meldungen

Burgdirektor Matthias Hartmann entlassen

Erstmals in der Geschichte

11. März 2014 (zuletzt aktualisiert: 15:38). Der österrechische Kulturminister Josef Ostermayer hat heute Matthias Hartmann als Burgtheaterdirektor abberufen. Das meldet der Österreichische Rundfunk ORF und zitiert Ostermayer mit den Worten: "Um weiteren Schaden für die Republik und das Burgtheater abzuwenden, musste dieser Schritt gesetzt werden." Als Konsequenz aus der fristlosen Entlassung darf Hartmann das Theater ab sofort nicht mehr betreten, berichtet der ORF. Diese Abberufung, so Die Presse in ihrer Mitteilung, sei ein Akt, den es in der Geschichte des Hauses am Ring bisher noch nie gegeben hat.

Juli Zeh erhält Hoffmann-von-Fallersleben-Preis

Die Sich-Einmischende

Wolfsburg, 9. März 2014. Die Schriftstellerin Juli Zeh wird mit dem alle zwei Jahre vergebenen und mit 15.000 Euro dotierten Hoffmann-von-Fallersleben-Preis für zeitkritische Literatur ausgezeichnet. Das schreibt die Hoffmann-von-Fallersleben-Gesellschaft, die den Preis vergibt, auf ihrer Website. Ausgezeichnet wird Zeh von der Jury "für ein Werk, das sich in die Auseinandersetzung des Individuums mit dem Zeitgeist und Gefährdungen der Demokratie einmischt" und "Fragen nach Schuld und Verantwortung, Freiheit und Moral in Zeiten ohne Orientierung und Werte" stelle. Zeh zeige "exemplarisch, was es heißt, in der heutigen Zeit ein politischer Autor zu sein". Juroren sind Alexandra v. d. Brelje, Ingke Brodersen, Tanja Dückers, Wend Kässens, Prof. Dr. Christoph Kleßmann, Prof. Dr. Steffen Martus, Dr. Kurt Schuster, Dr. Karl W. Frh. v. Wintzingerode.

Burgtheater wehrt sich gegen Vorwürfe

Einspruch!

Wien, 7. März 2014. Das Burgtheater Wien weist die heute von Karin Cerny auf profil.at veröffentlichte Rechercheergebnisse, dass sich die Finanzmisere des Burgtheaters auch auf die erhöhten Gagen des Führungsteams zurückführen lässt, schärftens zurück. Wie die Pressestelle des Theaters mitteilt, zeige eine Analyse der Wirtschaftsprüfer von KPMG, dass nach den nun definierten Kriterien der Bilanzverlust vor Amtsantritt von Matthias Hartmann bei 8,5 Mio Euro lag. Zur Zeit liegt er bei geschätzten 8,3 Mio Euro.

Schweizer Kulturhäuser leiden unter Ja beim Volksentscheid

Klotz am Bein

Basel, 5. März 2014. Das Schweizer Ja beim Volksentscheid zur SVP-Initiative gegen Masseneinwanderung bremst eidgenössische Kulturinstitutionen in ihrer Arbeit aus. Das berichtet Moritz Kaufmann in der Basellandschaftlichen Zeitung (4.3.2014). Nachdem bereits das ERASMUS-Programm für Schweizer Studenten ausgesetzt wurde (siehe Spiegel Online), legt die EU jetzt die Mitgliedschaft der Schweizer in EU-Kulturförderprogrammen auf Eis.

Regisseur Fritz Marquardt verstorben

Das markante Leben

5. März 2014. Der Theaterregisseur und Schauspieler Fritz Marquardt ist tot. Das meldet die Onlineseite von Theater der Zeit. Marquardt verstarb am 4. März in Pasewalk im Alter von 85 Jahren. Als "singuläre Erscheinung" würdigte nachtkritik.de-Redakteur Wolfgang Behrens den Mann mit der proletarischen Mütze und einem "überaus markanten, von Lebens- und Arbeitsstürmen gegerbten Gesicht" zum 80. Geburtstag im Juli 2008.

Symphonie aus Tweets beim Kurt Weill Fest 2014

#Tweetfonie

4. März 2014. Beim Kurt Weill Fest in Dessau fand gestern (3.3.2014) ein außergewöhnlicher Versuch statt. Anknüpfend an ein ähnliches Projekt des holländischen Metropole Orkest von 2012 spielte die Anhaltische Philharmonie Dessau unter der Leitung von Generalmusikdirektor Antony Hermus eine aus insgesamt 53 Neukompositionen bestehende Tweetfonie, die im Internet als Online-Stream übertragen wurde.

