Gott - Düsseldorfer Schauspielhaus
Sein oder Nichtsein? Bitte abstimmen!
von Max Florian Kühlem
Düsseldorf, 10. September 2020. Die Internetseite terror.theater zeigt die Erfolgsgeschichte von Ferdinand von Schirachs Stück Terror in einer eindrucksvollen Grafik: 544.042 Besucher rund um den Globus (also wirklich rund um den Globus – und nicht nur in der westlichen Welt) haben es gesehen und zu 63,2 Prozent am interaktiven Ende des gezeigten Prozesses den Piloten freigesprochen, der ein von Terroristen gekapertes Flugzeug abschoss, das auf ein Stadion zusteuerte. Für Schirachs neues Prozess-Stück "Gott" ist eine ähnliche Erfolgsgeschichte vorprogrammiert. Die Programmierer haben diesmal die Domain gott.theater gewählt und die Weltkarte zeigt am Premierenabend schon 13 Orte, an denen es gespielt wird.
Hyperreal - Düsseldorfer Schauspielhaus
So Lololo
von Cornelia Fiedler
Düsseldorf, 3. September 2020. Irgendwann kommt das Ende der Menschheit dann doch noch: Miki Shoji, als Tod in einen violett glänzenden Kapuzenmantel gehüllt, weist die auf der Bühne versammelten Quasselstrippen mit sparsamen, aber deutlichen Gesten an, jetzt endlich abzutreten. Niemand wird sie vermissen, dafür hat Regisseurin und Choreographin Constanza Macras zwei Stunden lang gesorgt: In "Hyperreal" porträtiert sie mit ihrer Truppe aus Tänzer*innen und Schauspielensemble eine egozentrische, wehleidige, konsumsüchtige, pseudoreflektierte Spezies. Dass das in kritischer Absicht geschieht, ist klar. Dennoch wirkt Macras' mit Diskursplittern garniertes Pandemiespektakel auch selbst unangemessen dünn, fast naiv.
letztes Licht. Territorium - Düsseldorfer Schauspielhaus
Lesbos, weitergedacht
von Max Florian Kühlem
Düsseldorf, 13. Februar 2020. In Sabrina Rox‘ Bühnenbild stehen Sandstrand und Himmel nicht für Weite, Öffnung und Freiheit, sondern für Enge und Abgeschlossenheit. Der Himmel ist eine breite Holzwand und läuft spitz auf den Sandboden zu. Dazwischen ist gerade so viel Platz, dass die Figuren der Uraufführung von Thomas Freyers neuem Stück "letztes Licht. Territorium" im Kleinen Haus des Düsseldorfer Schauspielhauses gebückt stehen können. Sie werden erdrückt von ihrer verdrängten Vergangenheit wie das Stück von seiner Symbollast.
Regie: David Bösch
Regie: Matthias Hartmann
Regie: Claudia Bosse
Regie: Barbara Bürk, Clemens Sienknecht
Regie: Sönke Wortmann
Regie: Felix Ensslin
Regie: Bernadette Sonnenbichler
Regie: Rimini Protokoll
Regie: Roger Vontobel
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