Zur "Kulturinfarkt"-Debatte - Der Angriff der Neoliberalen auf die Kulturförderung der öffentlichen Hand
Ein Beispiel ökonomistischer Propaganda
von Matthias Burchardt
11. April 2012. Schon seit geraumer Zeit untersuchen Theoretiker die Ökonomisierung aller Lebensbereiche, nicht zuletzt Nobert Blüm, der in seinem Buch über "Gerechtigkeit" sogar von "ökonomischem Totalitarismus" spricht. Dass der Ökonomisierungsdruck nicht etwa eine Reaktion auf "die Globalisierung" oder die notorisch leeren Kassen der öffentlichen Haushalte – bei gleichzeitigem Anwachsen der Zahl privater Millionäre – ist, sondern die Folge einer wohldosierten Bewirtschaftung der öffentlichen Meinung, lässt sich exemplarisch an der Debatte um die Streitschrift "Kulturinfarkt" nachvollziehen.
Streitraum an der Schaubühne Berlin - Antisemitismus in Ungarn: Was tun?
Nicht Opfermentalität, sondern Opferideologie
von Esther Slevogt
Berlin, 17. Januar 2012. Das wollte der Publizist Paul Lendvai dann zunächst doch einmal klarstellen: Ungarn sei weder die Ukraine, wo man eine frühere Ministerpräsidentin in einem zweifelhaften Verfahren zu sieben Jahren Haft verurteilt habe. Ungarn sei auch nicht das halbkriminelle Weißrussland. Nicht mal mit dem autokratisch geführten Russland Wladimir Putins könne man dieses demokratisch verfasste mitteleuropäische Land vergleichen. Selbst die Verhältnisse im von Berlusconi komplett korrumpierten Italien mit seinen abhängigen Medien schienen Lendvai bedenklicher zu sein als in Ungarn, wo gerade umstrittene Pressegesetze massiv die Unabhängigkeit der Medien bedrohen. Und doch, so der in 1929 Budapest geborene und in Wien lebende Lendvai, sei Ungarn nicht das Land geworden, das man sich 1989 erhofft habe und drifte unter der Regierung des rechtskonservativen Victor Orban nun in eine bedrohliche Richtung ab.
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