Medienschau: rbb24 – Prominenz fürs Theater Brandenburg

Anna Loos mit Support von Leander Haußmann

Anna Loos mit Support von Leander Haußmann

7. November 2025. Die Schauspielerin und Sängerin Anna Loos will sich in die künftige Programmgestaltung des Theaters in Brandenburg an der Havel einbringen, berichtet der rbb.

Anna Loos sprach am vergangenen Dienstag auf Einladung des Kulturvereins in der Brandenburger Theaterklause mit Kommunalpolitiker*innen und Bürger*innen der Stadt darüber, wie das Theater sich weiterentwickeln könne, teilt rbb24 mit. Begleitet wurde Loos vom Regisseur Leander Haußmann. In Brandenburg steht demnächst die Besetzung der aktuell vakanten künstlerischen Leitung des Theaters an. Eine offizielle Bewerbung von Loos liege allerdings nicht vor. Auf der Veranstaltung sagte Loos laut rbb-Angaben: "Was mich interessiert und was es hier nicht gibt, ist das Sprechtheater."

Das Brandenburger Haus verfügt über keine eigene Schauspielsparte, seit das Mehrspartenhaus vor rund 25 Jahren aufgelöst wurde. Nur die Brandenburger Symphoniker sind dem Haus als festes Ensemble zugeordnet, außerdem gibt es einen kleinen Bereich für Kinder- und Jugendtheater mit Puppenspiel. Beim Wahlforum habe sich Brandenburgs Bürgermeister Steffen Scheller (CDU) dafür ausgesprochen, wieder ein festes Schauspielensemble am Theater zu etablieren. "Er ließ aber offen, mit welchen Mitteln das geschehen könnte", berichtet der rbb.

Die Schauspielerin Anna Loos (unter anderem in der Krimireihe "Helen Dorn" im ZDF) wurde 1970 in Brandenburg an der Havel geboren und flüchtete 1988 aus der DDR. Sie lebt heute mit ihrem Ehemann, dem Schauspieler und Musiker Jan Josef Liefers, und zwei Kindern in Berlin. Als Nachfolgerin von Tamara Danz war sie lange Sängerin der Band Silly. Im Oktober dieses Jahres wurde sie mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

(rbb24.de / chr)

Kommentare  
Medienschau Brandenburg: Für das ganze Bild
Weil in der Berichterstattung die Perspektive der Menschen etwas untergeht, die in Brandenburg tatsächlich am Haus arbeiten:

Carola Söllner, die Leiterin der Abteilung Dramaturgie/Darstellende Kunst im BT, ergänzt: "Das Brandenburger Theater besitzt zwar momentan kein festangestelltes Schauspielensemble mehr, hat aber in den letzten vier Spielzeiten 8 Eigenproduktionen im Bereich Sprechtheater herausgebracht. Die Ensembles wurden dafür aus unserem Pool an exquisiten Schauspielerinnen und Schauspielern zusammengestellt, die wir punktgenau besetzen können und die sich in der Stadtgesellschaft steigender Beliebtheit und eines hohen Wiedererkennungswertes erfreuen. Genannt seien hier nur Jacob Keller, Henry Nandzik und Elna Lindgens, die schon in zahlreichen Inszenierungen am BT auf der Bühne standen.
Das gleiche Prinzip gilt auch für das Musiktheater. Dort haben wir in den letzten 4 Spielzeiten 14 Eigenproduktionen herausgebracht. Die Sängerin Natallia Baldus wurde dieses Jahr mit dem Brandenburger Theaterpreis ausgezeichnet. Zusätzlich zu diesen Produktionen haben wir mehrere Gastspiele aus dem Theaterverbund und von anderen Häusern eingeladen, um den Spielplan möglichst vielfältig zu gestalten. "

