meldungen

Nestroy-Preise im Wiener Ronacher vergeben

"Verbrennungen" räumt ab

Wien, 21. November 2008. Im Wiener Ronacher hat gestern abend die Verleihung der "Nestroy"-Theaterpreise stattgefunden. Das meldet die Wiener Presse mit Bezug auf die Nachrichtenagentur APA. Mit der bereits zum neunten Mal vergebenen Auszeichnung werden in elf Kategorien die besten Leistungen der vergangenen Saison auf österreichischen Bühnen sowie die "beste deutschsprachige Aufführung" gewürdigt.

Comédie-Francaise verzichtet auf Expansion

Bobigny bleibt Bobigny

Paris/ Berlin, 13./18. November 2008. Wir sind noch schuldig, die neuen Entwicklungen aus Paris zu melden. In unserem Kommentar im Oktober 08 hatten wir von den Gefahren für das renommierte Theater MC93 im Pariser Vorort Bobigny berichtet. Inzwischen hat, laut der Wiener Tageszeitung "Der Standard", die wiederum die Pariser Zeitung "Le Monde" zitiert, die Comédie-Francaise mitgeteilt, dass sie den Plan aufgegeben habe, im Norden von Paris eine zusätzliche Spielstätte im MC93 zu eröffnen. "Wir gehen nicht nach Bobigny. Noch bevor das Projekt eingehend studiert wurde, wurde es denunziert und verleumdet", sagte Intendantin Muriel Mayette.

Franzobel zusammengestrichen

Zensur in Wien!

Wien, 19. November 2008. Wie wir aus der Wiener Zeitung "Der Standard" erfahren, wirft der Schriftsteller Franzobel den Veranstaltern der Nestroy-Gala "Feigheit", "Eitelkeit" und "Metternich-Methoden" vor. Die Überreichung des wichtigsten österreichischen Theaterpreises soll heute Abend im Ronacher-Theater stattfinden und Franzobel hatte die Moderatorinnen-Texte für die Veranstaltung in nestroyscher Manier als kräftig wider den Stachel löckende Conférence aufgeschrieben (hier der link zum Standard, weiter klicken auf Kultur / Bühne / Im Volltext: Franzobels Originalmanuskript). Doch Moderatorin Maria Happel, einer First Lady des Burgtheaters, habe dieses "Buch" nicht gefallen, so dass sie beschlossen habe, auf der Bühne des Ronacher nur einen Bruchteil zu Gehör bringen: Sämtliche (sozial-)kritische Passagen seien eliminiert worden. "Die Pointen, poetische Bilder, ironische Spitzen? Alles weg!", klagt der Autor, laut "Der Standard", in einer der Zeitung übermittelten Stellungnahme.

Fritz Muliar verklagt Claus Peymann

Trottel! - Rotzlöffel!

Berlin, 17. November 2008. Wie wir erst heute auf der website der Wiener Zeitung Die Presse gelesen haben, verklagt der Burgschauspieler Fritz Muliar seinen ehemaligen Intendanten und heutigen Vorsteher des Berliner Ensembles Claus Peymann. In einem alten Brief, der sich in dem neuen, von Hans-Dieter Schütt kompilierten Buch Peymann von A – Z (zu unserer Rezension) findet, hatte Peymann das Urgestein des Burgtheaters als "hundertprozentiger Trottel" beschimpft.

"Von dem Rotzbuben lasse ich mich nicht beleidigen!", ließ Muliar "Die Presse" wissen und will vor Gericht eine 10.000 Euro-Spende für den Tierschutz oder Blinde erstreiten, nebst einer Peymann-Entschuldigung und der Zurücknahme der Beleidigung in allen Medien, die sie veröffentlicht haben.

Anselm Weber soll Nachfolger von Elmar Goerden in Bochum werden

Wechsel zur übernächsten Spielzeit 

Essen/Bochum, 14. November 2008. Anselm Weber, Intendant des Essener Grillo-Theaters, steht vor einem Wechsel ans Bochumer Schauspielhaus zur Spielzeit 2010/2011. Das meldet die Borkener Zeitung unter Berufung auf Informanten aus der Bochumer Kommunalpolitik und Essener Theaterkreisen. Der jetzige Bochumer Intendant Elmar Goerden hat angekündigt, seinen Vertrag nicht über die Spielzeit 2009/2010 hinaus zu verlängern. Der 45-jährige Weber, unter dessen Leitung sich das Essener Theater überregional einen sehr guten Ruf errgungen hat und mehrfach als bestes NRW-Theater ausgezeichnet wurde, hatte in Interviews bereits Interesse an der Stelle in Bochum bekundet. Die Entscheidung fällt am 21. November bei einer Sitzung des Bochumer Theater-Verwaltungsrates.

