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Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase gestorben

5. Oktober 2022. Der Drehbuchautor und Regisseur Wolfgang Kohlhaase ist tot. Das berichtet die Akademie der Künste, der Kohlhaase seit 1972 angehörte, auf ihrer Webseite.

1931 in Berlin in eine Arbeiterfamilie geboren, gehörte Kohhaase viele Jahrzehnte zu den bedeutendsten Drehbuchautoren deutscher Sprache. Seine Skripte wurden seit den 1950er Jahren von Regisseuren wie Gerhard Klein, Frank Beyer, Konrad Wolf, Bernhard Wicki, Andreas Dresen und Matti Geschonnek verfilmt. Immer wieder spielten dabei bedeutende Theaterschauspieler:innen mit – darunter Eckehard Schall, Jürgen Holtz, Jaecki Schwarz, Dieter Mann, Alexander Lang, Corinna Harfouch, Henry Hübchen, Bruno Ganz, Bibiana Beglau, Martin Wuttke, Valery Tscheplanowa oder Inka Friedrich. Kohlhaase ist der Autor von DEFA-Filmklassikern wie "Berlin – Ecke Schönhauser", "Ich war neunzehn" und "Solo Sunny" – wo er neben Konrad Wolf auch Co-Regisseur war.

Auch nach der Wende blieb Kohlhaase prägend. Unter anderem schrieb er das Drehbuch für Volker Schlöndorffs RAF-Aussteiger-Film "Die Stille nach dem Schuss". Vor allem wurde er für die Drehbücher gefeiert, die er für Andreas Dresen schrieb, darunter "Sommer vorm Balkon". Kohlhaases Leben sei von großen historischen Brüchen geprägt, schreibt Dresen in seinem Nachruf auf Kohlhaase im Berliner Tagesspiegel. "Das Ende der Nazizeit, der Bau und der Fall der Mauer. Dass er sich immer für Menschen interessiert hat und nicht für Ideologien, machte die Übergänge leichter."

Wolfgang Kohlhaase wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem erhielt er mehrere Nationalpreise der DDR, den Goethepreis der Stadt Berlin, den Prix Italia, den Ehrenpreis der Berlinale und den Ehrenpreis des Deutschen Fimpreises Lola. Zu seinem 90. Geburtstag im Jahr 2021 verlieh ihm das Land Berlin den Verdienstorden. Am 5. Oktober ist Wolfgang Kohlhaase in Berlin gestorben.

(AdK / sle)

 

 

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#1 Wolfgang Kohlhaase: GigantLuchino Visconti 2022-10-07 01:47
Was für ein Gigant! Einer der ganz großen Autoren! Schön, dass er so alt wurde und so viel hinterlässt. Der deutsche Film der letzten Jahrzehnte: ohne ihn undenkbar.

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