Mit Freude

Mainz, 24. November 2015. Das Polizeipräsidium Mainz hat offenbar Strafanzeige gegen das Staatstheater Mainz gestellt. Wie u.a. die Frankfurter Rundschau meldet, störten Ensemble-Mitglieder des Staatstheaters mit Ludwig van Beethovens "Ode an die Freude" eine Kundgebung der Partei AfD vor dem Haus. "Wer eine genehmigte Versammlung grob stört, macht sich strafbar", zitiert die FR eine Polizeisprecherin. Ungewöhnlich sei nach Einschätzung von Juristen, dass die Anzeige nicht von der betroffenen Partei, sondern von der Polizei gestellt wurde.

Bei der Staatsanwaltschaft Mainz sei die Anzeige des Polizeipräsidiums allerdings noch nicht eingegangen. Ein Sprecher der AfD Rheinland-Pfalz warf der Zeitung zufolge den Gegendemonstranten "eine massive Bereitschaft" vor, "gegen Recht und Gesetz zu verstoßen". Während sich 300 AfD-Anhänger versammelten, kamen 1000 Gegendemonstranten zusammen.

(FR / geka)

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Kommentare

Kommentare  
#1 Ermittlungen gegen Theater: Danke!Klaus M. 2015-11-24 23:44
Sehr geehrter Markus Müller,

danke für die Aktion.

LG
#2 Ermittlungen gegen Theater: wir werden sammelnJürgen Hirsch 2015-11-25 00:42
Liebe Kolleginnen und Kollegen des Staatstheaters Mainz,
lieber Intendant Markus Müller,

zu dieser künstlerisch/kreativen Störung der AfD-Demo auf dem Theatervorplatz kann man nur herzlichen Glückwunsch sagen.
Dem dumpf-deutschen Gebrabbel der selbsternannten Patrioten mit Beethovens gesamteuropäischer Hymne zu begegnen ist einfach GEIL!
Solltet es wirklich zu einer Geldstrafe kommen, werden wir in Hamburg gerne für euch sammeln!

Mit solidarischen und lächelnden Grüßen

Jürgen Hirsch
Hamburger Schauspiel-Studio Frese
#3 Ermittlungen gegen Theater: FrageSascha Krieger 2015-11-25 10:00
Könnte man mal bei der Frankfurter Polizei nachfragen, wie das Singen der Ode an die Freude eine "grobe Störung" einer Demonstration sein kann? Das erschließt sich mir nicht.
#4 Ermittlungen gegen Theater: bald auch Kinderchöre in Haft?Arbeiter 2015-11-25 15:58
Singen ist Störung einer genehmigten Versammlung? Verhaftet jetzt demnächst die deutsche Polizei auch Kinderchöre am Weihnachtsmarkt, die die Versammlung von Kaufwilligen stören?
Irgendwie wird im Falle der Pegida und der AfD mit zweierlei Maß gemessen.
#5 Ermittlungen gegen Theater: noch ein Spendernikolaus merck 2015-11-25 17:12
#6 Ermittlungen gegen Theater: auch in den Knast?Exex 2015-11-25 19:34
10 Euros sind voll okay - aber geht der Mann auch - sagen wir täglich 10 Minuten - mit in den Knast, wenn die Justiz in Mainz so eifrig ist wie die Polizei?
#7 Ermittlungen gegen Theater: bravoklara 2015-11-25 21:26
Dem Ensemble und dem Intendanten: BRAVO!
#8 Ermittlungen gegen Theater: tolle IdeeGerhard Hess 2015-11-25 21:29
Lieber Markus Müller,

Tolle Idee! Lasst euch das Singen nicht verbieten.
#9 Ermittlungen gegen Theater: Mainz bleibt MainzExex 2015-11-26 10:26
Wie war das gleich?: Mainz bleibt Mainz, wie es ... Mit und ohne als wie die Polizei erlaubt.
#10 Ermittlungen gegen Theater: JubelA. Kidema 2015-11-26 12:32
Mische meinen Jubel ein! Grandios!
#11 Ermittlungen gegen Theater: schönes ZeichenAndrea Pietzka-Herr 2015-11-26 13:27
Was für eine wunderbare Aktion...
Widerstand leisten kann so einfach und eindrucksvoll sein! Ich hoffe doch sehr, dass Singen keine Störung ist...vielen Dank für dieses schöne Zeichen!!!
#12 Ermittlungen gegen Theater: Flashmob-LinkKlaus Kusenberg 2015-11-26 19:26
Gratulation aus Nürnberg und einen herzlichen Gruß nach Mainz mit folgendem Link zur flashmob-Aktion unserer Staatsphilharmonie: www.youtube.com/watch?v=oNtOw_WxV8c
#13 Ermittlungen gegen Theater: zur Nachahmung empfohlenThorsten Hahn 2015-11-27 13:22
Kultur gegen Rechts.
Zum Glück haben wir aus der Vergangenheit gelernt - Rechtswidrig aber zur Nachahmung empfohlen. Mein Respekt.
#14 Ermittlungen gegen Theater: zu begrüßenRenate Reifert 2015-11-27 14:16
Die Kunst ist der Weltoffenheit verpflichtet. Daher begrüße ich die offenen Fenster des Staatstheater ebenso wie ich den gesungenen Text für diesen Anlass optimal finde - DANKE für diese Aktion
#15 Ermittlungen gegen Theater: Spielregeln für alleAndre Galla 2015-11-27 22:30
Die Demo wurde mit Lautsprechern beschallt und es wurde seitens der Polizei mehrfach aufgefordert dies zu unterlassen. In einem demokratischen Rechtsstaat muss man unliebsame Meinungen aushalten und darf diese nicht widerrechtlich verhindern. Und diese Spielregeln gelten ausnahmslos für alle, sonst funktioniert ein Rechtsstaat nicht. Fast alle Vorkommentatoren haben meines Erachtens große Probleme mit dem Verständnis unserer Demokratie und unseres Grundgesetzes.
#16 Ermittlungen gegen Theater: Logik des Gesetzbruchsdabeigewesen 2015-11-28 10:09
@Andre Galla: aus dem SZ-Artikel geht nicht hervor, daß Lautsprecher eingesetzt wurden, sie seien auf Aufforderung abgebaut worden. Ansonsten: natürlich ist es richtig, daß Anzeige erstattet wird, wenn gegen die Aufforderungen der Polizei verstoßen wird. Einige der Vorkommentatoren erkennen das ja auch und wollen helfen, das anstehende Bußgeld zu zahlen. Zu einer Gefängnisstrafe für den Intendanten wird es ja vermutlich nicht kommen. Den Vorkommentatoren Probleme beim Demokratie- und Verfassungsverständnis vorzuwerfen, finde ich überzogen.

