Fürsorge als Waffe

von Nishant Shah

8. Mai 2021. Während ich versuche, diesen Artikel zu verfassen, frage ich mich, wie die Institutionen, mit denen ich zusammenarbeite, und die Communities, auf die ich für meine berufliche Zukunft angewiesen bin, darauf reagieren werden. Ich möchte zu Beginn klarstellen, dass meine Erfahrungen aus intersektionaler Perspektive bereits durch mehrere Privilegien abgemildert sind – ich hatte Positionen inne, die mit Macht und Autorität verbunden waren, und wurde von außergewöhnlichen Kollegen unterstützt, die sich nicht bedroht fühlten, sondern in existenziellen Krisen hinter mir standen. Außerdem habe ich den Vorteil, in mehrere globale Netzwerke politischer und emotionaler Solidarität eingebunden zu sein, die mir helfen, meine Arbeit fortzusetzen. Besonders in den letzten Jahren hat es mich verfolgt, wie viel intensiver, prekärer und vernichtender diese Erfahrungen und um wie viel verheerender ihre Konsequenzen für diejenigen sein müssen, die weder durch Privilegien geschützt sind noch über das kulturelle und soziale Kapital verfügen, um sich gegen Bedingungen zu wehren, die sowohl ihr Selbstbewusstsein wie ihr Vertrauen in eine professionelle Praxis aushöhlen.

Der Faktor Mensch

Mai 2021. Lisa Jopt, Gründerin und Erste Vorsitzende des ensemble netzwerks, und Anselm Weber, geschäftsführender Intendant des Schauspiel Frankfurt, sprechen über Machtgefälle im Stadttheater, (Vermeidung von) Machtmissbrauch und gute Theaterleitung.

Patriarchendämmerung

von Christian Koch und Hartmut Welscher

"The Force is not a power you have. It's not about lifting rocks. It's the energy between all things, a tension, a balance, that binds the universe together." Luke Skywalker 

Mai 2021. Derzeit vergeht kaum ein Monat, in dem nicht über Machtmissbrauch an deutschsprachigen Theatern diskutiert wird. Als Mitte März 2021 in einer taz-Recherche Vorwürfe gegenüber dem Intendanten der Berliner Volksbühne, Klaus Dörr, öffentlich wurden, kommentierte das Internetportal Nachtkritik folgerichtig in einem Tweet: "Was sich abspielte, liest sich wie ein fast klassischer Fall von Machtmissbrauch." "Klassisch" – gab es immer, wird es immer geben. 

Die teuflische Lust am Mittelmäßigen

5. Mai 2021. "Schreiben ist wie Kryptowährung, wenn man früh genug eingestiegen ist, geht's einem gut damit. Aber die Zeit des großen Schreibens liegt einfach zurück", sagt Bonn Park. Und doch ist er Theaterautor geworden, der für seine eigenen Regien und Stückentwicklungen zur Feder greift. Und dafür lustvoll populäre Filmgenres ausschlachtet: Krimi, apokalyptische Action, Horror. Über das Schreiben im Horizont von Hollywood, über die Diskriminierung der jüngeren Generationen und über Deutschlands teuflische Lust an der Mittelmäßigkeit spricht Bonn Park mit nachtkritik.de-Redakteur Christian Rakow.