meldungen
Burgdirektor Matthias Hartmann entlassen
Erstmals in der Geschichte
11. März 2014 (zuletzt aktualisiert: 15:38). Der österrechische Kulturminister Josef Ostermayer hat heute Matthias Hartmann als Burgtheaterdirektor abberufen. Das meldet der Österreichische Rundfunk ORF und zitiert Ostermayer mit den Worten: "Um weiteren Schaden für die Republik und das Burgtheater abzuwenden, musste dieser Schritt gesetzt werden." Als Konsequenz aus der fristlosen Entlassung darf Hartmann das Theater ab sofort nicht mehr betreten, berichtet der ORF. Diese Abberufung, so Die Presse in ihrer Mitteilung, sei ein Akt, den es in der Geschichte des Hauses am Ring bisher noch nie gegeben hat.
Karl Sibelius soll Intendant in Trier werden
Kulturmanager, Schauspieler, Sänger und Regisseur
11. März 2014. Die Findungskommission, die einen Nachfolger für den scheidenden Intendanten des Trierer Theater Gerhard Weber suchen sollte, hat sich auf Karl Sibelius geeinigt. Das schreibt die Tageszeitung Der Trierische Volksfreund auf ihrer Internetseite. Sibelius leitet derzeit noch das Theater an der Rott im niederbayerischen Eggenfelden.
Opern- und Theaterintendant Gerard Mortier verstorben
Erfolgreich an Salzach und Ruhr
9. März 2014. Der belgische Opern- und Theaterintendant Gerard Mortier ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Das melden verschiedene österreichische Medien, u.a. die Tageszeitung Die Presse, mit Berufung auf die belgische Zeitung "De Morgen". Bereits im Sommer 2013 sei bei Mortier Krebs diagnostiziert worden.
Juli Zeh erhält Hoffmann-von-Fallersleben-Preis
Die Sich-Einmischende
Wolfsburg, 9. März 2014. Die Schriftstellerin Juli Zeh wird mit dem alle zwei Jahre vergebenen und mit 15.000 Euro dotierten Hoffmann-von-Fallersleben-Preis für zeitkritische Literatur ausgezeichnet. Das schreibt die Hoffmann-von-Fallersleben-Gesellschaft, die den Preis vergibt, auf ihrer Website. Ausgezeichnet wird Zeh von der Jury "für ein Werk, das sich in die Auseinandersetzung des Individuums mit dem Zeitgeist und Gefährdungen der Demokratie einmischt" und "Fragen nach Schuld und Verantwortung, Freiheit und Moral in Zeiten ohne Orientierung und Werte" stelle. Zeh zeige "exemplarisch, was es heißt, in der heutigen Zeit ein politischer Autor zu sein". Juroren sind Alexandra v. d. Brelje, Ingke Brodersen, Tanja Dückers, Wend Kässens, Prof. Dr. Christoph Kleßmann, Prof. Dr. Steffen Martus, Dr. Kurt Schuster, Dr. Karl W. Frh. v. Wintzingerode.
Burgtheater wehrt sich gegen Vorwürfe
Einspruch!
Wien, 7. März 2014. Das Burgtheater Wien weist die heute von Karin Cerny auf profil.at veröffentlichte Rechercheergebnisse, dass sich die Finanzmisere des Burgtheaters auch auf die erhöhten Gagen des Führungsteams zurückführen lässt, schärftens zurück. Wie die Pressestelle des Theaters mitteilt, zeige eine Analyse der Wirtschaftsprüfer von KPMG, dass nach den nun definierten Kriterien der Bilanzverlust vor Amtsantritt von Matthias Hartmann bei 8,5 Mio Euro lag. Zur Zeit liegt er bei geschätzten 8,3 Mio Euro.
Stücke für den Mülheimer Dramatikerpreis 2014 nominiert
Sieben für Mülheim
Mülheim, 7. März 2014. Heute wurden die Nominierungen für den Mülheimer Dramatikerpreis bekanntgegeben. Während der Mülheimer Theatertage werden vom 17. Mai bis 7. Juni 2014 folgende Stücke um den Preis konkurrieren:
Blackfacing-Debatte entfacht sich in Wien
Schwarz geschminkt in Wien
6. März 2014. Auch in Wien entfacht sich derzeit eine Blackfacing-Debatte. Vergangene Woche sorgte die Aktion des Moderators und Comedian Chris Stephan beim Wiener Opernball für Empörung, vor allem in Amerika. Er schminkte sich schwarz, um sich dem eingeladenen Reality-TV-Star Kim Kardashian zu nähern. Der Privatsender Puls 4 hat sich mittlerweile "in aller Form für diesen inakzeptablen Auftritt" entschuldigt. Gleichzeitig wurden nun auch in Wiener Kulturinstitutionen andere Fälle bekannt, das berichtet der Kultursprecher der Grünen in Wien, Klaus Werner-Lobo, in seinem Blog. Mit Blackface-Plakaten werde zurzeit eine Aufführung von "Otello darf nicht platzen" im von der Arbeiterkammer betriebenen Theater Akzent beworben.
