Medienschau: BLZ – Über "Cancelculture" in Berlin

Am Pranger

Am Pranger

23. Februar 2022. In der Berliner Zeitung kritisiert Birgit Walter den "Gender-, Sensibilisierungs- und Antidiskriminierungswahn", den sie als Grund ausmacht für die jeweils abrupt beendeten Leitungen an Berliner Kulturinstitutionen wie der Volksbühne, den Berliner Festspielen und der Staatlichen Ballettschule. 

Am Beispiel von Klaus Dörr, 2018 bis 2021 (Interims-)Intendant der Berliner Volksbühne, geht sie der Frage nach, wie "Verdachtsberichte von Journalisten" Karrieren zerstören können.

"Sie übernehmen dabei alle Aufgaben von Polizei und Justiz gleichzeitig – Ermittlung, Anklage, Verurteilung. Die Unschuldsvermutung als hohes Rechtsgut fällt als erstes. (...) Schnell und laut ist ein Tribunal zur Stelle, das die 'Täter' öffentlich an den Pranger stellt – mit Foto, Namen, Rücktrittsforderung." Auch mit Kultursenator Klaus Lederer geht Walter hart ins Gericht.

Anhand der neuen Regeln, die am Theater an der Parkaue gelten, befürchtet Walter zudem in Zukunft "aseptische Arbeitsverhältnisse" mit Folgen "für die Kreativität an den Bühnen".

(geka)

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