Medienschau: Diverse – Abschied von Claus Peymann in Wien

Der letzte Tyrannosaurier

Der letzte Tyrannosaurier

24. September 2025. Unter dem Titel "Gute Nacht, Herr Direktor" druckt die FAZ die Trauerrede von Christoph Ransmayr für den jüngst verstorbenen und nun am Wiener Burgtheater geehrten Intendanten und Regisseur Claus Peymann ab.

"Erlauben Sie mir also, Herr Direktor, dass ich Ihnen über die nebeligen Grenzen von Leben und Tod hinweg, aus der größtmöglichen Ferne, in der zwei Menschen einander nahe sein können, diese zwei Fäuste voll Konfetti zurückerstatte und auf Ihren Sarg schneien lasse", endet der Literat Ransmayr (der zwei Stücke für Peymann schrieb) seine Erinnerungen an ihre gemeinsamen Wanderungen durch Irland, auf denen sie zahllose Stücke imaginierten, die dann nie geschrieben wurden. Das Konfetti warf Ransmayr auch tatsächlich.

Für die Süddeutsche Zeitung war Christine Dössel (die Peymann-Biographin) bei der Trauerfeier in Wien und vermittelt "Eindrücke von der Heiligsprechung eines Theaterpapsts." Für sie war insbesondere die finale Fahrt des Toten im Mercedes, während die Trauergäste zu Fuß hinterherstapften, ein "Abgang, wie er heiterer nicht hätte sein können. Applaus!"

Peter Kümmel ruft Peymann in der Zeit zu: "Peymanns Reise ist nicht vorbei. Das Herz in Wien, der Rest auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof? Wer so sehr in Bewegung ist, kann gar nicht am Ende sein. Wir sehen uns in Berlin!"

Für die Presse berichtet Almuth Spiegler: "Es wurde gelacht. Und Tränen verdrückt. Als Peymanns letzte Lebensgefährtin und Dramaturgin, Jutta Ferbers, Thomas Braschs Gedicht 'Annas Abendlied' las: 'Gute Nacht, ihr wilden Vögel/ ich geh jetzt zur Ruh/ und euer Flügelschlagen/ Sei mir ein Lied dazu.'"

Der Standard hat den Bericht von apa online und gibt unter anderem den Auftritt des aktuellen Burgtheater-Direktors Stefan Bachmann wieder: "Bachmann fand eine gute Balance zwischen Bewunderung ('Er war König und Narr zugleich.') und Abgrenzung von einem der letzten Tyrannosaurier, der zum Aussterben verurteilt war, und dem 'größten, vielleicht letzten Theaterkönig', der von Bachmanns Generation naturgemäß gestürzt werden musste."

(faz.de / sueddeutsche.de / zeit.de / Die Presse / standard.at / chr)

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