Allerdings ist auch mir unbehaglich bei der Aktion, weil eine Logik des Gesetzbruches dahinter steckt, 'der Zweck heiligt die Mittel': immer ein Irrweg.
Andererseits findet direkt vor dem Theater - mit dem Theater als Kulisse - (polpix.sueddeutsche.com/bild/1.2752735.1448375725/640x360/afd-mainz-staatstheater-mainz.jpg) eine Kundgebung statt, von der sich offensichtlich große Teile der Mitarbeiter in Mainz distanzieren wollten. Zu singen ist ja dann doch der friedlichste Weg, um zu protestieren.
Offensichtlich haben sie dabei über die Stränge geschlagen, dafür gibt's die Quittung. Aber es ist auch ein Signal. In Dresden hängt etwas hilflos, aber gesetzeskonform ein Banner an der Semperoper "Wir sind kein Bühnenbild für Fremdenhass".
#17 Ermittlungen gegen Theater: wenn Unrecht zu Recht wirdklara 2015-11-28 13:45
@ Andre Galla

Wie Sie beim Milgram-Experiment abgeschnitten hätten, kann ich mir vorstellen.Ich finde es rührend, wie Menschen, die verfassungsfeindliche Sehnsüchte nach einem starken Führer haben, auf die Verfassung pochen, die sie, sobald sie an die Macht kommen, abschaffen würden.Warum regen Sie sich nicht darüber auf, daß wir alle unserer Privatsphäre durch die NSA beraubt werden. Es gehört zur Unantasbarkeit der Würde des Menschen, daß seine Privatsphäre nicht verletzt wird. Ist das nicht in der Verfassung?
Wo Unrecht zu Recht wird, ist das Brechen des Gesetzes Pflicht.
Es ist sehr verlogen und perfide den Vorpostern Verfassungsfeindlichkeit zu unterstellen. Weder meine Vorposter noch ich sind es. Aber denunzieren Sie ruhig. Wenn Sie die Schönheit dieser Geste, Beethovens 9. zu spielen , als Replik,nicht erkennen können oder wollen,so projizieren Sie bitte nicht Kriminalität hinein.
Und ja jeder soll seine Meinung vertreten dürfen.
#18 Ermittlungen gegen Theater: pseudomissionarischImpress me 2015-11-28 15:28
Wie wäre es mal wieder mit Kant..Statt irgendwelcher "Totschlag" Argumente!
Dieser unerträgliche Utilitaristismus, der sich breit macht hat längst die Kunst und (was immer sich dafür hält) ebenso infiziert. Sind es nicht PR Aktionen, die heute vielfach mit Kunst verwechselt werden? Eine durch und durch neoliberale..und pseudomissionarische Haltung...
immerhin schafft es der Intendant bis in die Tagesschau...
#19 Ermittlungen gegen Theater: so ist esErnst Reinhardt 2015-11-28 15:50
#15 @Andre Galla

So ist es!
#20 Ermittlungen gegen Theater: moralfeuertrunkene GesinnungErnst Reinhardt 2015-11-28 16:08
Ja, lustig, diese "geniale, geile" Aktion, die Schillers/Beethovens Ode an die Freude - seid umschlungen, Millionen, alle Menschen werden Brüder, diesen Kuß der ganzen Welt - instrumentalisiert, um Andersdenkende mundtot zu brüllen. Als Realsatire kaum zu schlagen.

@Jürgen Hirsch
"zu dieser künstlerisch/kreativen Störung der AfD-Demo auf dem Theatervorplatz kann man nur herzlichen Glückwunsch sagen."

Sie beglückwünschen die kreativen Künstler zu einer gelungenen antidemokratischen Aktion?

"Dem dumpf-deutschen Gebrabbel der selbsternannten Patrioten mit Beethovens gesamteuropäischer Hymne zu begegnen ist einfach GEIL!"

Na ja - das rechte dumpf-deutsche "Merkel muß weg"-Gebrabbel scheint mir dem linken dumpf-antideutschen Antifa-Gebrabbel "Deutschland ist Scheiße, Ihr seid die Beweise!" durchaus auf Augenhöhe zu begegnen. Wurde gegen die Molli-schmeißenden fachistischen Antifaschisten-Sprechchöre auch schon mal mit Beethoven angesungen? Wenn nein, warum nicht?

@Sacha Krieger
"Könnte man mal bei der Frankfurter Polizei nachfragen, wie das Singen der Ode an die Freude eine "grobe Störung" einer Demonstration sein kann? Das erschließt sich mir nicht."

Das erschließt sich eigentlich ganz einfach, wenn man nur will: Wenn das Singen der Ode an die Freude nur zum ausdrücklichen Zweck einer groben Störung einer angemeldeten und genehmigten politischen Demonstration stattfindet - dann ist das Singen der Ode eben eine grobe Störung. Eigentlich ganz einfach, oder? Wenn man will.

@Arbeiter
"Singen ist Störung einer genehmigten Versammlung?"

Singen, das eine genehmigte Versammlung ausdrücklich stören soll, ist eben eine Störung, es ist WIRKLICH ganz einfach; man darf nur nicht so tun, als ob man simple Logik nicht verstünde.

"Verhaftet jetzt demnächst die deutsche Polizei auch Kinderchöre am Weihnachtsmarkt, die die Versammlung von Kaufwilligen stören?"

Nein. Denn Kinderchöre im Weihnachtsmarktunterhaltungsprogramm stören die Versammlung der Kaufwilligen NICHT, und sie haben auch NICHT den Zweck, die Versammlung der Kaufwilligen zu stören, sondern im Gegenteil die Kaufwilligen anzulocken und zu unterhalten. Kinderchöre auf dem Weihnachtsmarkt sind den Kaufwilligen willkommen und gehören traditionell zur Stimmungsbildung auf Weihnachtsmärkten dazu. Die Kaufwilligen SPENDEN manchmal sogar für diese Kinderchöre. Mal ganz davon abgesehen, daß eine Versammlung von Kaufwilligen juristisch eine Ansammlung von zufällig versammelten Individuen ist und keine grundgesetzlich geschützte politische Veranstaltung. Ihr Vergleich ist gelinde gesagt etwas verdreht.

@Gerhard Hess
"Lasst euch das Singen nicht verbieten."
(Sagt Hape Kerkeling auch so ähnlich.)
Aber diese Künstler können ja singen, wo sie wollen, solange die Nachbarn sich nicht beschweren - keine Rede von verbieten. Nur da dürfen sie nicht singen, wo sie ausdrücklich und gezielt singen, um eine grundgesetzlich geschützte Demonstration zu stören und deren Meinungsäußerung zu unterbinden - da ist es rechtsstaatlich verboten. Nachvollziehbar?

@a.Kidema
"Mische meinen Jubel ein! Grandios!"
Sie bejubeln eine antidemokratische, strafbelegte Aktion?

@Andrea Pietzka-Herr
"Widerstand leisten kann so einfach und eindrucksvoll sein! Ich hoffe doch sehr, dass Singen keine Störung ist..."
Ich muß Sie enttäuschen: Singen, das eine grundgesetzlich geschützte Demo stören will und dies erfolgreich tut, IST selbstverständlich eine Störung.

O Leute, das mit der Demokratie scheint offenbar sehr schwierig zu sein, stimmt's?

Denkt doch bitte mal EINE Minute nach, bevor ihr, euch selbst beglückwünschend für eure moralfeuertrunkene höhere Gesinnung, die lässig über grundlegende demokratische Rechte wegtrampelt und sich dabei ganz toll vorkommt, hier in die Tasten haut.

ff
#21 Ermittlungen gegen Theater: moralfeuertrunkene Gesinnung IIErnst Reinhardt 2015-11-28 16:26
... in die Tasten haut. Der Voltaire zugeschriebene Satz darüber, daß er sein Leben dafür geben würde, daß eine seiner eigenen Meinung radikal entgegengesetzte Meinung geäußert werden darf, scheint im 21. Jahrhundert immer noch nicht so ganz in die moralischen Köpfe vorgedrungen zu sein.

Denn: »Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden« - der wunderbare Rosa-Luxemburg-Satz (hatten wir hier doch gerade!), das Hohelied aller praktizierenden Linken, gilt dem gesinnungsstarken Linken selbstverständlich für jeden Andersdenkenden, insofern und solange der Andersdenkende ziemlich das selbe denkt wie er selber. Falls aber der Andersdenkende tatsächlich anders denkt, als er selber, also unglaublicherweise nicht-links denkt - also, dann kann er diesem Andersdenkenden eine solche Freiheit natürlich NICHT zugestehen; der ist dann nämlich glasklar ein Falschdenkender, und für Falschdenkende kann es natürlich keine solche Freiheit und kein Pardon geben.