Quelle: https://meetingpoint-brandenburg.de/neuigkeiten/artikel/211217-anna-loos-und-leander-hauandszlig-mann-wollen-in-brandenburg-wieder-ein-schauspiel-ensemble-etablieren
Medienschau Brandenburg: Konkrete Machbarkeit
Wenn sich eine prominente TV-Schauspielerin ihrer Wurzeln besinnt und in ihrer alten Heimat für das dortige Theater engagieren will, damit ein abgewickeltes Schauspiel in der sogenannten "Provinz" vor den Toren Berlins wiederbelebt werden kann, ist das begrüßenswert! Anna Loos und Leander Haußmann beglaubigen durch Ihre Präsenz und Stimme in Brandenburg eine mögliche Neu-Gründung dieser Sparte mit mehr fest angestellten Schauspielern und nötigem Personal hinter der Bühne, deren Notwendigkeit, Machbarkeit und künftigem Publikumszuspruch ohne diese bekannten Gesichter (für die Entscheider) wohl unkonkret bliebe.
Auch wenn in der Brandenburger Stadtgesellschaft der Wunsch nach mehr Schauspiel in der Stadt an der Havel vorhanden ist, müssen in der Kommune und im Land Brandenburg ja erst die finanziellen Weichen für einen nachhaltigen Aufwuchs der Mittel gestellt werden, damit Anna Loos und andere Schauspielmacherinnen sich überhaupt auf eine Intendanz mit Schauspieldirektion bewerben könnten, wie es gegenwärtig noch gar nicht möglich ist.
Bemerkenswert ist, daß das Brandenburger Theater bereits heute über stolze 10 Mio. Euro Etat verfügt, aber mit der Sparte Orchester, Eigenproduktionen und Gastspielen im Bereich Schauspiel und Kindertheater offenbar viele Tage im Monat geschlossen ist: Dabei könnte man mit viel weniger Etat ein Ensemble von z.B. 8 festen Schauspielern, eine Spartendirektorin, einen zusätzlichen Dramaturgen, eine Disponentin, Regie-Assistenzen und vor allem einen entsprechenden Ausstattungsetat damit bezahlen!
Die kleinsten kommunalen Sprechtheater in Deutschland wie in Aalen, Moers oder Naumburg müssen nämlich schon mit einem Etat von ca. 1,6 bis 3 Mio. Euro auskommen; bieten mit ca. 4 bis 8 festen Schauspielern plus Gästen und Technik aber ein vollwertiges Programm und viele Premieren sowie Spieltage pro Spielzeit!
Hoffentlich will man sich in Brandenburg aber eher an einem Schauspiel wie Celle, Senftenberg oder Mülheim/Ruhr orientieren, die über einen Etat von ca. 3,5 bis 6 Mio. Euro bei ca.10 bis 15 festen Schauspielern verfügen... Denkbar wäre in Brandenburg/Havel natürlich auch die Einführung eines Landestheaterbetriebs (z.B. LTT Castrop-Rauxel: Etat ca. 5 Mio. Euro) mit zusätzlichen Abstechern im brandenburgischen Umkreis, um weitere kommunale Träger in der Fläche für die offene Finanzierung mit ins Boot holen zu können.

Auf jeden Fall würde man für die Hälfte (!) des jetzigen Etats deutlich mehr Output und Sichtbarkeit des Brandenburger Theaters mit der Gründung und Existenz einer Schauspielsparte erhalten! Da es bis vor 25 Jahren ein Mehrspartenhaus war, ließe sich auf die vorhandenen Strukturen leichter aufbauen, sofern auch das jetzige Personal in Technik und Verwaltung mitgenommen und die Stadtgesellschaft nebst Rathausspitze lautstark aktiv werden und die nötigen Verbündeten finden. Wohlan!
Medienschau Brandenburg: Sprechtheater wiederbeleben
Ich finde es eine grossartige Idee von Anna Loos, wenn es in enger Zusammenarbeit mit denen
geschieht, die seit Jahren das Sprechtheater in Brandenburg wiederbeleben.

Wenn man, wie ich im "Osten" angefangen hat (BE und NDH) und im Westen, besonders in Kassel, als der "Ossi" behandelt wurde, wenn man weiss, welch grosse Liebe in der Bevölkerung in vielen Kleineren Städten gerade zum Sprechtheater besteht, könnte daraus eine Initiative werden. Das Theater Nordhausen war für mich bis heute, das schönste Theater, das ich leiten durfte: Leidenschaftlich, politisch, episch.

Nordhausen war in den 90 er Jahren ein Geheimtipp - in der DDR ohnehin - viele haben dort mit ihre Karriere begonnen: Petras, Kaminsky, Mikat, Hase, Leupold um nur wenige zu nennen. Aber rasch sind diese Wurzeln vergessen. Man könnte so etwas wiederbeleben Private-Public-Partnerschip und eine Achse bilden Nordhausen - Lome - Bujumbura. Klar: Kohle auftreiben privat und staatlich einen Zuschuss, der OB von Nordhausen war bei mir im Jugendclub und hat gegen die AfD gewonnen. Also weitermachen, zack ist aus dem Kommentar ein Appell geworden, mal sagen ob jemand aufwacht: Brandenburg macht es vor.
Kommentar schreiben