Schauspielerin Christine Buchegger gestorben
Eine Münchner Protagonistin
6. März 2014. Die österreichische Schauspielerin Christine Buchegger ist am vergangenen Montag im Alter von 71 Jahren in München gestorben. Das meldet u.a. Die Presse.
Schweizer Kulturhäuser leiden unter Ja beim Volksentscheid
Klotz am Bein
Basel, 5. März 2014. Das Schweizer Ja beim Volksentscheid zur SVP-Initiative gegen Masseneinwanderung bremst eidgenössische Kulturinstitutionen in ihrer Arbeit aus. Das berichtet Moritz Kaufmann in der Basellandschaftlichen Zeitung (4.3.2014). Nachdem bereits das ERASMUS-Programm für Schweizer Studenten ausgesetzt wurde (siehe Spiegel Online), legt die EU jetzt die Mitgliedschaft der Schweizer in EU-Kulturförderprogrammen auf Eis.
Regisseur Fritz Marquardt verstorben
Das markante Leben
5. März 2014. Der Theaterregisseur und Schauspieler Fritz Marquardt ist tot. Das meldet die Onlineseite von Theater der Zeit. Marquardt verstarb am 4. März in Pasewalk im Alter von 85 Jahren. Als "singuläre Erscheinung" würdigte nachtkritik.de-Redakteur Wolfgang Behrens den Mann mit der proletarischen Mütze und einem "überaus markanten, von Lebens- und Arbeitsstürmen gegerbten Gesicht" zum 80. Geburtstag im Juli 2008.
Symphonie aus Tweets beim Kurt Weill Fest 2014
#Tweetfonie
4. März 2014. Beim Kurt Weill Fest in Dessau fand gestern (3.3.2014) ein außergewöhnlicher Versuch statt. Anknüpfend an ein ähnliches Projekt des holländischen Metropole Orkest von 2012 spielte die Anhaltische Philharmonie Dessau unter der Leitung von Generalmusikdirektor Antony Hermus eine aus insgesamt 53 Neukompositionen bestehende Tweetfonie, die im Internet als Online-Stream übertragen wurde.
Alvis Hermanis sagt wegen Krimkrise Russlandauftritte seines Theaters ab
Bedrohung für die Sicherheit Lettlands
4. März 2014. Das Neue Theater Riga hat wegen des Ukraine-Konflikts seine vorgesehenen Auftritte bei Theaterfestivals in den russischen Städten Sankt Petersburg und Omsk abgesagt. Das meldet die österreichische Kleine Zeitung mit Bezug auf die Nachrichtenagentur APA. Der Leiter des Theaters, der Regisseur Alvis Hermanis, hat dem Bericht zufolge darüber hinaus eine geplante Beteiligung an einer Produktion am Moskauer Bolschoi Theater zurückgezogen, berichtete die lettische Tageszeitung Diena am Dienstag.
Prüfbericht der KPMG zur Burgtheater-Buchhaltung online
Projekt Sopran
4. März 2014. Auf Druck des österreichischen Kulturministers hat die Bundestheaterholding den forensischen Prüfbericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zu den Unregelmäßigkeiten in der Buchführung des Burgtheaters online gestellt. Aus datenschutzrechlichen Gründen seien einzelne Berichtsteile und Textpassagen jedoch anonymisiert worden, schreibt die Holding auf ihrer Internetseite. In dem Bericht namentlich erwähnte Personen hätten ihre Zustimmung zur Veröffentlichung nicht erteilt.
Die Prüfung habe unter anderem auch ergeben, dass es bereits während der Intendanz Klaus Bachler, des Vorgängers von Matthias Hartmann, zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist, schreibt u.a. die Tageszeitung Der Standard in ihrer Auswertung des Prüfungsberichts. Denn die Prüfer erwähnen dem Standard zufolge "auch eigenartige Begebenheiten aus den Jahren 2004, 2006 und 2007. Damals sei Stantejsky die Stellvertreterin von Geschäftsführer Thomas Drozda gewesen, der 2009 als Generaldirektor zu den Vereinigten Bühnen Wien wechselte.
Die KPMG-Untersuchung (Eigenwerbung der Gesellschaft "cutting through complexity") wurde unter der Überschrift "Projekt Sopran" zusammengefasst, wie dem Deckblatt des nun veröffentlichten Dossiers zu entnehmen ist.