Bauarbeiten für 21-Millionen-Euro-Theater in Paderborn beginnen

Bank baut Bühne

Paderborn, 6. November 2008. Wie die Neue Westfälische Zeitung meldet, beginnen in der Paderborner Innenstadt am kommenden Montag die Rohbauarbeiten für einen Gebäudekomplex, in dem auch ein Theaterneubau für die Westfälischen Kammerspiele enthalten ist. Das 47-Millionen-Euro-Projekt ist das größe Bauvorhaben in der Region Ostwestfalen-Lippe.

Christoph Schlingensief plant Festspielhaus in Afrika

Schlingcarraldo

Berlin, 4. November 2008. Mit neuer alter Kraft voraus – Nachdem Christoph Schlingensief sich nach seiner Krebs-Erkrankung bereits im September mit Eine Kirche der Angst vor dem Fremden in mir auf der Ruhrtriennale zurückgemeldet hatte, macht er sich nun an die Planung der nächsten Großprojekte. Zum Beispiel den Bau eines Festspielhauses, irgendwo in Afrika. Das meldete unter anderem monsters & critics in Bezugnahme auf die dpa.

Gustave Akakpo erhält Autorenpreis des Saarbrücker Festivals Primeurs

Weg von der Perspektive des Europäers

30. Oktober 2008. Der 1974 in Togo geborene Dramatiker Gustave Akakpo erhält einer Meldung des Staatstheaters Saarbrücken zufolge für sein Stück Die Aleppo-Beule – Habbat Alepp den Autorenpreis des Festivals "Primeurs", das in diesem Jahr zum zweiten Mal in der saarländischen Hauptstadt zeitgenössische Dramatik aus dem französischsprachigen Raum präsentierte. Das Stück war in einer Werkstadtinszenierung von Leyla-Claire Rabih zusehen.

Stasi-Verdacht gegen Alejandro Quintana entkräftet

IM wider Wissen und Wollen

Heilbronn, 28. Oktober 2008. Der Verdacht gegenüber Alejandro Quintana ist entkräftet. Vor gut einem Monat war dem chilenischen Regisseur und derzeitigen Schauspieldirektor des Theaters Heilbronn vorgeworfen worden, zwischen 1978 und 1982 für die Staatssicherheit gearbeitet zu haben. Quintana hatte die Vorwürfe umgehend zurückgewiesen.

Laurent Chétouane Hauptpreisträger des NRW-Festivals Favoriten 08 - Theaterzwang

Im Moment des Zerfalls

26. Oktober 2008. Der 1973 in Frankreich geborene Regisseur Laurent Chétouane hat für seine Februar 2007 im Essener PACT Zollverein herausgekommene Inszenierung von Tanzstück #1 Bildbeschreibung nach Heiner Müller den mit €10.000 dotierten Hauptpreis des Festivals Favoriten 08 erhalten. Chétouanes Protagonist, der amerikanische Tänzer Frank Willens, erhielt den Preis als bester Darsteller.

Amina Gusner neue Schauspieldirektorin in Gera-Altenburg

Zwischen Boulevard und Hochkultur

23. Oktober 2008. Wie die Theater und Philharmonie Thüringen GmbH mitteilt, zu der neben den Bühnen der Stadt Gera auch das Landestheater Altenburg gehört, wird die Schauspielerin und Regisseurin Amina Gusner in der kommenden Spielzeit Schauspieldirektorin. Sie löst den glücklosen Uwe Dag Berlin ab, dessen Vertrag 2008/2009 auslaufen wird.

Theater Chemnitz: Entlassungen nötig, Qualität soll unberührt bleiben

Der technische Bereich ist betroffen

Chemnitz, 23. Oktober 2008. In der festgefahrenen Situation um die Finanzierung der Städtischen Theater Chemnitz ab kommendem Jahr zeichnet sich Bewegung ab, wie der ZDF Theaterkanal und ad hoc news mit Rückgriff auf ddp melden. Der Generalintendant Bernhard Helmich sehe Einsparmöglichkeiten von 1,3 bis 1,5 Millionen Euro pro Jahr ohne künstlerische Konsequenzen, wie er am Mittwochabend in Chemnitz auf einem Bürgerforum zur Zukunft des Theaters sagte. Das bedeute etwa dreißig Entlassungen, vorrangig im technischen Bereich.

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