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Schweizer Kulturhäuser leiden unter Ja beim Volksentscheid
Klotz am Bein
Basel, 5. März 2014. Das Schweizer Ja beim Volksentscheid zur SVP-Initiative gegen Masseneinwanderung bremst eidgenössische Kulturinstitutionen in ihrer Arbeit aus. Das berichtet Moritz Kaufmann in der Basellandschaftlichen Zeitung (4.3.2014). Nachdem bereits das ERASMUS-Programm für Schweizer Studenten ausgesetzt wurde (siehe Spiegel Online), legt die EU jetzt die Mitgliedschaft der Schweizer in EU-Kulturförderprogrammen auf Eis.
Klotz am Bein
Basel, 5. März 2014. Das Schweizer Ja beim Volksentscheid zur SVP-Initiative gegen Masseneinwanderung bremst eidgenössische Kulturinstitutionen in ihrer Arbeit aus. Das berichtet Moritz Kaufmann in der Basellandschaftlichen Zeitung (4.3.2014). Nachdem bereits das ERASMUS-Programm für Schweizer Studenten ausgesetzt wurde (siehe Spiegel Online), legt die EU jetzt die Mitgliedschaft der Schweizer in EU-Kulturförderprogrammen auf Eis.
"Eigentlich hätte die Schweiz dem EU-Förderprogramm 'Creative Europe' beitreten sollen", heißt es in dem Artikel der Basellandschaftlichen Zeitung. Das Programm unterstützt internationale Vernetzung in den Bereichen Audiovisuelles und Kultur (Infos auf www.mediadesk.ch). Nach der Annahme der Initiative gegen Einwanderung am 9. Februar 2014 habe die Europäische Kommission erklärt, dass sie "die Folgen dieser Initiative für die Gesamtbeziehungen zwischen der Union und der Schweiz analysieren" werde. Die Beteiligung an "Creative Europe" ist momentan für Schweizer Antragsteller nicht möglich.
Die Auswirkungen dieser Entscheidung seien "gravierend", zitiert die Basellandschaftliche Zeitung Philippe Bischof, Leiter der Abteilung Kultur beim Kanton Basel-Stadt. "Ihm zufolge hätten zahlreiche Basler Institutionen mit multilateralen Kulturprojekten von 'Creative Europe' profitieren können. So etwa auch die Kaserne mit Tanz- oder Theaterproduktionen."
Ausbremsung der Netzwerkarbeit
Gegenüber nachtkritik.de erklärt Carena Schlewitt, künstlerische Leiterin der Kaserne Basel, man habe sich erhofft, im Rahmen von "Creative Europe" künftig als vollwertiges Mitglied (eligible member) in ein Netzwerk eintreten zu können. Bis dato sei man im Rahmen des multilateralen Projekts Second Cities – Performing Cities (getragen vom Europäischen Zentrum der Künste Dresden-Hellerau und fünf anderen Partnern) lediglich Drittland. Das heißt: Ein Antrag komme nur über die vollwertigen Partner zustande, alle Gelder müssten über die Antragssteller – im Falle der Kaserne Basel über Hellerau – abgerechnet werden.
Im Hinblick auf die EU-Bestimmungen fühlt man sich als Schweizer Partner schon ein bisschen als "Klotz am Bein", sagt Schlewitt. Lieber wäre man "ein funktionierendes Rad am Wagen". Gleichwohl erfahre die Kaserne Basel in ihrem Netzwerk, das über "Creative Europe" auf weitere vier Jahre angelegt werden soll, auch als nicht vollwertiges Mitglied von den anderen Partnern alle Unterstützung.
In anderen Bereichen und insbesondere in der Medien- und Filmszene sei die Lage allerdings schwieriger, würden laut Schlewitt viele Kooperationen nicht zustande kommen. Denn Anträge benötigen hinreichend viele vollwertige Partner, um überhaupt bewilligt zu werden. Die Auswirkungen des Schweizer Volksentscheids betreffen also "grundsätzlich die Frage von internationaler Vernetzung", so Schlewitt.
(chr)
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