Medienschau: SZ – Kritik am Schauspiel Dortmund
Unmutsvermutung
Unmutsvermutung
7. Juni 2024. Von "Unmut" am Schauspiel Dortmund berichten Alexander Menden und Uwe Ritzer in der Süddeutschen Zeitung. Intendantin Julia Wissert kämpfe "mit verheerenden Auslastungszahlen". Ihr Vertrag sei bis 2030 verlängert worden, doch gebe es intern Kritik an ihrem Kommunikations- und Führungsstil.
Unterschwelliger Rassismus?
Neben der Chefdramaturgin und Wissert-Stellvertreterin Sabine Reich seien auch zahlreiche Schauspieler*innen ausgeschieden, berichten die SZ-Autoren. Auf einer internen Mitarbeiter*innenversammlung "sollen Wortgefechte und Zwischenrufe die Debatte bestimmt haben", berichten Menden und Ritzer. Streitanlass sei eine Stellenanzeige gewesen, in der Julia Wissert von einer Regie- und Produktionsassistenz die Bereitschaft gefordert habe, sich "mit machtkritischen Arbeitspraxen (sic) an einer weißen Kulturinstitution" auseinanderzusetzen. Davon fühlten sich Teile der Belegschaft als latent rassistisch "verunglimpft", so die Autoren.
Schlichtend aufgetreten sei Kulturdezernent Jörg Stüdemann (SPD), der im vergangenen Herbst Wisserts Vertragsverlängerung "politisch vorbereitete und forcierte". SPD, Grüne und Linke hatten damals im Stadtrat dafür gestimmt, aus der CDU gab es Enthaltungen: "Dieses Mal hielten sich die Wissert-Gegner im Rat zurück. Keiner wollte erleben, was dem CDU-Politiker Joachim Pohlmann widerfahren war. Der hatte der Intendantin einmal 'eine ganz schlechte Performance' attestiert und dafür aus den Reihen der SPD den Vorwurf kassiert, bei seiner Bemerkung schwinge 'unterschwellig Rassismus mit'." Julia Wissert hatte ihren Job 2020 als erste Person of Color und jüngste Intendantin an einem deutschen Stadt- und Staatstheater angetreten.
Zahlenmäßig kein Erfolg
Betrachte man die Zahlen, sei Wisserts Intendanz "bislang tatsächlich alles andere als ein Erfolg", so Menschen und Ritzer: "Während die Gesamtauslastung des Dortmunder Mehrsparten-Stadttheaters von August 2023 bis einschließlich April 2024 bei 74 Prozent lag und besonders das Ballett mit 92,4 Prozent glänzte, hinkte das Schauspiel mit 60,5 Prozent deutlich hinterher."
Besonders Julia Wisserts eigene Inszenierungen "fielen beim Publikum durch": Bei einer von den Autoren besuchten Aufführung von Julia Wisserts "Ring des Nibelungen" seien lediglich 36 von 500 Plätzen besetzt gewesen, "eine Auslastung von 7,2 Prozent". Insgesamt liege die Inszenierung derzeit bei einer Auslastung von 37 Prozent, zuzüglich Freikarten. In der vorherigen Spielzeit habe es ihre Produktion "Bakchen – die verlorene Generation" auf lediglich 23 Prozent gebracht.
(Süddeutsche Zeitung (€) / eph)
Schon 2022 gab es Kritik an Julia Wisserts Intendanz. Max Florian Kühlem blickte auf die Vorwürfe.
mehr medienschauen
meldungen >
- 17. April 2026 Kunststiftung Sachsen-Anhalt warnt vor nationalistischer Kulturpolitik
- 16. April 2026 Göttingen: Schauspielerin Thyra Uhde gestorben
- 16. April 2026 Salzburg: Ex-Festspielpräsident Heinrich Wiesmüller gestorben
- 16. April 2026 Konstanz: Intendantin Karin Becker verlängert
- 15. April 2026 Preisjurys der Mülheimer Theatertage 2026
- 13. April 2026 Chemnitz: Theater wehrt sich gegen Abschaffungspläne
neueste kommentare >
-
Burn, Baby, Burn!, Hannover Sagenhaft gut
-
Die Quelle, Wien Bitte weitermachen
-
Fräulein Else, Wien Danke!