(sle)
Hier geht es zur Chronik der Krise.
Österreichischer Kulturminister prüft Verantwortlichkeit von Burgintendant Hartmann
"Mögliche Mitschuld"
3. März 2014. Nachdem er Burgintendant Matthias Hartmann wiederholt sein Vertrauen ausgesprochen hatte, hat Österreichs Kultusminister Josef Ostermayer am vergangenen Sonnabend nun doch angekündigt, ein Rechtsgutachten in Auftrag zu geben, das "eine mögliche Mitschuld Hartmanns an der Burgtheater-Krise klären" solle. Das sagte Ostermayers Sprecher der Wiener Tageszeitung "Die Presse" am Sonntag, und: "Wenn es die gibt, muss sichergestellt sein, dass das Gutachten auch vor dem Arbeitsgericht hält. Sonst müsste man den Vertrag auszahlen."
Art but fair ruft zur Abstimmung über "Die goldene Stechpalme" 2013
Wahl zur Unverschämtesten
3. März 2014. Der Verein "Art but fair", der für gerechtere Arbeitsbedingungen im Kultursektor kämpft, verleiht erstmals den Negativpreis "Die Goldene Stechpalme" für die unfairste Behandlung von Künstlern im abgelaufenen Kalenderjahr. Aus den Erfahrungsberichten auf der "Art but fair"- Facebook-Seite Die traurigsten & unverschämtesten Künstler-Gagen & Auditionerlebnisse (die bereits über 16.000 Likes verzeichnet) hat der Vorstand von "Art but fair" die neun negativsten Beispiele des Jahres 2013 ausgewählt. Das Publikum hat nun die Möglichkeit, darüber abzustimmen, wer die unrühmliche Auszeichnung erhalten soll.
Diskussion mit Thilo Sarrazin im Berliner Ensemble nach Protesten abgebrochen
"Wir sind die Gebärmaschinen"
Berlin, 2. März 2014. Demonstranten haben in Berlin ein geplantes Gespräch mit dem umstrittenen Bestsellerautor und Ex-Politiker Thilo Sarrazin verhindert. Mehrere Besucher hätten Protestschilder hochgehalten und Sprechchöre skandiert, twitterte das Magazin Cicero, das für Sonntagvormittag zu der Veranstaltung im Berliner Ensemble eingeladen hatte, bei der es unter dem Titel "Die Grenzen der Meinungsfreiheit" um Sarrazins Buch "Der neue Tugendterror" gehen sollte. Schon im Vorfeld hatte es Proteste gegen die Sarrazin-Lesung im Berliner Ensemble gegeben.
Der französische Filmregisseur Alain Resnais ist tot
Ihr werdet euch noch wundern
Paris, 2. März 2014. Der französische Regisseur Alain Resnais ist tot. Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung meldet, starb der 91 Jahre alte französische Regisseur am Samstagabend im Kreis seiner Familie in Paris.
Doch kein neues Theater für Schleswig
Landestheater Schleswig-Holstein in Gefahr
28. Februar 2014. In der Schleswiger Ratsversammlung hat es am späten Donnerstagabend keine Mehrheit für einen Theater-Neubau gegeben. Das berichtet der NDR.
Protest gegen Sarrazin-Buchvorstellung im Berliner Ensemble
"Wo Sarrazin gegeben wird, hat Brecht keine Heimat mehr."
27. Februar 2014. Gegen eine für den 2. März 2014 terminierte Vorstellung des neues Buchs von Thilo Sarrazin im Berliner Ensemble formiert sich Protest. Das geht aus einem Offenen Brief hervor, der mit einer Petition gegen die Veranstaltung verbunden ist, eine Kooperation zwischen dem BE und dem Magazin "Cicero". Zu den Erstunterzeichnern der Petition gehören u.a. die Schriftsteller Thomas Meinecke, Esther Ditschereit, Raul Zelik und Peter Wawerzinek.
Tim Renner neuer Kulturstaatssekretär in Berlin
Pop-Professor
Berlin, 27. Februar 2014. Der Musikproduzent Tim Renner soll neuer Kulturstaatssekretär Berlins werden, wie verschiedene Medien berichten. Er folgt damit auf André Schmitz, der sein Amt wegen einer zurückliegenden Steueraffäre aufgeben musste.
Harald Schmidt macht ein Theater auf
Ein Kölner Westend
25. Februar 2014. Harald Schmidt will das Studio 449 in Köln, in dem noch bis zum März dieses Jahres seine Late-Night-Show produziert wird, ab Herbst zum Theater umfunktionieren. Das meldet das Medienmagazin DWDL.de und beruft sich auf den österreichischen Radiosender Ö3.
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