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Demo-Verbot für Münchner Kammerspiele?

Politisches Theater

München, 18. Juli 2018. Die Münchner CSU-Fraktion fordert in einem Schreiben an Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter, den Münchner Kammerspielen und damit ihrem Intendanten Matthias Lilienthal die Teilnahme an der für Sonntag geplanten Anti-Rechtsruck-Kundgebung "#ausgehetzt" zu untersagen und "dienstaufsichtsrechtliche Maßnahmen" einzuleiten. Das berichtet unter anderen der Bayerische Rundfunk. Zur Demonstration haben neben den Kammerspielen mehr als 130 Organisationen aufgerufen, darunter das Münchner Sozialreferat, der Migrationsbeirat und das Volkstheater. Die Münchner Stadtrats-CSU echauffiere sich speziell über die Beteiligung der Kammerspiele mit der Begründung, dass der städtische Eigenbetrieb zu parteipolitischer Neutralität verpflichtet sei.

Petition für Kunstfreiheit

Zum Schutz der Kunst

13. Juli 2018. "Das Recht auf freie Meinungsäußerung, die Vielfalt und die Freiheit der Kunst in Europa sind in Gefahr", so eine Petition für Kunstfreiheit, initiiert vom Kulturpolitischen Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion Erhard Grundl und der Sprecherin für Auswärtige Kulturpolitik Claudia Roth (auch Grüne). "Der ideologische Kampf gegen die Freiheit der Kunst bedroht unsere Kulturlandschaft – und damit eine Grundfeste unserer Gesellschaft. Dagegen wehren wir uns."

Bielefeld: Christian Schlüter wird Schauspieldirektor

Hausberufung

12. Juli 2018. Mit der Spielzeit 2018/19 wird der Regisseur und derzeitige Oberspielleiter Christian Schlüter Schauspieldirektor am Theater Bielefeld. Die Position des Hausregisseurs übernimmt Dariusch Yazdkhasti. Das teilte das Theater Bielefeld heute in einer Presseaussendung mit.

Ewald Palmetshofer erhält Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis

Überraschende soziale Gegenwartsaspekte

11. Juli 2018. Der österreichische Dramatiker Ewald Palmetshofer erhält in diesem Jahr den mit 10.000 Euro dotierten Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis. Das teilt das Pfalztheater Kaiserslautern mit, das den Preis im Auftrag der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur verleiht. Weitere Preise gehen an Nele Stuhler, Leon Engler und Philippe Heule.

Schauspieler Willi Hagemeier gestorben

Paderborner Original

9. Juli 2018. Der Schauspieler Willi Hagemeier ist tot. Das meldet die Neue Westfälische Zeitung. Hagemeier sei am 5. Juli im Alter von 63 Jahren "ganz plötzlich verstorben". Der studierte Grundschullehrer gehörte dem Ensemble des Westfälischen Landestheaters Paderborn seit 1988 an, zunächst als Schauspiel-Eleve.

25,5 Millionen Euro für das Theater Freiburg

Verpflichtungen

Freiburg, 6. Juli 2018. Die Stadt Freiburg investiert bis zum Jahr 2023 25,5 Millionen Euro ins Stadttheater. Wie die Badische Zeitung meldet, geht das aus einer Zielvereinbarung hevor, die das Theater mit der Stadtverwaltung geschlossen hat – die dritte derartige Vereinbarung seit 2008.

Offener Brief antwortet auf Castorf-Interview

Strukturelle Ignoranz

5. Juli 2018. Die Tageszeitung Die Welt veröffentlicht einen Offenen Brief, den die Dramaturgin Felizitas Stilleke initiiert hat und den mehr als 600 teils prominente Theaterschaffende unterzeichnet haben. Anlass ist ein Interview, das der Regisseur und ehemalige Volksbühnen-Intendant Frank Castorf unlängst der Süddeutschen Zeitung gab und in dem Castorf unter anderem über regieführende Frauen sagte: "Wenn eine Frau besser ist, habe ich nichts dagegen. Nur habe ich so viele nicht erlebt." Und: "Wir haben eine Frauen-Fußballweltmeisterschaft und eine Männer-Fußballweltmeisterschaft, und in der Qualität des Spiels unterscheidet sich das schon sehr."

Bert Neumann Association will Bühnenbilder retten

Nicht verschrotten!

Berlin, 4. Juli 2018. In einem von Lenore Blievernicht, Leonard Neumann sowie Johann Simons gezeichneten Offenen Brief ruft die im April 2018 ins Leben gerufene Bert Neumann Association zu finanzieller und sonstiger Unterstützung für ihr Anliegen auf, Berliner Volksbühnen-Bühnenbilder des 2015 verstorbenen Bert Neumann vor der drohenden Verschrottung zu retten.

Weimarpreis: Schauspieler Thomas Thieme lehnt ab

Aus persönlichen Gründen

27. Juni 2018. Der Schauspieler Thomas Thieme lehnt die Annahme des Weimar-Preis ab, der ihm laut Beschluss des Stadtrats eigentlich am 3. Oktober überreicht werden sollte. Persönliche Gründe hätten ihn dazu bewogen, zitiert ihn die Thüringer Allgemeine. Thieme sagt auch, dass die Jury die Verdienste von Kulturbotschaftern Weimars, wie Bernd Kauffmann, Nike Wagner, Detlef Heintze oder Stephan Märki in der Vergangenheit übergangen habe. Im Interview heißt es weiter: "Vielleicht ist das jetzt auch eine Gelegenheit, sich nach fast 30 Jahren mit dem Preis noch einmal neu aufzustellen – was Kriterien, die Jury und die Kandidaten betrifft."

Intendanz Volkstheater Wien: Anna Badora verlängert nicht

Ohne ein Minimum an finanzieller Planungssicherheit

26. Juni 2018. Die Intendantin des Volkstheaters, Anna Badora, will ihren Vertrag als künstlerische Direktorin des Hauses über den August 2020 hinaus nicht verlängern, teilt das Haus in einer Presse-Erklärung mit. Als Grund gibt sie an, dass sich durch verschiedene Umstände die Situation für das Volkstheater geändert habe. Und diese Umstände könne sie nicht weiter ignorieren, weil sie auf unsere Arbeitsbedingungen unmittelbar Einfluss hätten. "So ist ohne ein Minimum an finanzieller Planungssicherheit, ohne auch nur die geringste Kommunikationsmöglichkeit mit den Verantwortlichen im Bund ein solches wichtiges Haus nicht zu führen", begründet Badora ihre Entscheidung in der Pressemitteilung.

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