Dieser erheiternde Widerspruch wird gerne so erklärt: RL wurde schließlich von faschistischen Mördern umgebracht, und sollen für die etwa Freiheiten gelten? Nee, natürlich nicht, ist doch selbstverständlich, nickt dann ein jeder, und ebensowenig können sie für andersdenkene Andersdenkende gelten, ist doch logisch, oder? Und schon hat man - simsalabim! - mit einem scheinlogischen, hochmoralischen Rhetorik-Trick alle tatsächlich Andersdenkenden mit faschistischen Mördern auf eine Stufe gestellt und pseudogerechtfertigt in eine Ecke geschoben, aus der sie so leicht nicht wieder herauskommen - klar doch, daß man solchem "Pack" und moralischem "Abschaum" keine Freiheit zugestehen kann. Der Andersdenkende, dem es nachvollziehbar mulmig wird, wenn durch Staatskapitulation vor einer unkontrollierbaren Massenimmigration das eigene Land und die Mitbevölkerung mit einem großenteils nichtintegrierbaren künftigen arbeitslosen Sub-Proletariat aus völlig fremden Kulturkreisen "verbessert" werden soll (Göring-Eckardt), ist als Falschdenker für den moralischen Linken selbstverständlich sofort ausgrenzend, rassistisch, fremdenfeindlich, menschenverachtend, xenophob, islamophob, rechtspopulistisch, rechtsradikal, faschistisch, also kurzum vollnazi pur (hab ich was vergessen?) - und gegen Vollnazis ist bekanntlich jedes - jedes! - Mittel recht, auch das undemokratischste, um "Widerstand zu leisten". Nicht wahr? Da werden rechtsstaatliche Grundsätze problemlos mit unschuldigem Augenaufschlag suspendiert aufgrund höherer Gesinnung, und der andersdenkende Mitbürger wird mit gutem Gefühl diffamiert und mit Beethoven niedergebrüllt. Und man feiert sich auch noch selber für seine demokratische Gesinnungsstärke, wenn man ein DEMOKRATISCHES, IN DER VERFASSUNG FESTGELEGTES GRUNDRECHT torpediert - und lächelnd Sammlungen für die mögliche Geldstrafe anbietet. Alle Aufrechten gegen das Gesetz, wenn's gerade nicht paßt.

Mit solchem Demokratieverstädnnis hat die Demokratie eigentlich keine guten Karten.
#22 Ermittlungen gegen Theater: nicht lautermartin baucks 2015-11-28 17:11
Wer genau nachdenkt, weiß, dass das Absingen einer Hymne weder die Demokratie, noch das Grundgesetz gefährden kann. Es ist vielleicht eine Ordnungswidrigkeit, eine Störung, aber man hat wegen einer solchen Aktion kein großes Problem mit der Demokratie und ihrer Verfassung an sich. Man hat dann ein Problem mit der Polizei. Mehr nicht.

Jeder, der etwas anderes konstruiert, muss sich kritisch nach seinen Absichten fragen lassen. Und man darf vermuten, dass die Absichten nicht lauter sind.
#23 Ermittlungen gegen Theater: mit Beethoven anbrüllenErnst Reinhardt 2015-11-28 22:27
#22 @martin baucks

"Wer genau nachdenkt, weiß, dass das Absingen einer Hymne weder die Demokratie, noch das Grundgesetz gefährden kann."

Nein, natürlich nicht. Nur fragt man sich, warum eine solche unproblematische, nur ordnungswidrige Störung einer grundgesetzlichen geschützten Versammlung dann u.U. mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werden kann. Was hat der Gesetzgeber sich dabei gedacht?

"Jeder, der etwas anderes konstruiert, muss sich kritisch nach seinen Absichten fragen lassen. Und man darf vermuten, dass die Absichten nicht lauter sind."

Nein, natürlich nicht, die Absichten eines solchen scheinheiligen Konstrukteurs KÖNNEN gar nicht lauter sein, das muß man ja wohl mal kritisch insinuieren dürfen; sie tarnen nur mit scheinbarem Demokratiebewusstsein seine ausgrenzende, rassistische, fremdenfeindliche, menschenverachtende, xenophobe, islamophobe, rechtspopulistische, rechtsradikale, faschistische, also kurzum vollnazi pur Haltung (hab ich irgendein Klischee vergessen?)

Und dagegen müssen natürlich alle wahren Demokraten mit Beethoven anbrüllen, unter gerechtfertigter Außerkraftsetzung demokratischer und rechtsstaatlicher Spielregeln.

Weimar läßt grüßen.
#24 Ermittlungen gegen Theater: Staatsanwaltschaft entscheidetKlaus M. 2015-11-29 01:44
"Wer das Theater in einer Phase gesellschaftlicher Diskussionen wie über die Flüchtlingspolitik dafür kritisiert, dass es eine Haltung besitzt, hat die über zweitausendjährige Tradition des Theaters in Mainz nicht begriffen"

Lieber Ernst Reinhardt,
das sagt der Mainzer OB, nun gut, der gehört zur SPD – und damit zu den Kartellparteien wie die Neu-Rechten der AfD es nennen...

Es ist übrigens schön, dass Sie ihr Urteil schon gefällt haben. Und im VersG auch schon das Strafmaß ermittelt haben, aber so funktioniert der Rechtsstaat, den Sie so vehement verteidigen wollen, ganz und gar nicht. Bislang ist das Theater (der Intendant) von zwei Seiten "angezeigt", jetzt muss erst einmal ein Ermittlungsverfahren eröffnet werden, da es sich bei der angezeigten Tat "Störung einer Demonstration" um ein Antragsdelikt handelt, muss anschließend die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob ein Strafantrag gestellt wird. Dann wird nach einem Prozess ein Gericht entscheiden, ob ein Vergehen gegen §21 VersG vorlag und wenn es das feststellt eine Strafe verhängen.
Erst dann können Sie, ohne die Grundrechte der Beschuldigten zu verletzen, behauten, dass die Aktion des Theaters eine "Störung des grundgesetzlich Verankerten Demonstrationsrechts war". Die Unschuldsvermutung gilt auch für Theatermitarbeiter und sogar für Gegner der AfD.
Im übrigen gilt für beide auch das Grundrecht der Meinungsfreiheit, ob bei der Aktion nun ein Gesetz gebrochen wurde, entscheiden nicht die Polizei, nicht die AfD und auch nicht Sie.

Nebenbemerkung: Eine Partei, die keine Probleme damit hat, öffentlich die Grundrechte anderer (Flüchtlinge, Homosexuelle, Muslime) in Frage zu stellen, muss in diesem Land (noch) mit massivem Widerstand rechnen. Und das ist gut so.
#25 Ermittlungen gegen Theater: dann putz in den Dommartin baucks 2015-11-29 01:45
Mein allerliebster Reinhardt,

hier ein kleiner Link für sie:

www.youtube.com/watch?v=HM-E2H1ChJM

Aber passen sie auf, dass ihnen beim Abspielen der Kamm nicht so sehr schwillt, dass ihnen die Halsschlagader platzt.

