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Wiener Burgtheater lehnt Einladung nach Ungarn ab

Sie fahren nicht!

13. September 2013. Das Wiener Burgtheater hat eine Einladung zum 1. Internationalen Festival in Budapest im Frühjahr 2014 offiziell abgelehnt.

Wie das österreichische Staatstheater in einer Pressemitteilung schreibt, hätten "die Erfahrungen mit Kulturpolitikern der derzeitigen ungarischen Regierung, darunter Minister Zoltán Balog und Attila Vidnyánszky, gezeigt", dass Begegnungen anschließend oft anders dargestellt worden seien, "als sie sich zugetragen haben". Das Burgtheater schreibt weiter: "Wir wollen nicht zulassen, dass der gute Ruf des Burgtheaters erneut benützt wird, um den beschädigten Ruf der ungarischen Kulturpolitik zu reparieren. Daher nehmen wir die Einladung nicht an." Der "Diskurs über die Entwicklung der Kulturpolitik in Ungarn" und eine "differenzierte Diskussion" seien zur Zeit "besser" in Wien möglich als in Budapest.

(jnm)

 

Mehr zu den Verhältnissen der ungarischen Theaterszene im Theaterbrief aus Ungarn von Esther Slevogt und im nachtkritik.de-Lexikon. Außerdem hier ein Interview mit Attila Vidnyánszky.

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Kommentare

Kommentare  
#1 Burgtheater sagt Ungarn ab: Strafe fürs Publikum?Susanne Peschina Wien 2013-09-14 13:05
Ist es wirklich eine richtige Entscheidung? Straft man nicht auch das Publikum, das nicht national und judenfeindlich ist? Wäre es nicht auch die Möglichkeit mutiges und weltoffenes Theater zu zeigen? Dann habe ich einen Blick auf den Spielplan des Burgtheaters geworfen und derzeit eigentlich kein Stück gefunden, das sich bei diesen Ansprüchen aufdrängt. Eigentlich eher sehr viel österreichisch nationales. Also vielleicht doch die richtige Entscheidung?
#2 Burgtheater sagt Ungarn ab: Uraufführungenroterstern 2013-09-14 16:03
Richtig Frau Peschina, entweder hat man das passende Stück, oder man bleibt zu Hause. Oder man bleibt sich am Burgtheater seiner löblichen Uraufführungsquote treu und arbeitet mit Autoren an entsprecheden Stücken! Jedem Budapest sein Lucianus! Jedem Putin sein Gonzago! Letzterer wurde ja immerhin in Wien ermordet, wie man hört...
#3 Burgtheater sagt Ungarn ab: Robin Hood ist nichts dagegenMarcel R. 2013-09-14 18:36
Super. Eine Pressemitteilung über etwas, das man NICHT macht. Als wollte die Burgtheater-Direktion rufen: "He Leute! Habt ihr das mitgekriegt? Ihr denkt, wir machen immer nur poliertes Langweiler-Theater, aber nein: Wir sind politisch total unbequem! Wir haben es einer Regierung, die sowieso schon in ganz Europa diskreditiert ist, voll gezeigt! Robin Hood ist nichts dagegen! Demnächst schlagen wir vielleicht sogar Einladungen aus Russland aus, ach ne... da waren wir ja schon... Und für Oktober haben wir halt auch schon wieder zugesagt. Naja..."

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