Medienschau: Stuttgarter Zeitung – Interview mit Intendant B. C. Kosminski

Wandel im Herzen der Stadt

Wandel im Herzen der Stadt

4. Dezember 2025. Stuttgarts Schauspiel-Intendant Burkhard C. Kosminski spricht mit der Stuttgarter Zeitung über die Sparmaßnahmen von Stadt und Land und die Transformation, die dem Raum Stuttgart bevorsteht.

Angesichts des deutlichen Rückgangs der Steuereinnahmen sieht Kosminski Ausgabenkürzungen als notwendig an. "Wie die Stadt im Moment vorgeht, halte ich aber für katastrophal", sagt der Intendant im Gespräch mit Tim Schleider von der Stuttgarter Zeitung. "Die Rasenmäher-Methode bedeutet nur Vernichtung." Er erwarte von der Politik hingegen eine Vision, in was für einer Stadt wir in Zukunft leben wollen. Kultur und Bildung seien "zentrale Treiber für Demokratie und für ein empathisches Miteinander". In diesen Bereichen dürfe man nicht sparen, "das ist unsere Zukunft", so Kosminski.

In Gesprächen mit Politikern, Besuchern und Bürgern spüre er "große Ängste und Selbstzweifel, wie es weitergehen kann, eine große Sorge um den gesellschaftlichen Bestand, auch um die soziale Sicherung der persönlichen Zukunft". Alle ahnten, dass Stadt und Region "vor einer gewaltigen Transformation stehen", und er hoffe, diese dauere nicht so lang wie einst im Ruhrgebiet oder in einigen Teilen Ostdeutschlands.

Das Theater begreift Burkhard C. Kosminski im Anschluss an seine Münchner Intendanzkollegin Barbara Mundel als "Heart of the City", das die aktuellen und für die Stadt virulenten Themen auf die Bühne bringe. Nach einer Publikumsbefragung der Stuttgarter Staatstheater und einer vom Schauspiel 2024 in Auftrag gegebenen Milieustudie wisse das Theater relativ genau, wer sein Publikum sei. "Die gesamte Kulturlandschaft steht, was das Publikum angeht, vor einem gewaltigen Wandel", so Kosminski. Beschleunigt habe das die Pandemie. Noch sei ein zahlenmäßig starkes Bildungsbürgertum vertreten, aber in zehn, 15 Jahren sehe das anders aus. "Deswegen ist unser Engagement in der kulturellen Bildung kein theaterpädagogisches Beiwerk, sondern Grundlagenarbeit."

(Stuttgarter Zeitung / eph)

Kommentare  
Medienschau Stuttgart: Sparmaßnahmen kosten
An Kultur, Bildung und Sozialem zu sparen, kostet viel zu viel:
https://weact.campact.de/petitions/an-kultur-bildung-und-sozialem-zu-sparen-kostet-viel-zu-viel
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