Und wenn sich in Mainz ein Staatsanwalt gefunden hat, der sich ebenso zum Affen macht wie sie, und den Opernchor und seinen Intendanten zu drei Jahren Haft verurteilt, wegen eines Angriffes auf die Demokratie und das Grundgesetz, weil man die europäische Hymne sang, dann lassen sie es mich wissen. Ich fege dann zur Strafe den Mainzer Dom mit einer Zahnbürste!
#26 Ermittlungen gegen Theater: Kirche im Dorf lassendabeigewesen 2015-11-29 09:11
Danke Klaus M., danke martin baucks (obwohl ich mich wundere, daß ich das schreibe... ;)), und dann wollte ich fast auch Ernst Reinhardt danken, weil ich den ersten Teil seines Posts (#20) größtenteils nachvollziehbar finde, aber dann 'schwillt ihm doch der Kamm'.
Herr Reinhardt, Sie sollten es sich nicht zu bequem in der gefühlten Ecke einer bedrohten Minderheit ('konservative Vernunft', oder so) einrichten, die sich gegen die Kulturlinken, Multikultis, Mainstreammedia aka 'Lügenpresse' zur Wehr setzen muß. Sie müssen hier nicht das Opfer oder den letzten aufrechten Bürger geben. Vielleicht wird in einigen Posts hier nicht so differenziert, wie das dann die Herren baucks und M. tun. Aber es wird nicht zum Gesetzes- oder Verfassungsbruch aufgerufen, sondern eine Protestaktion mit Mitteln des Gesangs gefeiert. Mein Unbehagen habe ich geschildert, aber man muß die Kirche auch mal im Dorf lassen. Die Art der Zuspitzung, die sie hier und an anderer Stelle betreiben hilft dem Diskurs nicht, nur ihrem Ego.
#27 Ermittlungen gegen Theater: die gute AbsichtErnst Reinhardt 2015-11-29 09:54
#24 @Klaus M.
"Die Unschuldsvermutung gilt auch für Theatermitarbeiter und sogar für Gegner der AfD. Im übrigen gilt für beide auch das Grundrecht der Meinungsfreiheit, ob bei der Aktion nun ein Gesetz gebrochen wurde, entscheiden nicht die Polizei, nicht die AfD und auch nicht Sie."

Lieber Klaus M.,

danke für die juristische Belehrung - aber das weiß ich auch. Die Beweisaufnahme dürfte allerdings dadurch sehr vereinfacht werden, daß die Theaterleitung die Störung als eine bewußte und beabsichtigte von sich aus ganz freiweg öffentlich zugegeben hat. Bei einem freiwillig geständigen "Täter" dürfte eine Unschuldsvermutung weitgehend gegenstandslos sein. Da muß ich gar kein Urteil fällen. Zu entscheiden ist nur, wie damit umgegangen wird - ob es als Bagatelle niedergeschlagen oder verfolgt wird..

Wie die Staatsanwaltschaft sich entscheidet, steht in der Tat dahin und ist auch nicht weiter wichtig - an der "guten Absicht" des Theaters, eine Demo undemokratisch zu stören, besteht jedenfalls kein begründeter Zweifel. Und darum ging es - nicht um die Strafverfolgung.

MfG
#28 Ermittlungen gegen Theater: Relevanz gezielter StörungErnst Reinhardt 2015-11-29 10:00
Lieber Martin baucks,

ich bin ganz sicher, daß Sie Ihre Zahnbürste weiterhin bei ihrem bestimmungsgemäßen Gebrauch belassen können - der Intendant wird ohne Zweifel NICHT zu drei Jahren Haft verurteilt werden, wenn überhaupt ein Strafverfahren eingeleitet wird. Was aber nichts am grundsätzlichen Vorgang ändert.

Und ich danke für Ihren kleinen Link, den ich durchaus kenne - es erstaunt mich aber, wie konsequent Sie NICHT verstehen wollen, um was es geht. Der erheiternde Sängerkrieg in Ricks Cafe in Casablanca zwischen zwei Gruppen von privaten Gästen ist leider etwas unvergleichbar vollkommen anderes als die gezielte Störung einer gesetzlich geschützten politischen Demo mittels Gesang.

Sowie Sie das verstanden haben, können wir gerne weiterdiskutieren.

MfG
#29 Ermittlungen gegen Theater: Hörtest Beethoven ohneinnichtschonwie 2015-11-29 11:06
Sehr geehrter Herr Reinhardt, wenn denn der sängerische Vorgang nach Antrag überhaupt seitens der Staatsanwaltschaft ermittlungsrelevant wird, kann man doch irgendwie als Staatsbürger nicht behaupten, dass es "nicht wichtig" sei, wie die Staatsanwaltschaft dann entscheiden würde, wenn man sich in einer Demokratie lebend wähnt.
Was mich eher stört ist ja, dass hier niemand über Beethoven redet. Ich meine, der hat eine Sinfonie mit Schlusschor geschrieben uund keine europäische Hymne und es spricht, wenn irgend etwas gegen ein geeintes Europa spricht, vor allem dagegen, dass hier Kunst - gleich welchen Zeitalters - entkernt wird und zur Hymne deklassiert. Ein Vorgang, den ich ziemlich nah über ungefähr dreißigjährige Dauer beobachten musste. Inzwischen wird die zunächst zum Schlusschor amputierte Sinfonie also als Hymne nicht nur picknickselig mitgebrüllt, sondern gegengebrüllt und zu Werbezwecken für politische Korrektnis allseits genutzt. Napravo! Wie gut, dass der letzte Hörtest bei Beethoven so schlecht ausfiel, da kann ihm das nicht so viel ausmachen in Elysium - aber ekelhaft ist es schon irgendwie...
#30 Ermittlungen gegen Theater: fühlen ist nicht denkenFrank-Patrick Steckel 2015-11-29 12:58
Zu # 21: "Denn: »Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden« - der wunderbare Rosa-Luxemburg-Satz"... spricht vom Denken. "Der Andersdenkende, dem es nachvollziehbar mulmig wird" ... ist aber nur bedingt ein Andersdenkender, sofern er eigentlich ein "Andersmulmiger" ist, d.h. er denkt weniger, als daß er fühlt. Ich sehe nicht, wo hier gedacht würde.
#31 Ermittlungen gegen Theater: Anzeige ist Erbsenzählereimartin baucks 2015-11-29 21:52
Schauen sie Herr Reinhardt,
sie können sich doch denken, dass ich den Unterschied zwischen einem Film und der Realität kenne. Eigentlich wissen sie, dass ich weiß, wo der Unterschied liegt. Ich sende so einen Link ja auch nicht, weil ich ein Bogart Fan bin, sondern, weil ich eine Pointe setzen möchte. Ich will offen mit ihnen reden: Ich finde ihre Liebe zur Demokratie nicht glaubwürdig!

Das ist der Punkt. - Natürlich weiß ich auch, wie problematisch die Konstruktion der europäischen Hymne künstlerisch ist. All das ist mir bekannt.

Auch teile ich nicht die Haltung, es dürfe hier nicht um Fühlen, sondern nur um das Denken gehen. All das sind nicht meine Schwerpunkte in diesem Zusammenhang.

Ich vermisse diese Großzügigkeit im Umgang mit dem politischen Feind, diese Freizügigkeit, die wahre Demokraten eint. Würde jemand mich bei einer Rede, einem Vortrag mit der „Ode an die Freiheit“ stören, unterbrechen, dann würde ich doch einfach nur zuhören, am Ende applaudieren und gut ist, um dann meinen Vortrag fortzusetzen.

