Presseschau vom 10. September 2015 – Die taz skizziert den Saisonauftakt und die Theatersituation in Wien
Wiener Geschichtsschreibung
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10. September 2015. In Wien hat die Theater-Saison wie fast überall begonnen, unter anderem mit Anna Badora, die als neue Intendantin des Volkstheaters ihre Marken setzt. Uwe Mattheiss schreibt in der taz über die Premieren, aber skizziert auch die Situation in Wien.
Zwei der drei Großbühnen in der Stadt werden mit Beginn der neuen Saison von Intendantinnen geführt, unbestritten ein Fortschritt, freut sich Uwe Mattheiss in der taz. "Kluge Entscheidungen, aus schierer Not" getroffen.
Bei Bergmanns Berufung legte man besonderen Wert auf den Konsens mit dem Ensemble, "neue Töne" seien das gewesen. Auch habe Karin Bergmann in solidarischer Weise Einbußen beim Gehalt hingenommen, "was wohl nur wenige männlicher Mitbewerber erwogen hätten". Ausgestanden sei die Krise mit ersten Erfolgen noch nicht. Und die neue Bescheidenheit unter Bergmann, "ist nicht nur ein gutes Zeichen. Die Burg war immer im besten Sinne der verrückte Ort, an dem möglich war, was anderswo gar nicht erst erwogen wurde."
Anna Badora habe schon vor der ersten Aufführung ihrer Spielzeit am Volkstheater einige Marken gesetzt: den roten Stern vom Dach des Hauses geholt, eine neue Tribüne durchgesetzt, "die im Zuschauerraum erstmals seit über 100 Jahren nutzbare Sichtverhältnisse schafft". Und sie habe – das Haus ist ungefähr so groß wie das von denselben Architekten erbaute Hamburger Schauspielhaus, dennoch steht nur gut ein Viertel des Burgtheaterbudgets zur Verfügung – "eine kluge Ensemblepolitik begonnen".
"Von Badora wird man als Theaterleiterin noch manchen klugen Schritt erwarten können." Dennoch drängt sich die Frage auf, ob mit dem Neuanfang nicht auch Chancen verpasst wurden. "Wäre dem Volkstheater nicht besser gedient gewesen, hätte man es mit dem vorhandenen Budget als Koproduktionshaus mit internationaler Perspektive positioniert?"
(sik)
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