Melancolía y manifestaciones / Melancholie und Protest − die Argentinierin Lola Arias eröffnet einen Südamerika-Schwerpunkt bei den Wiener Festwochen
Mehr sein als Hüter von Büchern und Enkeln
von Reinhard Kriechbaum
Wien, 13. Mai 2012. Die wackeren Oldies waren, wenn's wahr ist, aus anderem Schrot und Korn: So jedenfalls lautet ihre Selbsteinschätzung angesichts der deutlich leiseren jüngeren Generationen. Die wahren Kerle also, das waren die Alten. Politisch engagiert gingen sie auf die Straße, wenn's sein musste. Die Südamerikanerin Lola Arias hat genauer hingeschaut – und als erstes ausgerechnet eine Trantüte entdeckt. Nein, das ist zu deftig formuliert. Die ältere Dame, ihre Mutter, ist wirklich krank, ertränkt von der sprichwörtlichen schwarzen Galle, der Melancholie. Wann deren Pegelstand gestiegen ist? 1976, nach dem Militärputsch in Argentinien. Die Regisseurin/Autorin Lola Arias ist im gleichen Jahr zur Welt gekommen, und sie argwöhnte, womöglich selbst Ursache der mütterlichen Depression zu sein. Das war sie definitiv nicht. Im Stück, einem Schreibauftrag der Wiener Festwochen, kommen Kommentare zur politischen Lage von damals leider nicht mal in Spurenelementen vor.
Die Opferung von Gorge Mastromas - Christoph Mehler bringt Dennis Kellys neues Stück bei den Ruhrfestspielen zur Uraufführung
Moral in Multiperspektive
von Sarah Heppekausen
Recklinghausen, 12. Mai 2012. Für Dennis Kelly ist Wahrheit eine verzwickte Sache. Das sagte der britische Dramatiker vor ein paar Tagen in seiner Eröffnungsrede des Theatertreffen-Stückemarkts. Als Autor empfiehlt er die Suche nach Wahrheit. Seine Stücke demonstrieren, wie holprig dieser Weg, wie stockend diese Suche ist. Seine Figuren schlagen Haken oder stecken wie die Leser immer mal wieder in Lügen-Sackgassen fest. Gorge Mastromas zum Beispiel, Kellys jüngste Dramenfigur, stellt irgendwann fest, dass es in einem erfolgreichen Leben vor allem auf absoluten Willen und die Fähigkeit ankomme, aus tiefstem Herzen zu lügen.
Regie: Daniela Kranz
Regie: Matthias Hartmann
Regie: Robert Borgmann
Regie: Hubsi Kramar u.a.
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