerinterviews seit Jahren für so entbehrlich, daß es fast erlaubt sein könnte zu fragen, was daran überhaupt zu stören ist bzw. welche andere Gelegenheit besser geeignet gewesen wäre, bundesweit rezipiert zu werden, ohne im Grunde ernsthaft schaden zu dürfen. Leiden wir unter einer geschmäcklerisch-moralistischen Ästhetisierung unserer politischen Aufmerksamkeitsökonomie, ich denke, das tun wir bis zum Abwinken, ist die Politisierung des dann fast nur noch möglichen ästhetischen Reflexes, wie ich ihn meine, beim ZpS wahrnehmen zu können, nicht im Ansatz schlüssig, oder ??
Sommerinterview-Störung: Selbstgefälligkeit
Also, wenn ich mir diese Selbstgefälligkeiten hier durchlese, wird mir echt schlecht.

Benjamin Walther - das war doch keine Aktion gegen die AFD sondern gegen die Kumpanei der ÖRR mit den Faschisten. Ruch hat es ja auch so eingeordnet: als paradoxes Bild, indem der Interviewer die Interviewte nicht versteht und beide dennoch weiter reden.

Wir müssen die Bilder der Welt verändern, um die Welt zu verändern. Sagte? Christoph Schlingensief. Wenn der jetzt von „Hitze“ liest, springt er glatt in Dantes 9. Höllenkreis, wo es friert.

Martin Baucks, sie hatten sicherlich zu Schlingensiefs Lebzeiten, auch keinen Humor.

Kommt doch selber mal ins Machen statt ins Ewige-Lamentieren. Dekadent, satt, humorbefreit.
Sommerinterview-Störung: Nachmachen!
Was passiert denn eigentlich hier? Anstatt als kleinsten gemeinsamen Nenner den Kampf gegen die AFD und ihre gesichert rechtsextremen Ziele zu erkennen und dem ZpS zu gratulieren ergiesst man sich hier -mehrheitlich- geistig gegenseitig in der Erkenntnis, dass es sich um eine infantile Aktion handelt (@9 Seriously?) und man es natürlich subtiler, intellektueller und anderswo ( wo denn bitte? Auf der Studiobühne) hätte machen können. Hört Ihr denn kein Radio? (Senftenberg, Hallo?) Wollt Ihr weiterhin versuchen den Rottenführern Höcke und Co. inhaltlich zu begegnen und Euch zum xten Mal in Euren Spielzeitheften über „fehlende Dialogbereitschaft in der Gesellschaft“ bei slash mit Eurem Publikum zu beschweren: Wie reden wir denn nur mit einander, ohne dass wir die Faschisten, Rassisten und LGBTQ Feinde verärgern.
Hört auf damit und zeigt Euch solidarisch sobald jemand - vor allem zur besten Sendezeit - etwas unternimmt. Das ZpS ist auf Eurer Seite! Es ist auf der Seite der Kulturschaffenden und kämpft für sie und die Freiheit unserer aller kreativen Köpfe!

PS. Und freut Euch bitte einfach als Theater- und Fernsehpublikum, denn es war doch höchst unterhaltsam. Nachmachen!
Sommerinterview-Störung: Ausgangsfrage
@30: "Warum muss öffentlich-rechtliches Fernsehen dem Rechtsextremismus überhaupt ein Forum geben?", fragen Sie. Das ist aber exakt die Ausgangsfrage vom ZpS. Von da aus betrachtet kann die Aktion doch wirklich viel. Ihre Reichweite ist enorm und die wichtigste Frage, die sich eben auch durchsetzt ist: Warum Protest gegen rechts eigentlich mehr gecanceled wird, als rechts selbst.
Sommerinterview-Störung: Strategiespiel der Rechten
@34

„Auch wenn die AfD Kampagnen nach US-Vorbild macht, sollten die anderen Parteien nicht in ihre Falle tappen. Ob eine Kampagne am Ende Erfolg hat, hängt nicht nur von ihren Machern ab, sondern von denjenigen, die sich beeinflussen lassen.“ (Zitat aus dem Freitag)

Genau das geschieht hier. Sie lassen sich von der Strategie des Kulturkampfes der AFD gegen einander aufhetzen. In dem entsprechenden Strategie Papier der AFD geht es darum die Linke gegen die AFD aufzuhetzen, auf die Solidarität der SPD und der Grünen mit der Linken zu setzen, um die Mitte zu zermürben und zu zersetzen, damit ein Machtverlust und ein Machtvakuum entsteht, in das die AFD dann vordringen möchte. Diese Strategie ging bei der Wahl der RichterInnen zum Verfassungsgericht auf und sie funktioniert ebenso hier. Es ist mir eigentlich ziemlich egal, was Schlingensief in seinem Grab macht. Ich möchte mich einfach nicht von dem Strategiespiel der Rechten lenken und leiten lassen. Dies geschieht hier, sehr zur Freude von Weidel, die sich geradezu amüsiert hat während des Interviews. Ihre Strategie ging auf und sie hat sich zur Protagonistin des ZPS gemacht. Das muss man erkennen. Ich möchte nicht zur Spielfigur der Rechten werden, in dem ich ihre Rollenzuweisung annehme und zu einem Krawall Troll verkomme. Das ZPF macht sich hier zum Mitspieler einer perfiden Strategie, die tatsächlich aufgeht.

Mittel dagegen gibt es. Eine eigene Strategie. Die kann nur inhaltlich sein und muss aufzeigen, wie man diese Inhalte an der Strategie der Rechten vorbeiführen und zum Erfolg führen kann. Bisher gestaltet die Rechte diesen Kulturkampf. Das muss beendet werden.
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