-
Über die Notwendigkeit, ... , Wiesbaden Super Abend
-
Fräulein Else, Wien Phänomenal
-
Irgendetwas ist passiert, Berlin Lauwarm
-
Theaterpodcast Investigativtheater Aufklärung?
-
Quelle, Wien Frontalunterricht
-
Bluets, Berlin Multifunktionsroboter
-
Quelle, WIen Andere Wahrnehmung





Wäre doch spannend zu erfahren, ob die diskriminierungskritische Ausschreibungspraxis von Dortmund an anderen Theatern auch praktiziert wird und dort zu ähnlichen Protesten der (weißen??) Belegschaft führt, oder nicht? Ist die Einordnung unserer Theaterhäuser als weiße Institutionen tatsächlich abwegig, oder ist es nur ungewohnt, das von der eigenen Leitung zu hören?
Wäre doch eine wichtige Einordnung, wie sich die Auslastungen im Schnitt bei selbstinszenierenden Intendant:innen insgesamt so verhält. Ist Frau Wissert da ein besonders krasser Fall, oder gibt es das öfter? Sind die Auslastungszahlen bei externen Arbeiten von Frau Wissert ähnlich mau, oder nur in Dortmund? Gilt das nur für die beiden zitierten Arbeiten, oder für alle?
Und wie stehen die beiden SZ-Autoren zu den Rassismus-Vorwürfen gegen Pohlmann? Waren die völlig aus der Luft gegriffen, oder aus anderen Perspektiven auch nachvollziehbar?
Ohne diese Vergleichbarkeiten und Einordungen bekommt so ein Artikel leider selber ein Geschmäckle. Wäre mit etwas recherchefleißigerem Journalismus sachlicher. So verlängert es die Unterschwelligkeiten leider nur. Und damit wäre noch nicht gesagt, daß es keine Probleme am Haus gäbe. Es wäre halt nur schön, wir würden über diese sprechen können und hätten dafür eine gut recherchierte und multiperspektivische journalistische Basis.
ich habe Ihren Artikel vom 7. Juni 2024 über das Schauspiel Dortmund, bzw. Julia Wissert, gelesen, der viel Unmut in mir ausgelöst hat, obwohl ich selbst 2023 das Schauspiel Dortmund verlassen habe.
Ich bin fest davon überzeugt, dass deutsche Stadt- und Staatstheater, so wie die gesamte Gesellschaft, noch lange nicht an dem Punkt sind, frei von Machtdimensionen, wie Rassismus, Sexismus, Klassismus, Ableismus, Ageism etc., agieren zu können – auch wenn eine junge Schwarze Frau die Leitung der Institution innehat. (Das „S“ schreibt man bei „Schwarz“ ja gerade deswegen groß, um zu markieren, dass es sich nicht um eine Hautfarbe, sondern um eine sozio-politische Positionierung in einer mehrheitlich weiß dominierten Gesellschaftsordnung handelt.) Ich halte es sogar für extrem gefährlich, dass Theaterschaffende sich gerne als moralisch überlegen und als „außerhalb des Problems“ begreifen.
Ich habe bereits am Theater Oberhausen miterlebt, wie ein Antrag bei der Bundeskulturstiftung für eine Stelle einer Diversitätsagentin – den wohlgemerkt ich als weiße Frau – geschrieben habe, zu Aufruhr geführt hat. Es erschreckt mich, dass wir 5 Jahre später scheinbar immer noch am selben Punkt sind. Wir leben in einem Patriachat und wir leben in einer weißen Dominanzgesellschaft – das sind Fakten, das lässt sich nicht leugnen und nur, wenn wir das akzeptieren, können wir einen Schritt weiterkommen. Und das ist im Angesicht der Weltlage, das mindeste, was wir tun können. Eine rechtsextreme Partei wurde gerade von den Deutschen zur zweitstärksten Kraft ins Europaparlament gewählt. Rassistisches, sexistisches, ableistisches etc. Gedankengut ist in uns allen, ob wir wollen oder nicht, und es äußert sich unterschiedlich.