Ich mag einfach diese Coolness von Bogart. Wie er das Singen der Marseillaise abnickt, obwohl es seine Existenz bedroht. Sein Laden wird ja später geschlossen, wie wir alle wissen. Hinter seiner Haltung verbirgt sich als „Rick“ eine Abgeklärtheit und Besonnenheit, die ihm die Gewissheit gibt, dass Richtige zu tun, obwohl es ihn seine Konzession kostet. Ich könnte mich jetzt hier ausmären, dass die deutschen Uniformen damals mehr bedeuteten, als eine angemeldete Demonstration heute.

Wen kümmert es?!

Wahre Demokraten würden doch nach einer solchen Aktion niemals Anzeige erstatten. Das machen doch nur Korinthenkacker und Erbsenzähler. Alle anderen halten die Launen des politischen Gegners einfach gelassen aus und argumentieren weiter. Das macht eine demokratische Kultur aus, entspannter Umgang mit dem politischen Gegner. Konsequent in der Sache, menschlich im Umgang.

Aber wie redet man mit jemanden, der nicht einmal zwischen Brüllen und Singen zu unterscheiden weiß?
#32 Ermittlungen gegen Theater: wer der Andersdenkende istErnst Reinhardt 2015-11-29 23:50
#30
@Steckel
"Der Andersdenkende, dem es nachvollziehbar mulmig wird" ... ist aber nur bedingt ein Andersdenkender, sofern er eigentlich ein "Andersmulmiger" ist, d.h. er denkt weniger, als daß er fühlt. Ich sehe nicht, wo hier gedacht würde."

Na ja, offenbar hab ich das zu verkürzt ausgedrückt.

Umgekehrt wird ein Schuh draus. Der Andersdenkende ist - im Gegensatz zum gesinnungsethischen, sozialromantischen Realitätsausblender - jemand, der zuerst sieht, dann denkt. Der nämlich die Folgen dessen bedenkt, was er sieht. Ganz im Gegensatz zum Gesinnungsethiker, den die Folgen seiner erhabenen Gesinnung grundsätzlich nicht interessieren, weil er mit der Gesinnung alleine vollkommen zufrieden ist.

Der Andersdenkende ist dagegen jemand, der die Folgen bedenkt - respice finem! - und den als Folge seines Denkens zunehmend ein mulmiges Gefühl beschleicht. Je mehr er bedenkt, was er sieht, um so mulmiger fühlt er sich. Erst kommt das Denken, dann das daraus sich entwickelnde, zunehmend mulmige Gefühl.

Ich hoffe, ich konnte das für Sie klären.
#33 Ermittlungen gegen Theater: reiches armes Landklara 2015-11-30 01:13
Herr Reinhardt,

Warum sehen Sie nicht , daß das Singen von Beethovens Ode an die Freude,auch ein Handaustrecken an die AFD-Anhäger sein könnte? Es heißt ja, ALLE Menschen werden Brüder.Sollte das nicht erstrebenswert sein? Das gleich mit "torpedieren des Grundrechts" in Verbindung zu bringen, gewährt Einblick in Ihr Weltbild. Nicht alle Menschen sind schlecht.Nicht alle Handlungen sind durchtränkt von Berechnung.Nicht jede "Gutmenschenaktion" ist PR aus Eigeninteresse. Manchmal ist Idealismus einfach nur Idealismus. Ohne Idealismus hätte Schiller nie diese Worte schreiben können.Und die Afd hätte Souveränität beweisen können. Für die Mehrheit der Afd gelten Grundrechte nur für Deutsche mit korrektem Phenotyp. Ja, die Deutschen haben nicht darum gebeten, um die Flüchtlinge. Diese wurden wiederum auch nicht gefragt, daß ihre Länder überfallen werden. Daß ihre Rohstoffe geraubt werden, damit wir es in der ersten Welt schön gemütlich haben. Daß Milliarden von Menschen ein Sklavendasein führen müssen, damit die Europäer billige Waren kaufen können. Damit waren die Afd Leute anscheinend einverstanden. Das bedeutet wohl, daß es Menschen unterschiedlichen Werts gibt.Aber Gott bewahre,daß es für die Europäer ein bißchen ungemütlich wird!Da wird mit vollem Pathos über den Untergang der Zivilisation geschrien.Eine Zivilisation die so eine Ungleichheit duldet, ist eine Scheinzivilisation.

Es ist auch richtig, daß eine Demokratie allen Menschen Meinungsfreiheit erlauben muß.
Sie hätten mit Ihrer Argumentation auch Recht gehabt, wenn Gewalt gegen die Afd-Demonstration verübt worden wäre. Wenn ihre Anhänger eine eingeschüchterte,totgeschwiegene und verfolgte Gruppe wäre. Das sind sie nicht. Sie demonstrieren seit Monaten,in allen Zeitungen wird berichtet und die ganze Welt hat von ihnen Notiz genommen. Sosehr, daß ausländische Forscher,vor gewissen Teilen Deutschlands gewarnt werden müssen.Kann man darauf stolz sein? Daß ein syrischer Flüchtling bedauert nach Deutschland gekommen zu sein?Mit anderen Worten, er wäre lieber in Gefahr oder tot. Was für ein beschämendes Urteil.
Ein so reiches Land,so arm.
Die Flüchtlinge könnten Ihnen Mut und Großzügigkeit beibringen.Wir leben nun mal alle auf einem Planeten und wir können nicht ewig auf Kosten der 3. Welt leben.
Reicht Empathie der Afd nur für Deutsche? Wer ist das Volk?
Man kann nur hoffen, daß Afd-Leute nie ihr Leben, an Menschen mit ihrer Geisteshaltung, anvertrauen müssen. Es hätte auch umgekehrt sein können.
#34 Ermittlungen gegen Theater: demokratische SpielregelnErnst Reinhardt 2015-11-30 09:23
#31
Lieber martin baucks,

nein, Sie haben es immer noch nicht verstanden. Es ging nicht um den Unterschied von Film und Realität.

"Ich vermisse diese Großzügigkeit im Umgang mit dem politischen Feind, diese Freizügigkeit, die wahre Demokraten eint. Würde jemand mich bei einer Rede, einem Vortrag mit der „Ode an die Freiheit“ stören, unterbrechen, dann würde ich doch einfach nur zuhören, am Ende applaudieren und gut ist, um dann meinen Vortrag fortzusetzen."

Die AfD-Veranstalter hatten zu dieser freizügigen Großzügigkeit offenbar wenig Gelegenheit. Der Staatstheaterchor hat nämlich nicht nur ein Liedlein geträllert und die AfD-Redner dann ihre Veranstaltung abhalten lassen. Das Theater trat zuerst schon mal mit schwerem Sound Equipment an - was gleich von der Polizei verboten wurde. Ihr cooler Ratschlag, zuzuhören, zu applaudieren, die Rede fortzusetzen und "gut ist", war leider der AfD wohl nicht gut möglich - weil nach deren tatsächlich ausgesprochenem Dank für das Begrüßungsständchen nämlich keineswegs Ruhe war, wie Sie es faktenwidrig darstellen, sondern die Veranstaltung immer wieder mit diesem Gesang dermaßen gestört wurde, daß die Polizei (!) das Theater viermal zur Unterlassung auffordern mußte und schließlich anordnete, die Fenster zu schließen. Die massive Störabsicht des Theaters läßt sich nicht mit einer coolen Stellt-euch-nicht-so-an-Bogart-Geste wegreden, wie Sie das versuchen: Eine gesetzlich geschützte politische Veranstaltung sollte mit akustischen Gewaltmitteln behindert werden.

"Wahre Demokraten würden doch nach einer solchen Aktion niemals Anzeige erstatten. Das machen doch nur Korinthenkacker und Erbsenzähler."

