Medienschau: Die Welt – Heiner Müllers Bildsprache
Sturmabteilung der Demokratie
Sturmabteilung der Demokratie
26. Februar 2025. In der WELT empfiehlt Jakob Hayner eine Studie zur Bildsprache des Dramatikers Heiner Müller (1929–1995).
Dabei streift Hayner zunächst die provozierenden, oft visionären Sprachbilder, in denen Müller Tagesgeschehen abbildete und in weite Horizonte rückte. Den Mob, der in Rostock-Lichtenhagen 1992 auf Ausländer-Wohnheime losging, bezeichnete Müller etwa als "Sturmabteilung der Demokratie" und "die radikalen Verteidiger der Festung Europa, gerade weil ihnen auf kurze oder lange Sicht nur der Dienstboteneingang offensteht", so Hayner.
Dann widmet sich Hayner der Monographie "Heiner Müllers Bildmaschine" von Nils Emmerin und schreibt: "Die überzeugende These von Emmerichs ist, dass mit Müllers lebenslanger Bemühung um eine Übersetzung von Bild in Text ein Schlüssel für das Gesamtwerk gefunden ist, der zugleich Müllers eigenwillige poetische Einbildungskraft zu erklären hilft, seine künstlerische Textur. Bilder überdauern nicht nur die Stürme der Zeiten, sie stehen auch für das Neue, für das noch nicht (und vielleicht nie) vollständig Begriffene."
(welt.de / chr)
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