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Offener Brief gegen Boykott russischer Künstler:innen

22. März 2022. Der russische Dirigent Vladimir Jurowski, seit 2021 Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper, warnt in einem Offenen Brief vor der Ausgrenzung von Russen und Belarussen. Im Speziellen wendet sich sein Schreiben gegen einen Pauschalboykott von Künstler:innen aus den beiden Ländern.

Der Text, den zuerst die FAZ in voller Länge veröffentlicht hatte, verurteilt "Putins totalitäres Regime" und dessen "skrupellose(n) Krieg". "Wir befürworten vorbehaltlos die Sanktionen und den diplomatischen Druck, die gegen das Putin-Regime und seine Handlanger, gegen seine Befürworter, Propagandisten und Informationsmanipulatoren sowie gegen Personen oder Organisationen, deren Verbindungen zu Putin und seiner Regierung eindeutig dokumentiert sind, ausgeübt werden."

Weiter heißt es: "Aber nicht alle Russen und Belarussen, und schon gar nicht alle Kulturschaffenden dieser beiden Nationen unterstützen diese schreckliche Invasion. Somit erachten wir es als ungerecht, Russen oder Belarussen für die Handlungen des Diktators und seiner Anhänger pauschal zu verurteilen, wenn keine direkten Beweise für ihr Mitwirken vorliegen. Einen Kulturschaffenden aufgrund seiner Nationalität von einer Veranstaltung auszuschließen, gleichzeitig dem Künstler persönlich aber nicht schaden zu wollen, wie es nun bereits mehrfach geschah, ist nicht möglich."

Die 119 Erstunterzeichner:innen des Schreibens wenden sich "gegen die willkürliche Ausgrenzung russischer und belarussischer Personen allein aufgrund ihrer Nationalität“ und drängen darauf, "dass Fairness und Gerechtigkeit gegenüber russischen und belarussischen Bürgern herrschen, die nicht mit Putins Regime verbunden sind".

Zu den Unterzeichner:innen gehören der Dirigent Sir Simon Rattle, die Regisseure Simon McBurney, Barrie Kosky und Thomas Ostermeier sowie die Choreographin Sasha Waltz.

(FAZ / miwo)

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