Nun wirds lächerlich. Mal davon abgesehen, daß die POLIZEI die Anzeige erstattet hat! Die AfD zog erst später nach. Und die Gegenprobe: 200 Glatzen mit Lautsprechern würden mit Absingen von Heino-Liedern eine Wahlkundgebung der Grünen gezielt zum Verstummen bringen wollen- da würden die wahren grünen Demokraten natürlich niemals als Korinthenkacker und Erbsenzähler Anzeige erstatten, oh nein. Die Grüne Jugend Göttingen z.B. hat bei der letzten Wahl, als die Afd noch eine pusselige konservative Professoren-Partei war, ja schon mal lieber gleich AfD-Wahlstände gewaltsam zerstört und Afd-Wahlkämpfer physisch bedroht, so daß Polizeischutz nötig wurde - wahre deutsche Demokrat*innen waren das dann offenbar, eben mit edler, moralfeuertrunkener Gesinnung.

Die demokratischen Spielregeln nonchalent über Bord zu werfen, führt ins Chaos.
#35 Ermittlungen gegen Theater: keine Märtyrer-DornenkroneErnst Reinhardt 2015-11-30 13:02
Nachtrag:

Wenn der Staatstheaterchor direkt vor Beginn der AdF-Veranstaltung die Ode gesungen hätte, und dann später nach offizieller Beendigung der Veranstaltung noch einmal, also ohne Störung der Veranstaltung- dann wäre das tatsächlich ein sehr schönes Zeichen gewesen, auch im Sinne der Ode. So, wie es gehandhabt wurde, war es eine dumpfe Instrumentalisierung der Ode zur undemokratischen Mundtotmachung des politischen Gegners. Sollte das Theater tatsächlich dafür strafrechlich belangt werden, so sollte es der Versuchung widerstehen, sich daraus sündenstolz eine Märtyrerdornenkrone zu flechten, und lieber Einsicht zeigen. So es dazu fähig wäre.

Thats all.
#36 Ermittlungen gegen Theater: Woher der Ärger?martin baucks 2015-11-30 15:33
Ooh! Die armen Afd´ler sind nieder gesungen worden. Wie Schade. Aber warum denn nur?! Sind das nicht liebe Menschen, die uns vor den Flüchtlingsfluten bewahren wollen?!

Doch, doch Herr Reinhardt, ich habe das schon alles verstanden. Ist ja auch nicht so schwer. Ich habe einfach nur Spaß daran, es sie noch und noch einmal erklären zu lassen. Es bereitet mir Freude ihr Blut in Wallung zu versetzen. Ich will sie auch ein wenig stören. Man könnte sich ja einen Sport daraus machen, sie immer weiter zu provozieren, bis sie endlich vor neurotischem Stolz platzen. Es ist ja auch nicht einfach für sie, mit all den Idioten um sie herum. Dafür habe ich Verständnis. Da müssen sie schon mal die demokratischen Vorgänge mit ihrer Erklärungswut durchleuchten.

Aber wenn sie schon dabei sind, seien sie doch einmal so cool und erklären uns, warum denn die Afd soviel Widerstand erzeugt. Das können sie doch bestimmt auch. Oder ist ihnen nicht klar, woher all diese Gegenwehr herrührt?

Zu dem, die Demokratie funktioniert doch wunderbar. Ein Opernchor stört eine fragwürdige Veranstaltung und wird vier mal ermahnt und bekommt im Anschluss eine Anzeige. Da ist doch alles in Ordnung. Demnächst melden sie ihre Aktion wahrscheinlich offiziell an und dann wird es noch unangenehmer für die Afd. Oder für beide.

Das Theater hat diese Ordnungswidrigkeit und Störung, und die daraus folgende Strafe billigend in Kauf genommen. Ich weiß, warum diese Menschen das gemacht haben.

Aber wissen sie es auch? Das ist doch die Frage, die sie mal beantworten sollten.

Ansonsten ist die Welt doch ganz und gar in Ordnung. Die Afd kann sich doch wirklich nicht über zu wenig Aufmerksamkeit im öffentlichen Raum beklagen. Die sind doch beinahe omnipräsent.

Leider.

Jetzt, wo sie mir, dem „Gesinnungsethiker“ schon die Demokratie erklärt haben, erklären sie mir doch bitte auch noch, woher all dieser Ärger herkommt, der sich da über uns ausgießt. Das wäre sehr freundlich von ihnen. Denn ich glaube, ich alleine, ohne sie, schaffe das nicht, mir zu erklären, wie all dieser Unmut zu Stande kommt.
#37 Ermittlungen gegen Theater: Denken und MulmigkeitFrank-Patrick Steckel 2015-12-01 15:16
Zu # 32: Nein, das konnten Sie leider nicht „für mich klären“. Sie schreiben: „Der Andersdenkende ist dagegen jemand, der die Folgen bedenkt - respice finem! - und den als Folge seines Denkens zunehmend ein mulmiges Gefühl beschleicht. Je mehr er bedenkt, was er sieht, um so mulmiger fühlt er sich. Erst kommt das Denken, dann das daraus sich entwickelnde, zunehmend mulmige Gefühl.“ Nehmen wir einmal an, es verhielte sich so (was ich nicht glaube, das „mulmige Gefühl“ ist, bestenfalls, der Anlaß des Denkens, nicht sein Resultat), dann wäre das „mulmige Gefühl“ eben seinerseits weiter zu bedenken, statt sich in seiner „Mulmigkeit“ mehr oder weniger lauthals und offenkundig einzurichten und parolenhaft heimisch zu machen - der Inhaber dieses Gefühl kann doch, sofern er als Andersdenkender gewürdigt werden will, unmöglich bei der rohen Propagandierung dieses seines (oft stammelnd artikulierten) Unbehagens halt machen: er muß, wie andere Andersdenkende auch, Lösungen erdenken, welche die Bezeichnung verdienen. Und zwar nicht nur anhand dessen, was „er sieht“, sondern auch anhand dessen, was ihm verborgen werden soll und (erfolgreich) verborgen wird. „Der Denkende“, wie Brecht den hier in Rede stehenden Typus nannte, würde, über sein „mulmiges Gefühl“ nach- und hinausdenkend, z. B. erkennen müssen, daß a) eine (obendrein vielfach gewaltsame) massenhafte Ausgrenzung von Bewohnern eines Teils der Erde aus einem anderen, selbst wenn sie mittels Mauern, Zäunen, Kontrollen und anderen Restriktionen (wie Nachzugsverboten) möglich wäre (was sie nicht ist), keine Lösung und überdies (planetarisch) nicht zulässig ist, b) die auch von der Bundeskanzlerin neuerdings verstärkt getroffene Unterscheidung zwischen „legaler“ und „illegaler“ Migration demzufolge ein gefährlicher Unsinn ist, c) die Trennung zwischen (akzeptierbaren) „Asylbewerbern“ und (zurückzuweisenden) „Wirtschaftsflüchtlingen“ angesichts der massiven kriegerischen und wirtschaftlich zerstörerischen Eingriffe der anmaßenden europäischen Selektierer (und ihrer Bündnispartner) in den Heimatländern dieser Flüchtlinge ein widermenschlicher Hohn ist, und daß d) nur die einfache, unkomplizierte und unbürokratische Ausstattung jedes Flüchtlings mit europaweit gültigen Papieren Abhilfe schaffen kann. Der solchermaßen Nachdenkende würde verlangen, daß sein Heimatland alle verfügbaren öffentlichen Mittel aufbietet, den Flüchtlingen zu Hilfe zu kommen, statt, wie dieser Tage, fernab aller erkennbaren ernsthaften diplomatischen Bemühungen an den Quellen der Konflikte, (erneut) in einen sinnlosen Krieg zu ziehen. Ich wiederhole: Ich sehe nicht, wo augenblicklich gedacht würde. Man muß all den Helfern dankbar sein, die nicht darauf warten, daß sich das ändert.
#38 Ermittlungen gegen Theater: warum die Afd lieben?martin baucks 2015-12-01 21:53
Mein Gott Ernst Reinhardt,

wo sind sie denn auf einmal! Haben wir sie so verschreckt?! Sie sollen uns doch nur erklären: Warum es nicht sinnvoll ist, gegen die Afd Widerstand zu leisten!

