Theaterpodcast (78) - Premierenabsagen
Das Scheitern umarmen
1. April 2025. Selten wird am Theater eine Premiere abgesagt. "Aufgrund künstlerischer Differenzen", heißt es dann oft, "zu unserem Bedauern". Aber welche Vorgänge stecken wirklich dahinter, wann ziehen Theater die Reißleine?
Von Susanne Burkhardt und Elena Philipp
Großes Entsetzen, weil eine Premiere abgesagt wurde? Der Liederabend "Kirmes Forever" am Rheinischen Landestheater Neuss © Christine Trischtler
1. April 2025. "Zusammen mit dem Ensemble haben wir versucht, weiter an der Produktion zu arbeiten", hieß es Mitte März in einer Pressemitteilung des Rheinischen Landestheaters Neuss. "Doch dabei stellte sich heraus, dass die inhaltliche Gestaltung der Textfassung zu weit von der ursprünglichen Produktionsidee abgewichen war." Eine außergewöhnlich detaillierte Begründung dafür, warum die zwei Tage später geplante Premiere von "Mord im Schützenfest" abgesagt worden war.
Stattdessen im Programm: der Liederabend "Kirmes Forever" – Regisseur Clemens Bechtel hat den Auftrag zurückgegeben, mit Autor David Gieselmann entsteht in der kommenden Spielzeit eine neue Inszenierung. Im Gespräch erzählt Marie Johannsen, Dramaturgin und Intendantin des Rheinischen Landestheaters, von den Geschehnissen hinter den Kulissen.
Ihr Kollege Vasco Boenisch, designierter Schauspiel-Intendant am Niedersächsischen Staatstheater Hannover und bisher Chefdramaturg am Schauspiel Bochum, berichtet von gerade noch geretteten Probenprozessen und Verschiebungen auf die letzte Minute. Wie viel Scheitern verträgt die Kunst, wie viel Freiheit brauchen Regieteams? Und wie viele Fehler können sich Theater derzeit noch leisten?
In Kooperation mit Deutschlandfunk Kultur.
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Recherchiert doch mal was dazu…?
"Super-witzige" Szenen hätte sie sich gewünscht: was ist das für eine Kategorie? "Richtig cool". etc. hätte es werden sollen. "Richtig gutes Theater." Für mich klingen diese Ausführungen, ja Beteuerungen etwas hilflos.
Mein Eindruck: sie möchte unbedingt Publikumserfolge einfahren und diese auch kalkulierbar haben, scheut sich aber, dies so zu benennen. Warum nicht ehrlich und klar heraus?
Vasco Boenisch redet behutsam Klartext: Erfolgsdruck ist/war der Grund. Fertig.
Mit herzlichen Grüßen
Susanne Burkhardt