Medienschau: SZ – Über das Kunst- und Kulturverständnis der AfD

Angeblich bedrohte kulturelle Indentität

15. Januar 2025. In der SZ berichtet Peter Laudenbach über das Kunst- und Kulturverständnis aus dem Wahlprogramm der AfD. Denkt man es zu Ende, lande man unweigerlich bei völkischer Ideologie.

Vergleichsweise idyllisch bebildere die Partei in ihrer Wahlkampfwerbung das Stichwort "Deutsche Leitkultur statt 'Multikulturalismus'": Ein kleines Mädchen im Dirndl hält eine Butterbrezel. "Was so putzig beworben wird, ist ein provinzieller Kulturbegriff, vielleicht auch das, was Politikwissenschaftler die völkische Regression nennen", so Peter Laudenbach in der Süddeutschen Zeitung (15.1.2025). 

"In ihrem Programm zur Bundestagswahl, das die AfD am vergangenen Wochenende in Riesa beraten hat, bleibt die Partei in den Aussagen zur Kulturpolitik ähnlich hohltönend und gereizt." Die Absicherung der kulturellen Infrastruktur, die Arbeitsfähigkeit der Theater, Museen, Bibliotheken, Orchester zähle offenkundig nicht zu ihren vordringlichen kulturpolitischen Zielen.

"Stattdessen variiert sie in ihrem Wahlprogramm zwei vertraute Motive: Das Beschwören einer angeblich bedrohten kulturellen Identität und die Unterstellung, die Kunstfreiheit sei irgendwie von linken Ideologen gefährdet." Das aber sei eine "bizarre Umkehr der realen Bedrohungen der Kunstfreiheit".

(sueddeutsche.de / sik)

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