Wenn ihnen das gelingt, ich verspreche es hoch und heilig, ich klappere meinen ganzen facebook account ab und verdonnere alle dazu Buße zu tun, und bitte sogar Phillip Ruch darum uns darin zu inszenieren.

Ich treffe mich sogar mit Herrn Steckel, und erkläre ihm, warum wir nun alle, da wir so schrecklich faschistische Antifaschisten sind und so brutale Pazifisten, so demokratiefeindliche Gesinnungsethiker, warum wir nun alle mit stumpfen Nagelscheren, zur Strafe für unser politisches Unwissen, drei Wochen gemeinsam den Rasen vor dem „Reichstag“ mähen müssen.

Ehrlich! Ich frage Falk Richter an, Volker Lösch und all diese schlimmen Darsteller der Schaubühne, die Frau Storch verunglimpft haben, und bitte sie gemeinsam mit mir, und nur mit Nagelbürsten bewaffnet, die Stufen zum Bundestag für die Afd zu schruppen, wenn sie mir nur erklären können:

WARUM ICH DIE AFD LIEBEN MUSS.

Ich zwinge die Flüchtlinge vor der Lageso mit Besen unsere Hauptstadt zu reinigen, falls es ihnen gelingt mir zu klar zu machen:

WARUM ES SINNVOLL IST EIN RASSIST ZU SEIN!
#39 Ermittlungen gegen Theater: Rassismus-Keuletransfer 2015-12-02 09:30
klar, martin baucks,
letzte ausfahrt polemik. die argumente haben mir besser gefallen. wer hinter ernst reinhardt einen afd wähler vermutet, ist meiner meinung nach falsch gewickelt. der punkt, den er machen will, ist ein anderer, und über den darf auch gerne gestritten werden. dass man sich bei erstbester gelegenheit der rassismus-/rechtsradikalismus- keule bedient, sobald jemand fordert, auch seltsamste ansichten gehört werden zu lassen, ist doch nur wasser auf seine mühlen. keine angst, sie sollen die afd nicht lieben. wurde glaube ich auch nie gefordert. aber wenn sie meinungsfreiheit nicht interessiert, sagen sie das doch laut und deutlich.
#40 Ermittlungen gegen Theater: diskreditiert sich selbstSascha Krieger 2015-12-02 12:48
Wer rechte Kampfbegriffe wie "Rassismus-Keule" benutzt, diskreditiert sich selber. Und auch beim Herrn Reinhardt spricht das Vokabular für sich. Ich halte es im Übrigen für sinnlos, sich argumentativ mit Leuten auseinanderzusetzen, die klar erkennbar in Parallelgesellschaften untergekrochen sind, die nichts mit meiner Wirklichkeit und hoffentlich der Mehrheit der hier Lesenden und Schreibenden zu tun hat.
#41 Ermittlungen gegen Theater: Glaube an Kommunikationtransfer 2015-12-02 15:41
für die benutzung eines "rechten kampfbegriffs" möchte ich mich, wenn dem denn so ist, entschuldigen.
ansonsten möchte ich mich bei herrn krieger für die wirklich gelungene vorverurteilung bedanken. mir war bislang weder klar, dass ich rechtsradikal bin, noch dass ich mich in irgendwelchen parallelgesellschaften verkrochen habe. aber jetzt hat mich herr krieger dankenswerterweise eines besseren belehrt. wozu da noch argumentieren? wozu überhaupt noch miteinander reden? immer feste druff, herr krieger, sie machen das schon richtig.
ich bin, wenn man diese verortung denn benutzen will, links und bin das immer gewesen. im gegensatz zu manchen anderen nehme ich das prinzip demokratie sehr ernst. mir passt die linie der afd nicht, absolut nicht. aber ich glaube daran, dass man miteinander kommunizieren muss, wenn man es hinbekommen will. wir haben genug parolen und genug verhärtung in unserer gesellschaft. ich weiss um die gefährlichen hohlköpfe am rechten rand. aber wenn die linke die diskussion verweigert, schadet sie sich selbst.
#42 Ermittlungen gegen Theater: unsere WirklichkeitFrank-Patrick Steckel 2015-12-02 16:33
Zu #40: Die Parallelgesellschaften erstrecken sich bis in den Bundestag, den Bundesrat und die Bundesregierung, und was dort entschieden wird, hat, so fürchte ich, nolens volens mit Ihrer und meiner Wirklichkeit zu tun, oder anders gesagt, wird uns in unserer Wirklichkeit zu schaffen machen. Ferner beginnt diese Wirklichkeit i n der Haut, in der wir nicht stecken möchten, sobald wir ihrer ansichtig werden, meinen Sie nicht?
#43 Ermittlungen gegen Theater: an den Außenränderndabeigewesen 2015-12-02 18:48
Da passiert's dann: dem Versuch der Vermittlung werden schon wieder sinistre, weil relativierende Motive unterstellt. Im Streit ist die sicherste Position die an den Außenrändern...

Die Hysterie, die die AfD bei ihren Gegnern, aber auch bei sich selber hervorruft - und die sich hier widerspiegelt - ist mir inzwischen unglaublich.
Natürlich dürfen die Kundgebungen abhalten, wenn sie angemeldet sind, und eine möglicherweise gesetzeswidrige Gegendemonstration führt noch nicht zum Untergang des Abendlandes, respektive der Verfassung! Meine Güte.

Ich bin heilfroh wenn endlich mal wieder gewählt wird und die Partei dann meinetwegen in den Bundestag einzieht. Die Mühen der Ebene haben noch jede Partei geschafft.
Leser/Schreiber dieses Forums jedenfalls eint eigentlich die Liebe zum, oder zumindest das Interesse am Theater. Und das an sich unabhängig davon, wo man sonst so steht. Oder ist das naiv?
www.youtube.com/watch?v=PgPleY1vidw
#44 Ermittlungen gegen Theater: keine Rockerbandemartin baucks 2015-12-02 22:46
Lieber transfer,

jetzt vergießen sie mal keine Krokodilstränen. Weder die Meinungsfreiheit, noch die Demokratie in der BRD oder das Grundgesetz sind gefährdet, wenn ein Opernchor in Mainz vierhundert Teilnehmer einer Afd Demonstration bei einer Kundgebung durch Singen stört.

Auch werden nicht einfach alle Gesetze und damit letztlich der Rechtsstaat in Frage gestellt, wie es ein gewisser Hans Wolther im Nachbar-thread behauptet. Sondern eine kleine Gruppe von ein paar hundert Menschen wurden durch eine noch kleinere Gruppe ein wenig gestört. Das ist alles und ein zu vernachlässingender Fakt, wenn sie so wollen.

Es handelt sich beim Opernchor der Stadt Mainz nicht um eine polizeilich bekannte und schon oft kriminell auffällig gewordene Gruppe von Sängern, die unseren Rechtsstaat und die Demokratie unterwandern wollen. Es handelt sich um Menschen, die sich hauptsächlich mit Verdi, Mozart, Wagner und anderen Komponisten beschäftigen. In diesem Fall war es Beethoven. Es ist keine stadtbekannte Rockerbande. Die Gefahr, die von diesem Chor für die freie Meinungsäußerung ausgeht, ist überschaubar, sehr überschaubar.