Wenn in einer Stellenausschreibung einer Kulturinstitution in einer weißen Mehrheitsgesellschaft (und das sind alle Kunst- und Kulturinstitutionen in Deutschland) darauf hingewiesen wird, dass die Auseinandersetzung mit Machtdimensionen Teil des Jobs ist, macht dies nur sichtbar, was sowieso immer Teil des Jobs ist – es ist nur leider noch immer vielen nicht bewusst. Alle, die sich von der Bezeichnung „weiße Kulturinstitution“ angegriffen fühlen, möchte ich fragen: Woran liegt das? Wieso fällt es dir/Ihnen so schwer, anzuerkennen, dass wir in einer weißen Dominanzgesellschaft leben? Fällt es dir/Ihnen genauso schwer, anzuerkennen, dass wir in einem Patriarchat leben? Was macht es mit dir/Ihnen, wenn du/Sie anerkennen würdest/-n, dass du/Sie Teil dieses Systems bist/sind?
Von Ihnen als Journalisten häde ich mir gewünscht, dass Sie nicht alles, was vermeintlich schief läuft am Schauspiel Dortmund miteinander vermischen, sondern die Situation im gesamtgesellschaftlichen Kontext betrachten. Denn die Frage, wie in Zeiten von Publikumsschwund, Rechtsruck und Gefährdung der Demokratie, gesellschaftlich relevante
Kunst für alle geschaffen werden kann – und dann auch noch so, dass sich die Theaterschaffenden bei der Arbeit wohl fühlen –, ist ja eine wahnsinnig wichtige Frage, der es gerne in vielen weiteren Artikeln nachzuforschen gilt.
Mit vielen Grüßen,
Hannah Saar, ehemalige Dramaturgin am Schauspiel Dortmund
Das Ziel von differenzierter, künstlerischer, zeitgemäßer Arbeit sollte sein die Strukturen zu hinterfragen. Absolut. Eine respektvolle, gleichberechtigte, kritische und hinterfragende Haltung der eigenen und gemeinsamen Arbeit und des Umgangs ist das Ziel und die Basis einer zeitgemäßen (künstlerischen) Arbeit. Eine Diversifizierung der Leitungsebenen, die Arbeit in Teams aus unterschiedlichsten Klassen, Hintergründen usw. auch. Gerade in Zeiten des politische Umschwungs und der aktuellen Wahlergebnisse: Es braucht ein genaues Hinschauen und differenziertes Hinterfragen UND transparente Machtkritische Selbstkritik und Einschätzung, um eben nicht das was versucht wird aufzubauen wieder komplett in Frage zu stellen. Und dazu gehört eben nicht NUR die Hinterfragung der anderen (meist in weniger machtvollen Positionen), sondern auch der Intendanz-Position selbst! Vor allem wenn, wie im Falle von Dortmund mit künstlerischen, vermeintlich Machtkritischen Stücken und Positionen der Ansatz der eigenen Arbeit in die Öffentlichkeit getragen wird und scheinbar, so lassen die Artikel vermuten, hinter verschlossenen Türen ähnliche Mechanismen, die kritisiert werden, reproduziert werden. Denn auch hier: der Artikel beschreibt auch, dass mehrere Schauspieler:innen, Mitarbeiter:innen das Haus verlassen haben (mit unterschiedlichsten Hintergründen, Gendern usw..)
"...so lassen die Artikel vermuten...".
Genau darum geht es. Ein Artikel sollte nicht Anlass zu Vermutungen geben, sondern informieren. Wenn hier zuviele Infos fehlen bzw. Fragen einfach nicht gestellt werden, dann ist halt nicht klar, welche (und wieviele) Teile von welchem Puzzle man bekommt und welche nicht.
Es geht also nicht um Ablenkungsmanöver, sondern um das Einfordern von grundlegenden journalistischen Parametern, auf dass sich der/die Leser:in dann selbst positionieren kann.
Und da hilft das dann leider nicht:
"Denn auch hier: der Artikel beschreibt auch, dass mehrere Schauspieler:innen, Mitarbeiter:innen das Haus verlassen haben (mit unterschiedlichsten Hintergründen, Gendern usw..)".
Ja welche Hintergründe denn? Was untermauert das denn? Mitarbeiter:innen und Schauspieler:innen verlassen Häuser ja permanent aus den unterschiedlichsten Gründen. Wenn das etwas aussagen soll, dann macht es doch Sinn das auszubuchstabieren und auch genau zu untersetzen. So im Ungefähren bringt das doch nichts außer undifferenzierter, schlechter Stimmung.
