Medienschau: SZ – Interview zur Lage der Kunst in Belarus
13. April 2022. "Seit 2021 gibt es in Belarus kein unabhängiges Theater mehr – Theater wurden geschlossen oder sind stark kontrolliert", berichtet die belarussische Philosophin Olga Shparaga der Süddeutschen Zeitung (€).
Das Interview mit Peter Laudenbach findet anlässlich eines Belarus-Schwerpunkts am Berliner Hebbel am Ufer statt. Im Exil außerhalb von Belarus habe sich eine Künstlerszene erhalten wie etwa das Belarus Free Theatre in London. Shparaga sieht daheim die Legitimation des belarussischen Präsidenten Lukaschenko nachhaltig geschwächt; die "demokratischen Gesellschaft in Belarus" erstarke.
Zum Krieg Russlands gegen die Ukraine und zu Boykottaufrufen gegen russische Künstler:innen äußert sie sich auch "In jedem Krieg geht es um die Vereinfachung der Strukturen – der emotionalen, der Handlungsstrukturen und natürlich des Selbstverständnisses und der Bestimmung anderer. Putin wird mit Russland und allen Russen identifiziert. Die Menschen als Personen, als Träger der menschlichen Würde und der Menschenrechte, werden dabei vergessen. Aber nicht völlig. Wir sehen etwa, dass von der ukrainischen Seite gefordert wird, die eigenen, russischen Kriegsgefangenen nicht zu foltern. Wenn Menschen ausschließlich mit ihrer Nationalität identifiziert werden, verweist das auf die Grenzen des Humanen in jeder konkreten Situation."
(sueddeutsche Zeitung / chr)
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