Und entschuldigen sie, wenn ich mir, aus dem in diesem Zusammenhang völlig übertrieben Pochen auf Meinungsfreiheit, nicht einen Nasenring schmieden lasse, an dem mich Herr Reinhardt vorführen möchte. Mich widern diese konstruierten Gegenproben einfach nur an, die Reinhardt hier zu einem Gängelband flechten will.

Ich missachte das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht, wenn nicht auf jede Empfindlichkeit von Ernst Reinhardt eingehe. Ich kann in ihm einfach keinen Vertreter einer gefährdeten Gruppe erkennen.

Im Gegenteil, er kann hier frei alles sagen, was er will. Er muss nur mit dem Echo klar kommen und Gegenwind aushalten. Ein wenig Gegenwind, in einer Situation, wo andere auf der Straße stehen, und ihr Leben riskiert haben, um hier in Berlin vor der Lageso warten zu dürfen.
#45 Ermittlungen gegen Theater: HybrisErnst Reinhardt 2015-12-04 16:26
#37
@Steckel
Ich weiß ja nicht, ob ein Theaterportal der richtige Austragungsort für aktuelle Politikdebatten ist, aber bitte...

Glücklich das Land, das solche Vordenker hat.

Sie denken also "planetarisch", daß es "nicht zulässig" ist, irgendeinem Menschen auf der Erde den Zutritt in ein anderes Land X zu verweigern (seltsamerweise gibt es außer Deutschland kein Land auf dieser Welt, das nach Ihrer Maxime handelt).

Sie denken, daß es keinen Unterschied zwischen legaler und illegaler Migration gibt (was natürlich folgerichtig ist, da Sie die erste Pflicht eines souveränen Staates, nämlich die Kontrolle über die Grenzen des Staatsterritoriums und der Einreisenden, als offenbar "unzulässig" ablehnen.)

Sie denken, daß es keinen Unterschied zwischen Asylbewerbern und Wirtschaftsflüchtlingen gibt (unbeeindruckt davon, daß das Asylgesetz sich auf politisch Verfolgte bezieht und nicht auf z.B. nicht-verfolgte Marokkaner, die sich in Europa eine bessere Lebensperspektive versprechen: "Allgemeine Notsituationen wie Armut, Bürgerkriege, Naturkatastrophen oder Perspektivlosigkeit sind damit als Gründe für eine Asylgewährung grundsätzlich ausgeschlossen." Text des BAMF. Aber Gesetze sind für Sie offenbar Schall und Rauch).

Sie denken, daß Europäer und Amerikaner militärisch und wirtschaftlich die Schuld an den Fluchtursachen tragen (also dann wohl auch an dem 1400jährigen schiitisch-sunnitischen Religionskampf).

Sie denken, daß man den IS nicht militärisch bekämpfen sollte, sondern "ernsthaft mit diplomatischen Mitteln" (was schwierig sein dürfte, da der IS prinzipiell recht undiplomatisch Bomben, Kalschnikows oder Säbel als Verhandlungswerkzeuge bevorzugt und selbst Todenhöfer nicht sicher war, ob er da wieder lebend rauskommt.)

Sie denken, daß der Staat alle verfügbaren öffentlichen Mittel den Migranten zur Verfügung stellen soll (da alle öffentlichen Mittel natürlich verplant und daher NICHT anderweitig verfügbar sind, kann es also nur darum gehen, den Bürgern weitere Steuern abzunehmen bzw. geplante staatliche Investitionsvorhaben und sonstige Ausgaben in D umzuleiten zu den Flüchtlingen.)

Und Sie denken als Lösung, daß "die einfache, unkomplizierte und unbürokratische Ausstattung jedes Flüchtlings mit europaweit gültigen Papieren" das Flüchtlingsproblem beenden kann.

Ja, das stelle ich mir toll vor, wenn jeder Mensch auf der Welt, der das Wort refugee aussprechen kann und ein besseres Leben will, umstandslos und unbürokratisch einen europäischen Paß bekommt - wie Sie das vordenken. Kostenlose Gesundheitskarte vermutlich inklusiv. Ein wunderbares Beispiel für deutsche Hybris.

Angesichts der Bevölkerungsexplosion wollen derzeit alleine aus Afrika 500 Millionen Menschen auswandern, wenn sie nur könnten, in ein anderes Land, in dem sie sich bessere Chancen erhoffen. Ihr bestechender Gedanke, wenn man das so nennen kann, wäre, wenn umgesetzt, eine unwiderstehliche Aufforderung und Einladung zum Massenexodus aus dem ärmlichen Afrika nach Europa: Sozusagen ein Super-Magnet, der alles anzieht, was laufen kann und wegwill. Dagegen verblassen sogar die derzeitigen Attraktoren der Selfies der Kanzlerin und die Jubel-Empfänge mit Teddybären auf dem Münchner Hauptbahnhof. Um das konsequent weiterzudenken, sollten Sie auch noch einen ununterbrochenen Pendelverkehr mit Flugzeugen, Schiffen und Bussen zwischen Afrika und Europa einfordern, um die Flüchtenden und Nicht-Flüchtenden gefahrlos nach Europa zu transportieren.

Wie die unbegrenzte, "unbürokratische" Aufnahme weiterer Flüchtlinge beim Flüchtlingsproblem "Abhilfe schaffen" soll, bleibt Ihr Geheimnis.

Würde man das, was Sie da als Lösung vordenken, tatsächlich ernstnehmen und umsetzen, wäre das schlicht ein Selbstmord Deutschlands und Europas. Aus Sicht eines antideutschen Selbsthassers zweifellos eine erstrebenswerte Lösung.
#46 Ermittlungen gegen Theater: wo ich nicht mitmacheErnst Reinhardt 2015-12-04 16:29
#38 @martin baucks

"WARUM ICH DIE AFD LIEBEN MUSS".

Ich weiß nicht, warum Sie die AfD lieben müssen - ich liebe die AfD jedenfalls nicht.

"WARUM ES SINNVOLL IST EIN RASSIST ZU SEIN!"

Also, ich persönlich finde es NICHT sinnvoll, ein Rassist zu sein. Wenn Sie das für was Sinnvolles halten, bitte, chacun á son gout - aber da mache ich nicht mit.
#47 Ermittlungen gegen Theater: Gegenpobenmartin baucks 2015-12-04 18:10
Fein Herr Reinhardt,

aber dann erklären sie mir doch bitte einmal, warum ihre Antwort auf Herrn Steckel nur so vor Liebe zur AfD strotzt?!

Und glauben sie mir, mit der Methodik, mit der sie vorgehen, könnte man ihnen aus ihren Ausführungen über Afrika auch einen handfesten Rassismus belegen. Da braucht es nur ein paar Unterstellungen und Gegenproben.
#48 Ermittlungen Mainz: Hinweisdabeigewesen 2016-05-04 10:24
Aus gegebenem Anlass entstaube ich den Thread mal: das Ermittlungsverfahren gegen den Mainzer Intendanten ist eingestellt.
Die Sau hat das Dorf Richtung Ausgang verlassen...

(Liebe/r dabeigewesen, liebe Leser*innen, siehe auch hier: www.nachtkritik.de/index.php?option=com_content&view=article&id=12497:ermittlungsverfahren-gegen-mainzer-intendanten-eingestellt&catid=126:meldungen-k&Itemid=100089)

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