Und die brauchen wir, wie #4 Anna und #5 Hannah Saar schreiben, gerade wirklich nicht.
Eigentlich in allen Aspekten d'accord. Das "Aber" entsteht, wo nicht verstanden werden will dass ich - und ich verstehe auch #4 und #5 so - gar nicht gegen das Thema des Artikels gehen, sondern Probleme mit der löchrigen journalistischen Methode haben.
Die vermissten Fragestellungen sind von mir und anderen hinlänglich ausbuchstabiert worden, weswegen ich mir das jetzt spare.
Also nochmal: natürlich kann man Intendat:innen und deren Führungsstil oder künstlerische Vision befragen. Das allerdings sollte man halt in ein recherchiertes Verhältnis setzen, einordnen in das, was gerade an deutschen Theaterinstitutionen insgesamt passiert, und auf einer konsistenten Faktenlage begründen. Ansonsonsten schreibt man lieber eine Kolumne oder einen Kommentar. Aber auch da machte es, meiner Ansincht nach, Sinn mehr Unterfutter zu liefern. Kritik trifft doch am Besten, wenn sie untersetzt ist. Das sollten einem diejenigen, die man verteidigen möchte oder zu Gehör bringen will doch wert sein.
Das eigentliche Thema des Artikels ist aber nicht das fortgesetzte Auslastungsproblem, sondern dessen Folgenlosigkeit, die besonders schwer wiegt, wenn man die Klagen über einen hochproblematischen Führungsstil von Julia Wissert ernst nimmt. Dieses Problem lässt sich natürlich nicht so leicht quantifizeren. Zahlreiche Abgänge sind aber definitiv ein ernstzunehmender Indikator, ebenso wie die zitierten, verheerenden Beschreibungen von ehemaligen Mitarbeitenden. Und es ist keineswegs ungenau, sondern sehr präzise herausgearbeitet, was offensichtlich alle diese Stimmen vereint, nämlich die Angst vor dem Applaus von der falschen Seite bzw. die Angst überhaupt mit Kritik an einer Schwarzen Intendantin in Verbindung gebracht zu werden. Das sind Fakten, die man aus dem Verhalten derjenigen ableiten kann, die auf keinen Fall genannt werden wollen. Dass sich Journalisten um solche undemokratischen Verhältnisse kümmern, ist absolut richtig.
Ja, liebe Hanna Saar es gibt sicher Einiges, was an Begrifflichkeiten zu diskutieren ist hinsichtlich weißen Institutionen, Patriarchat etc., aber ehrlich gesagt, finde ich ihren belehrend-genervten Ton geradezu den Inbegriff des Problems. Gute Führung vermittelt, was ihr wichtig ist und hört auch zu. (...) Oberlehrer*innenhaftes Rechthaben und "sich über jede Kritik erhaben zu sehen" sind kein Ausweis eines tollen "change for the better". Ganz im Gegenteil! Und das muß öffentlich verhandelbar sein und das ist dann auch einfach guter Journalismus, wenn dieses Feld eröffnet wird.
Und ja auch eine Schwarze Person kann ungeeignet und unbelehrbar sein für eine Leitungsposition, genauso, wie viele weiße Personen. Empowerment kann doch nicht Immunität von Kritik sein. So kann sich doch kein Mensch ernsthaft entwickeln, um vielleicht bald diesen Job besser/adäquater zu machen.
Ich muss auch ganz ehrlich sagen, wenn eine Führungsperson schlechte Arbeit macht, würde ich das Diskussionsthema auch nicht unbedingt auf die Hautfarbe und das Theater als "weiße Institution" bringen, was es sicherlich ist, aber dass ist nicht das primäre Problem. Das Problem ist der Führungsstil, das MitarbeiterInnen von "weicher Gewalt" und einem Klima der Angst sprechen.
Journalistische Arbeit (u.a. Recherche, vielseitig etc.) kann meiner Meinung nach, nicht in einem Labor! stattfinden. Klar, es ist schwierig, Kritik an einer Schwarzen Intendantin zu üben. Ich finde diesbezüglich eine ehrliche und konstruktive Debatte hilfreich. Es ist meiner Ansicht nach z. B. wie im Strassenverkehr. Da gibt es Regeln, die verbindlich! sind für alle. Da ist es nicht wichtig, woran eine Person z.B. "glaubt" etc., oder welche Kleider sie trägt. Das Umsetzen dieser Spielregeln bedingt m. E. das Funktionieren von demokratischen Strukturen.
