Medienschau: SZ – Sind die Theater zu selbstbezüglich?

Milieuschaden

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11. Oktober 2022. In der Süddeutschen Zeitung widmet sich Peter Laudenbach (wie einige Stimmen in den Feuilletons derzeit) der Frage, wie sich die Theater in Sachen Publikumsrückgang positionieren – und erläutert, welche Gründe für ihn hinter dem Phänomen stehen.

Was Laudenbach auf den deutschen Bühnen sieht, ist für ihn "gut gemeint": "Gratis Ideologiekritik, dekonstruierte Geschlechterrollen und, logo, Klagegesänge über den Neoliberalismus" macht er aus. Ein "wirksamer Schutz" gegen die Krisenauswirkungen der jetzigen und kommenden Zeit sind für Laudenbach "nicht die wohlfeilen Behauptungen der eigenen 'Systemrelevanz' - sondern Zuschauerinnen und Zuschauer, die auf das Theater nicht verzichten wollen".

Klug seien daher in der Theaterlandschaft jene, die um die Zuschauer:innen kämpfen – und zwar mit den nach Maßstäben des Autors richtigen Mitteln. Beispiele für gut laufende Häuser gebe es. Problematisch findet der Autor vor allem "wenn die Bühnen sich mit dem gängigen Diskursvokabular aus den Seminarräumen der cultural studies gegen die uneingeweihten Normalos aus der lästigen Außenwelt abschotten". 

An diesen Orten wolle man unter sich bleiben, ist sich Laudenbach sicher. Zudem müsse das Publikum dort "weltanschauliche Belehrungsgewitter" über sich ergehen lassen und "Identity-Politics-Textbausteine", die die Zugehörigkeit zu Hipster-Abteilungen des Betriebs signalisierten, anhören. Die letzte Documenta und die Volksbühne sind für ihn diesbezüglich hervorstechende Beispiele. Dort habe die "lokale Rationalität, also das Eigeninteresse der Künstler, bereits den ganzen Laden übernommen". Aber noch andere Bespiele von Intendant:innen fallen dem Autor ein, denen "die Orientierung am Publikumszuspruch" suspekt sei. Dabei, findet er, eröffne sich dem Theater angesichts der Krise im Land eine riesige Chance. "Gutes Theater erlaubt mehr als eine Wahrheit. So entsteht Austausch, so entsteht Gesellschaft".

(Süddeutsche Zeitung / sdre)

 

 

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