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Richard Peduzzi erhält den Großen Kunstpreis Berlin 2022

20. Januar 2022. Richard Peduzzi erhält den Großen Kunstpreis Berlin 2022 der Akademie der Künste, wie letztere in einer Presseaussendung mitteilt. Der französische Architekt, Maler und Bühnenbildner schuf Bühnenräume vor allem für das theatralische wie auch filmische Werk Patrice Chéreaus, etwa zu dessen Inszenierungen "Hamlet" 1989 und "Rêve d'automne" 2011. Dafür wurde er jeweils mit dem französischen Theaterpreis Molière ausgezeichnet.

"Die Theaterräume, Opernräume, Filmräume, Ausstellungsräume, architektonischen Räume, die Richard Peduzzi gebaut hat, leben von der Spannung, welche die architektonische Operation und das poetische Fühlen miteinander erzeugt und verbindet", schreibt Jurymitglied Mark Lammert in der Begründung. "Als sich der 24-jährige Maler Richard Peduzzi und der 23-jährige Sohn eines Maler-Paares Patrice Chéreau 1967 begegnen und bis zu Chéreaus Tod 2013 eine ununterbrochene Arbeitspartnerschaft eingingen, entstand eine einmalig zweisame Kollektivität, wo jeder der beiden das Alter Ego des anderen darstellt", heißt es darin weiter. "Der Ausgangspunkt war eine Art Komplizenschaft von 'Wunderkindern' auf dem Weg zum 'Welttheater'."

Geboren am 28. Januar 1943 im französischen Argentan, war Richard Peduzzi von 1990 bis 2002 Direktor der École nationale supérieure des arts décoratifs Paris und leitete anschließend, von 2002 bis 2008, die Académie de France in Rom mit Sitz in der Villa Medici. Über die Bühnenräume hinaus, die Peduzzi seit 1969 für Produktionen Chéreaus schuf – darunter der "Jahrhundertring" für die Bayreuther Festspiele 1976 – entwarf er auch die Räume für Theater- und Operninszenierungen von Luc Bondy, etwa am Piccolo Teatro Mailand, auf dem Festival d’Avignon, auf den Salzburger Festspielen, an der Berliner Schaubühne, der Mailänder Scala, der Bayerischen Staatsoper und bei den Wiener Festwochen.

Der mit 15.000 Euro dotierte Kunstpreis Berlin – Jubiläumsstiftung 1848/1948 wird am 18. März 2022 durch die Regierende Bürgermeisterin von Berlin, Franziska Giffey, und die Akademie-Präsidentin Jeanine Meerapfel in der Berliner Akademie der Künste am Pariser Platz verliehen. Die Akademie vergibt ihn im Turnus ihrer sechs Sektionen im Auftrag des Landes Berlin.

Der Jury gehören neben dem bildenden Künstler und Bühnenbildner Mark Lammert der Regisseur und Schauspieler Herbert Fritsch sowie die Dramaturgin, Kuratorin und Direktorin der Sektion Darstellende Kunst der Akademie der Künste Nele Hertling an.

Neben dem Großen Kunstpreis Berlin werden am 18. März auch die sechs Kunstpreise Berlin in Höhe von jeweils 5.000 Euro an Künstlerinnen und Künstler der unterschiedlichen Sektionen verliehen. Der Preis in der Sektion Darstellende Kunst geht an den Theater- und Filmschauspieler Bastian Reiber.

(Akademie der Künste, Berlin / cwa)

 

 

 

 

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