Dass der Artikel z.B. behauptet, dass aktuell “weitestgehend Entfremdung” herrscht, ist angesichts dessen, dass niemand aus dem aktuellen Ensemble von der SZ kontaktiert wurde doch eine sehr steile These. Auch die Diskussion um die Formulierung in einer Stellenausschreibung gestaltete sich komplexer und vor allem nicht so einseitig wie im Artikel dargestellt.
Ich könnte jetzt sehr viele Beispiele aus vier Jahren Arbeitsrealität nennen, die ein anderes Bild zeichnen. Das wäre m.E. aber die Aufgabe von seriöser Auseinandersetzung und journalistischer Sorgfalt gewesen. Ich wünsche mir weniger Spekulationen in Kommentarspalten und mehr Solidarität gegenüber von Diskriminierung betroffenen Theaterschaffenden und mehr Ambiguitätstoleranz.
wir sind sehr irritiert über Ihren Artikel "Wir? Unmöglich" vom 08.06.24 (bzw. in der Online-Ausgabe "Nur kein Beifall von der falschen Seite", 07.06.24).
Sie behaupten in dem Text u.a.: "Innerhalb des Hauses herrscht derweil weitgehend Entfremdung." Wir fragen uns: Wie kommen Sie zu solch einer Einschätzung, ohne auch nur mit einer Person aus dem aktuellen Ensemble, nämlich mit uns, gesprochen zu haben?
Wir empfinden den Artikel daher als einseitig, tendenziös und in Teilen bösartig unterstellend.
Die Eindrücke einer Arbeitsatmosphäre im Schauspiel, die von Angst, Druck und fehlender Auseinandersetzung geprägt sei, teilen wir nicht.
Insgesamt beschreiben Sie das Schauspiel Dortmund lediglich an Einzelbeispielen, die sehr einseitig sind. Für viele der Vorwürfe und Aussagen, die Sie anführen, lassen sich ebenso Gegenbeispiele nennen und andere Sichtweisen im Theater finden.
Gerade angesichts gesellschaftlicher Spaltungen und einem Erstarken der politischen Rechten sind wir fassungslos ob dieser undifferenzierten Berichterstattung. Wir hätten von einer der größten und wichtigsten deutschen Tageszeitungen eine ausgewogene und seriöse Betrachtung erwartet.
Wir sind mit dem Abdruck dieses Textes als Leserbrief einverstanden.
Mit freundlichen Grüßen, das Schauspielensemble
Lukas Beeler
Akasha Daley
Alexander Darkow
Linda Elsner
Ekkehard Freye
Adi Hrustemović
Marlena Keil
Nika Mišković
Antje Prust
Sarah Quarshie
Viet Anh
Raphael Westermeier
@ 16 m. E. begibt man sich als Schauspielerin in eine gefährliche Lage, Machtkritik als Diskriminierung von Theaterschaffende zu verstehen und zu wüschen dass man sich mit Personen in der Machtposition solidarisiert..??! .. da bin ich wie #13 treffend schildert "Da gibt es Regeln, die verbindlich! sind für alle. Da ist es nicht wichtig, woran eine Person z.B. "glaubt" etc., oder welche Kleider sie trägt. Das Umsetzen dieser Spielregeln bedingt m. E. das Funktionieren von demokratischen Strukturen", und " Ambiguitätstoleranz" kann aus meinem subjektiven Erleben her sich durchaus tendenziösen anfühlen und missbräuchlich eingesetzt werden.
WDR 5 Scala - Hintergrund Kultur. 21.06.2024. 10:48 Min.. Verfügbar bis 21.06.2025. WDR 5.
Die Vorwürfe in der "Süddeutschen Zeitung" gegen Julia Wissert waren heftig: Autoritär, erfolglos, vom Ensemble entfremdet sei die Intendantin des Schauspiel Dortmund. Stefan Keim hat dort nachgefragt - und kommt zu einem etwas differenzierteren Bild."
https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-scala-hintergrund/audio-nach-vorwuerfen-wie-geht-es-am-schauspiel-dortmund-weiter-100.html