Alvis Hermanis sagt wegen Krimkrise Russlandauftritte seines Theaters ab

Bedrohung für die Sicherheit Lettlands

4. März 2014. Das Neue Theater Riga hat wegen des Ukraine-Konflikts seine vorgesehenen Auftritte bei Theaterfestivals in den russischen Städten Sankt Petersburg und Omsk abgesagt. Das meldet die österreichische Kleine Zeitung mit Bezug auf die Nachrichtenagentur APA. Der Leiter des Theaters, der Regisseur Alvis Hermanis, hat dem Bericht zufolge darüber hinaus eine geplante Beteiligung an einer Produktion am Moskauer Bolschoi Theater zurückgezogen, berichtete die lettische Tageszeitung Diena am Dienstag.

Prüfbericht der KPMG zur Burgtheater-Buchhaltung online

Projekt Sopran

4. März 2014. Auf Druck des österreichischen Kulturministers hat die Bundestheaterholding den forensischen Prüfbericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zu den Unregelmäßigkeiten in der Buchführung des Burgtheaters online gestellt. Aus datenschutzrechlichen Gründen seien einzelne Berichtsteile und Textpassagen jedoch anonymisiert worden, schreibt die Holding auf ihrer Internetseite. In dem Bericht namentlich erwähnte Personen hätten ihre Zustimmung zur Veröffentlichung nicht erteilt.

Die Prüfung habe unter anderem auch ergeben, dass es bereits während der Intendanz Klaus Bachler, des Vorgängers von Matthias Hartmann, zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist, schreibt u.a. die Tageszeitung Der Standard in ihrer Auswertung des Prüfungsberichts. Denn die Prüfer erwähnen dem Standard zufolge "auch eigenartige Begebenheiten aus den Jahren 2004, 2006 und 2007. Damals sei Stantejsky die Stellvertreterin von Geschäftsführer Thomas Drozda gewesen, der 2009 als Generaldirektor zu den Vereinigten Bühnen Wien wechselte.

Die KPMG-Untersuchung (Eigenwerbung der Gesellschaft "cutting through complexity") wurde unter der Überschrift "Projekt Sopran" zusammengefasst, wie dem Deckblatt des nun veröffentlichten Dossiers zu entnehmen ist.

(sle)

 

Hier geht es zur Chronik der Krise.

Österreichischer Kulturminister prüft Verantwortlichkeit von Burgintendant Hartmann

"Mögliche Mitschuld"

3. März 2014. Nachdem er Burgintendant Matthias Hartmann wiederholt sein Vertrauen ausgesprochen hatte, hat Österreichs Kultusminister Josef Ostermayer am vergangenen Sonnabend nun doch angekündigt, ein Rechtsgutachten in Auftrag zu geben, das "eine mögliche Mitschuld Hartmanns an der Burgtheater-Krise klären" solle. Das sagte Ostermayers Sprecher der Wiener Tageszeitung "Die Presse" am Sonntag, und: "Wenn es die gibt, muss sichergestellt sein, dass das Gutachten auch vor dem Arbeitsgericht hält. Sonst müsste man den Vertrag auszahlen."

Art but fair ruft zur Abstimmung über "Die goldene Stechpalme" 2013

Wahl zur Unverschämtesten

3. März 2014. Der Verein "Art but fair", der für gerechtere Arbeitsbedingungen im Kultursektor kämpft, verleiht erstmals den Negativpreis "Die Goldene Stechpalme" für die unfairste Behandlung von Künstlern im abgelaufenen Kalenderjahr. Aus den Erfahrungsberichten auf der "Art but fair"- Facebook-Seite Die traurigsten & unverschämtesten Künstler-Gagen & Auditionerlebnisse (die bereits über 16.000 Likes verzeichnet) hat der Vorstand von "Art but fair" die neun negativsten Beispiele des Jahres 2013 ausgewählt. Das Publikum hat nun die Möglichkeit, darüber abzustimmen, wer die unrühmliche Auszeichnung erhalten soll.

Protest gegen Sarrazin-Buchvorstellung im Berliner Ensemble

"Wo Sarrazin gegeben wird, hat Brecht keine Heimat mehr."

27. Februar 2014. Gegen eine für den 2. März 2014 terminierte Vorstellung des neues Buchs von Thilo Sarrazin im Berliner Ensemble formiert sich Protest. Das geht aus einem Offenen Brief hervor, der mit einer Petition gegen die Veranstaltung verbunden ist, eine Kooperation zwischen dem BE und dem Magazin "Cicero". Zu den Erstunterzeichnern der Petition gehören u.a. die Schriftsteller Thomas Meinecke, Esther Ditschereit, Raul Zelik und Peter Wawerzinek.

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