Presseschau vom 10. bis 12. Mai 2014 – Zwischenbilanzen des Theatertreffens 2014
Zwischenbilanzen zum Theatertreffen 2014
Zwischenbilanzen zum Theatertreffen 2014
10. bis 12. Mai 2014. Das Theatertreffen hat Halbzeit und die Hauptstadtpresse zieht Zwischenbilanz.
Peter von Becker vom Tagesspiegel (10.5.2014) sah vor allem formale Kunstübungen. "Es sind Virtuosennummern. Keine Mätzchen. Aber eben auch nur: Nummern" schreibt von Becker über Castorfs "großen, langen, manchmal kaum erträglich fahrigen, dann für Minuten und Viertelstunden immer wieder mal faszinierenden Nummernreigen" mit Célines "Reise ans Ende der Nacht". Das passe zu diesem Theatertreffen. Schon der Auftakt mit Dimiter Gotscheffs Inszenierung "Zement" von Heiner Müller "wirkte als starke, aber sonderbar ferngerückte theatrale Behauptung, "war mehr Mythos und Mythologie". Von Becker streift "Amphitryon", "Onkel Wanja" und "Fegefeuer aus Ingolstadt": "Jedes Mal ist's eine formale Kunstübung, in Details brillant oder doof, egal. Aber allemal ins Abstrakte, ins Zeit- und Ortlose gehoben. Fast schon Installationen statt Inszenierungen."
In der Berliner Zeitung (12.5.2014) zieht Dirk Pilz Zwischenbilanz, entdeckt viel Neues (z.B. die Twitter-Reihe bei Castorfs "Reise ans Ende der Nacht", den Chor der Gehörlosen in Platels "Tauberbach") und widmet sich kritisch dem Plagiatsfall in der Jury-Begründung von Daniele Muscionico zu Castofs "Reise ans Ende der Nacht", den Wolfgang Behrens im Blog auf nachtkritik.de aufgedeckt hat.
Auf der Onlineseite der Zeit bilanziert Mounia Meiborg das Theatertreffen, streift die Plagiatsdiskussionen ebenso wie die Kolonialismus-Vorwürfe gegen "Tauberbach" (die der Kritikerin nach viel eher an "Reise ans Ende der Nacht anzubringen gewesen wären, wobei das Ensemble dort durch "überdrehte Höchstleistungen" doch "wenig Angriffsfläche für Rassismus-Vorwürfe" biete). Die Vorwürfe gegen "Tauberbach" seien "deplatziert", denn das Stück "will gar nicht konkret und sozialkritisch sein. Der Abend ist universell, voller Wärme und Menschenliebe – und darum einer der Höhepunkte des bisherigen Treffens." Davon ab resümiert Meiborg: "In der Theaterwelt ist München das neue Berlin." Vier der zehn Einladungen stammten von dort und hätten sich – explizit wird auch "Fegefeuer in Ingolstadt" von den Münchner Kammerspielen hervorgehoben – in der Hauptstadt auch "behauptet".
(sik / chr)
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"das ist eine Angelegenheit, die für Christ und Juden zu schwierig ist. Wenn einem was weh tut und er schreit, dann kann der andere nichts erwidern als: Wenns dir hilft, schrei." (Lion Feuchtwanger an Marieluise Fleißer, 1926)
"Das Theater ist eine Handlung, nach der dem Schauspieler nichts anderes übrigbleibt, als sich in den Tod zu stürzen und zu leben!" (Artaud, 1947)