Medienschau: WOZ / NZZ – Theater-Besetzung an der Gessnerallee
Raum der Heilung nicht genehmigt
Raum der Heilung nicht genehmigt
23. Oktober 2022. Über eine seit Wochen andauernde Besetzung des Zürcher Künstlerhauses Gessnerallee berichtet Ayse Turcan in der WOZ. Das Kollektiv Experi-Theater fordert mit seiner Aktion eine dauerhafte Spiel- und Begegnungsstätte in der Immobilie ein, um dort Erfahrungen von Schwarzen Personen, Indigenen und People of Color (BIPoC) Raum zu geben.
"In weissen Räumen fühle ich mich manchmal, als müsste ich das Gewicht aller BIPoC-Menschen der Welt auf meinen Schultern tragen", sagt ein junger Künstler in dem WOZ-Text und ein anderer fügt hinzu: "Wir brauchen Räume wie diese, in denen wir heilen können. Und in denen wir selbst bestimmen können, was passiert."
Der Konflikt um die Räumlichkeiten ist einer längeren Zusammenarbeit mit der Gessnerallee entsprungen. Das Experi-Theater, das der Zürcher Regisseur Pakkiyanathan Vijayashanthan 2013 gegründet hat, arbeitete seit Beginn der Künstlerischen Leitung von Michelle Akanji, Rabea Grand und Juliane Hahn am Haus mit wechselnden Künstler:innen zu Themen wie Migration oder (Post-)Kolonialismus.
Der aktuelle Streit richtet sich auf die weitere Nutzung eines Dachbodens der Gessnerallee, der sogenannten Werkhalle über dem "Stall 6", den das Experi-Theater im Sommer 2021 erstmals besetzt hatte, "worauf die Gessnerallee dem Kollektiv eine Nutzung des Raums als Proberaum bis zum geplanten grösseren Umbau des Hauses im Februar 2022 anbot", wie die WOZ schreibt. Nach dem Umbau hätten die Behörden allerdings keine Genehmigung für eine Nutzung des Dachbodens "für Proben, Versammlungen und Aufführungen" gegeben. Gegen diese Entscheidung begehrt das Experi-Theater auf, von dem eine Vertreterin mit den Worten zitiert wird: "Wir rannten gegen eine weisse Wand. Wieder und wieder."
Hinter Paywall befasst sich am 27. Oktober 2022 auch die NZZ mit dem Fall.
(woz.ch / chr)
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