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Würzburger Theater zu Konventionalstrafe verurteilt

"Vorsätzliche Verletzung des Aufführungsvertrages"

Würzburg, 3. September 2014. Die Absetzung von Paul M. Waschkaus dramatischen Text "Nacktes Leben oder Bei lebendigem Leibe" durch das Mainfranken Theater Würzburg drei Tage vor der 2012 angesetzten Uraufführung hatte ein juristisches Nachspiel. Wie Pathos Transport Berlin mitteilt, das Waschkaus Texte vertritt, habe das Amtsgericht Würzburg die Stadt Würzburg als Rechtsträger des Mainfranken Theaters wegen "vorsätzlicher Verletzung des Aufführungsvertrages" zur Zahlung einer Konventionalstrafe an den Berliner Dramatiker verurteilt (AZ 17C 1352/14). Die Stadt Würzburg hat als Beklagte zudem die Kosten des Rechtsstreites zu tragen. Berufung ist innerhalb eines Monats möglich.

Intendantenstau in Strasbourg

Eine Posse?

Strasbourg, 3. September 2014. Am Théâtre national de Strasbourg (TNS) spielt sich derzeit ein merkwürdiger Kampf um die Leitung ab. Wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, will die amtierende Direktorin Julie Brochen trotz anders lautender Vereinbarungen nicht zurücktreten, obwohl ihr designierter Nachfolger Stanislas Nordey darauf wartet, den Posten zu übernehmen.

Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins 2012/13

Weniger Veranstaltungen, Zuschauer, Festangestellte

Köln, 29. August 2014. Die Theaterstatistik des Deutschen Bühnenvereins für die Saison 2012 / 13 ist erschienen. Sie zeige "im Großen und Ganzen stabile Zahlen", so der Verband in einer Pressemitteilung. Die Gesamtbesucherzahl der öffentlich getragenen Theater und Orchester, Privattheater und Festspiele ist leicht gesunken, von etwa 32,1 Millionen auf rund 31,9 Besucher vor Ort. Der Besucheranteil der Stadt- und Staatstheater sowie Landesbühnen daran beträgt rund 20,6 Millionen (im Vorjahr knapp 20,9 Millionen).

Kritikerumfrage von Theater heute 2014

Alles weitere kennen Sie vom Theatertreffen

Berlin, 28. August 2014. Das Maxim Gorki Theater unter Shermin Langhoff und Jens Hillje ist Theater des Jahres. Das ergab die jährliche Umfrage des Fachmagazins Theater heute unter 44 Kritikern. "Eindrucksvolle 15 Kritiker ließen sich von ihrem Berliner Neustart überzeugen, 7 stimmten für den Vorjahressieger Münchner Kammerspiele unter Johan Simons, und weitere 4 stimmgewaltige Kollegen votierten fürs Stuttgarter Schauspiel, geleitet von Armin Petras, der zu Saisonbeginn vom Gorki in die Schwabenmetropole gewechselt war", heißt es in der Auswertung. Schon in der Jahresumfrage des Fachmagazins Die Deutsche Bühne lag das Gorki Theater vorne.

Ensemble der Bad Hersfelder Festspiele fordert Kündigungsrücknahme

Schauspieler wehren sich

16. August 2014. Das Ensemble der Bad Hersfelder Festspiele fordert, dass die Stadt Bad Hersfeld die fristlose Kündigung des Intendanten Holk Freytag zurücknimmt und den Dialog mit dem Festspiel-Intendanten konstruktiv wiederaufnimmt. Nur damit sei gewährleistet, "dass die hohe Qualität der Bad Hersfelder Festspiele und die Weiterentwicklung dieses kulturellen Bildungsguts erhalten bleibe", heißt es von Seiten des Ensembles.

Zugleich hat das Ensemble eine Online-Petition aufgesetzt, die mit einer Unterschrift unterstützt werden kann und in der der Unmut über die getroffene Entscheidung geäußert wird. Die Ensemblesprecher Stephan Ullrich und Fabian Baumgarten haben zudem mitgeteilt, dass die Schauspieler bei Nichteinhaltung vorvertraglicher Absprachen rechtlich gegen die Stadt vorgehen würden. Schließlich hätten viele Mitarbeiter bereits mündliche Zusagen für weitere Tätigkeiten bis 2016 erhalten. Man sähe sich "durch den Wegfall der eingeplanten Einkünfte gravierend existentiell bedroht". Als Summe für eventuelle Ersatzansprüche stellt das Ensemble laut Osthessen-News 995.000 Euro in den Raum.

Holk Freytag wurde Ende Juli überraschend fristlos gekündigt. Als Begründung gab die Stadt an, er habe vorgeschriebene Sparmaßnahmen nicht umgesetzt.

Max-Brauer-Preis für Ensemble Hajusom

Vielfalt kultureller Ressourcen

Hamburg, 14. August 2014. Das transnationale Performance-Projekt Hajusom aus Hamburg wird mit dem Max-Brauer-Preis der Alfred Töpfer Stiftung ausgezeichnet. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert und erinnert an Max Brauer, den letzten Oberbürgermeister von Altona vor 1933 und Ersten Bürgermeister von Hamburg nach 1946. Er möchte Akteure ehren, "die das kulturelle, wissenschaftliche oder geistige Leben Hamburgs mit ihrem Engagement prägen". Über die Vergabe entscheidet ein unabhängiges Preiskuratorium. Der letzte Preisträger aus dem Theaterbereich war 2011 Thalia-Theater-Intendant Joachim Lux.

Teatro Valle in Rom vor der Räumung?

Offen und transparent bleiben

Rom, 30. Juli 2014. Das Teatro Valle steht offenbar kurz vor der Räumung. Darauf weist die Teatro-Valle-Stiftung auf ihrer Homepage hin. Grund ist ein äußerst kurzfristiges Ultimatum, das bei einem Treffen am Montag mit der neuen Kulturassessorin Roms, den beiden Leitern des Teatro di Roma (d.i. der Verbund der städtischen Theater) und Vertretern der Region Latium ausgesprochen wurde.

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