Medienschau: taz – Queere Schauspieler:innen bilanzieren die Aktion "ActOut"

"Die Wirklichkeit ist längst weiter"

"Die Wirklichkeit ist längst weiter"

5. Februar 2022. Vor genau einem Jahr kritisierten 185 queere Schau­spie­le­r*in­nen die deutsche Film-, Fernseh- und Theaterbranche. Was hat sich seither getan? 

Die queeren Schau­spie­le­r:in­nen Oska Melina Borcherding und Martín Peñaloza Cecconi sagen im Interview mit Peter Weissenburger in der taz, dass sich seit "ActOut" noch nicht genug verändert habe.

"Ich nehme durchaus wahr, dass viele Castings inzwischen explizit auch nach trans und nichtbinären Personen suchen. Oft von außerhalb Deutschlands, aber nicht nur. Also was ich an Veränderung wahrnehme in der Branche, ist auf jeden Fall ein Bewusstsein", so Borcherding. Die Wirklichkeit sei überfordernd und komplex und vielschichtig. "Das fehlt mir immer noch. Ich sehe ja viele Bemühungen im Film und Fernsehen, sich ein bisschen diverser zu gestalten. Aber Stoffe über trans Personen beispielsweise handeln fast immer nur von jungen Leuten."

Martin Peñaloza Cecconi sagt, dass man noch schauen müsse, in welche Ebenen man vordringe. "Eine Miniserie mit einer queeren Hauptrolle, okay – aber ich bin gespannt, ob wir auch mal Kinohauptrollen sehen werde." Das oft genutzte Argument sei weiter, dass Spielen doch eine Verwandlung ist und alle alles spielen sollte. "Es geht aber nicht darum, dass das Spielen verboten wird. Es geht darum, dass Spielen ein Privileg ist." 

(taz / sik)

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