Medienschau: Süddeutsche Zeitung – Wie Kultureinrichtungen mit der Energie-Krise umgehen

Der Winter naht!

30. August 2022. Die Süddeutschen Zeitung berichtet über die Notfallpläne deutscher Kulturinstitutionen für eine mögliche Energieknappheit im Winter. Und nimmt die Politik in die Pflicht.

Peter Laudenbach beschreibt in seinem Artikel (€), wie sich Einrichtungen auf eine drohende Rationierung von Gas vorbereiten. Museen würden einen Teil ihrer Gebäude wohl auf Notbetrieb herunterfahren, um die wertvollsten und empfindlichsten Ausstellungsstücke vor Schäden zu schützen. Einen solchen Plan erarbeiten derzeit zum Beispiel die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Aus der Politik erreiche der Kulturbetrieb unterschiedliche Signale. "Archive, Museen und Bibliotheken, wenn sie bedeutsames Kulturgut aufbewahren, sind Teil der kritischen Infrastrukturen. Daher muss ihre Energieversorgung im Notfallplan Gas priorisiert werden", fordert NRW-Kulturministerin Ina Brandes in ihrer Funktion als Vorsitzender der Kulturminister-Konferenz. Der Berliner Senat habe bereits beschlossen, dass bei Energie-Engpässen die für konservatorische Zwecke etwa in Museen und Depots notwendige Stromversorgung gesichert werden soll.

Kulturstaatsministerin Claudia Roth forderte hingegen die Kultureinrichtungen auf, Energie schon jetzt einzusparen, ohne ihre "Funktionsfähigkeit zu gefährden". Dafür seien jedoch Investitionen erforderlich, wie Laudenbach schreibt. "Die Gebäude auf energieeffizienten Stand zu bringen, benötigt viel Geld und Zeit. Meint es die Politik mit Roths Sparappellen ernst, muss sie das notwendige Budget dafür zur Verfügung stellen."

Als Beispiel für eine gelungene Entwicklung nennt Laudenbach das Berliner Ensemble, das unter seinem Technischen Direktor Stephan Besson in den letzten vier Jahren seinen Energieverbrauch um etwa 20 Prozent gesenkt habe. Einen Vorschlag Bessons aufgreifend, fordert Laudenbach nicht nur finanzielle sondern auch strukturelle Unterstützung durch die Politik: "Bisher ist es der Eigeninitiative der Institutionen und ihrer Technischen Direktion überlassen, die Energieeffizienz zu verbessern und sich die Expertise dafür zu erarbeiten. Weshalb setzen Bund und Kommunen nicht öffentlich getragene Energieagenturen auf, die Haus für Haus überprüfen und die Theater und Museen unterstützen?"

(SZ / miwo)

 

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